Fingerhut

Da es sich bei dem Fingerhut um eine äußerst giftige Pflanze handelt, sollte sie im heimischen Garten nicht angepflanzt werden. Allerdings ist das Gewächs auch eine Heilpflanze mit den Inhaltsstoffen Digitalis- Glycoside, was in einer geringen Dosierung zur Therapie bei Herzerkrankungen eingesetzt wird.

Giftpflanze!!! Der in Europa heimische Rote Fingerhut ist wie die anderen Digitalisarten sehr stark giftig. Die Pflanze ist ein zweijähriges Kraut und bevorzugt kalkarme Böden, meist auf halbschattigen Lichtungen. Im ersten Jahr bildet sich die Blattrosette, im zweiten Jahr entwickelt sich ein bis zu 2 Meter hoher, meist unverzweigter Stängel, der die Blütentraube trägt. Die glockenförmigen, 4 bis 5 Zentimeter langen Blüten sind hellpurpurrot, sehr selten weiß und weisen im Inneren hellumrandete, dunkle Flecken auf.

Da es immer wieder zu Vergiftungen, vor allen Dingen bei Kindern kommt, wird vom Bundesamt für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfohlen, giftige Pflanzen nicht in Anlagen wachsen zu lassen, die Kindern leicht zugänglich sind.

In Europa, Nordafrika und Westasien gibt es 25 Arten, wobei bei uns der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) heimisch ist. Von ihm gibt es jedoch auch einige Gartensorten, mit weißen, aprikotfarbenen oder rosa Blüten.

Steckbrief: Fingerhut

Pflanze: Digitalis purpurea L.
Familie: Braunwurzgewächse (Rachenblütler= Scrophulariaceae)
Herkunft: Der Fingerhut ist in Europa beheimatet.
Synonyme: Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserlieberfrauenhandschuh, Waldglöckchen, Waldschwelle

Anwendung:

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei dem Fingerhut um eine stark giftige Pflanze, die keinesfalls zur Selbstanwendung geeignet ist. Nur ein erfahrener Arzt sollte die Indikationen in geringen Mengen und genauen Dosierungen durchführen, da es ansonsten zu schweren Vergiftungen kommen kann. Der positive Effekt des Roten Fingerhuts liegt in Anwendungen bei Herzschwäche und Herzrasen.

In der Volksheilkunde sind Abkochungen mit den Blättern vom Fingerhut bekannt, die dazu dienen, Heilungen von Wunden zu fördern. Der Fingerhut wird ausschließlich bei Herzerkrankungen eingesetzt, da die wirksamen Digitalis- Glykoside hier ihre Wirksamkeit zeigen. Fertigpräparate sind erlaubt, jedoch sollte auf gar keinen Fall auf Tee oder Tinkturen zurückgegriffen werden.

Vorsicht:
Personen, die zu Allergien neigen, sollten einen Hautkontakt mit Fingerhutwirkstoffen gänzlich vermeiden. Ansonsten könnte es zu Reaktionen wie beispielsweise Hautausschlag kommen.

Der Fingerhut enthält in sämtlichen Pflanzenteilen ein Gemisch aus rund 30 unterschiedlichen herzwirksamen Glykosiden, von denen das Digitoxin heute als Reinsubstanz in der Behandlung der Herzinsuffizienz und bestimmter tachykarder Herzrhythmusstörungen (zu schneller Herzschlag) von Bedeutung ist. Extrakte aus der Pflanze selbst werden nicht verwendet, da die Wirkungen kaum exakt vorhersehbar sind.

Für eine Heilwirkung muss sich der Anwender ganz genau an die vom Arzt vorgeschriebenen Dosierungen halten. Die Digitalis Wirkstoffe sammeln sich ansonsten im Körper und es kann zu Überdosierungsproblemen oder Vergiftungserscheinungen kommen.

Um einen herzwirksamen Effekt hervorzurufen, benötigt der Patient eine relativ hohe Dosis, die jedoch recht nahe an einer giftigen Dosis liegt, da ein Präparat erst dann richtig zu wirken beginnt. Vergiftungen durch wild wachsende Pflanzen kommen dagegen kaum vor, denn die Blätter schmecken sehr bitter.

Anwendungen im Einzelnen:

  • Altersherz
  • Herzinsuffizienz
  • pulmonale Hypertonie

Inhaltsstoffe:

Die Digitalis- purpurea- Blätter enthalten zahlreiche herzwirksame Steroide in Form von Cardenoliden, die wichtigsten hierbei sind:

  • Purpureaglykoside A, B und E
  • Steroidsaponine
  • Pregnanglykoside

Cardenolide zeichnen sich für die Giftigkeit der Pflanze verantwortlich.

Nebenwirkungen:

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Müdigkeit
  • allgemeine Schwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Benommenheit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitmangel

Diese Angaben beziehen sich lediglich auf die Herzglykoside.

Wichtiger Hinweis:
Eine Überdosierung, eine versehentliche Einnahme von Pflanzenteilen oder eine Verwechslung mit einer essbaren Pflanze kann lebensgefährlich werden. Es kann zu Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern, einem Herzblock oder gar zum Herzstillstand kommen.

Bei dem Fingerhut handelt es sich um eine Pflanze mit einer so markanten Blüte, dass sie kaum übersehen werden kann. In Gärten wird er gern als Zierpflanze verwendet und in der freien Natur wird er vor allen Dingen auf Waldlichtungen gefunden. Die Heilwirkungen werden als herzstärkend, herzschlagverlangsamend und tonisierend beschrieben.

Es ist bei der Pflanze jedoch VORSICHT geboten, denn schon zwei Blätter können beim Verzehr zum Tode führen. Selbst bei bestimmungsgemäßem Verbrauch bei der Einnahme von Fertigpräparaten kann es durchaus zu Vergiftungserscheinungen. Das liegt wiederum daran, dass die therapeutische Bandbreite sehr schmal ist. Bei der therapeutischen Bandbreite handelt es sich um die Dosierungshöhe, in der ein Heilmittel zwar wirkt, jedoch noch nicht zu einem Schaden führen kann.

Aus diesem Grund kommt es bei der Einnahme von Digitalis Produkten auch relativ häufig zu Vergiftungserscheinungen. Leichte Vergiftungserscheinungen sind zu erkennen an Ohrensausen, Gelbsehen oder anderen Sehstörungen. Schwere Erscheinungen sind hingegen Herzrhythmusstörungen, eine verlangsamte Herzfrequenz, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen. Zu den weiteren Merkmalen gehören blaue Lippen, Atemnot und der plötzliche Herzstillstand.

Dosierung:

Medizinisch verwendet werden einzelne herzwirksame Glykoside als Reinsubstanz streng nach ärztlicher Anweisung. Als Arzneimittel werden die Digitalis- Blätter verwendet, wobei es sich um die getrockneten Blätter handelt. Das Arzneibuch fordert einen Mindestgehalt an Cardenolidglykosiden, berechnet als Digitoxin. Zubereitungen erhält der Nutzer als Tinkturen, Pulver oder eingestellten Extrakten.

Vorsicht! Beim Fingerhut handelt es sich um eine Giftpflanze, aus diesem Grund sollten immer nur Fertigpräparate zur Anwendung kommen. Tee aus den Blättern oder anderen Pflanzenteilen können zum plötzlichen Herzstillstand führen.

Der Fingerhut ist zwar hübsch anzusehen, aber hochgiftig. Die Heilpflanze findet sich in drei unterschiedlichen Ausführungen. Zum einen gibt es den roten und gelben Fingerhut, zum anderen den wolligen Fingerhut. Bei allen drei Pflanzen handelt es sich um giftige Exemplare, wobei die Blätter zum Tod führen können.

Als Hausmittel darf die Pflanze auf keinen Fall eingesetzt werden, diese gehört nur in die Hände von erfahrenen Ärzten. Durch die enthaltenen Wirkstoffe allerdings, kann das Heilkraut zu einem potenten Herzmittel werden.

Folgende Leiden sind mit dem Fingerhut gut behandelbar:

Innere Anwendung: Äußere Anwendung:
Herzschwäche Wunden
Herzasthma
Herzinsuffizienz
Kurzatmigkeit
Migräne

 

Die Heilpflanze darf aus zwei Gründen nicht gesammelt werden. Erstens ist der Fingerhut sehr giftig und er steht unter Naturschutz. Das Sammeln ist ausdrücklich untersagt.

In der Homöopathie wird der Fingerhut gern gegen Leberleiden, Angstzustände und Depressionen empfohlen. Die Inhaltsstoffe des Fingerhutes verfügen nicht nur über einen herzwirksamen Effekt, sie ähneln im Aufbau auch dem Vitamin D und einzelnen Geschlechtshormonen. Es gibt Patienten, die ein Heilmittel bei sexueller Übererregung zu schätzen wissen.

Typische Merkmale:

Die Heilpflanze blüht zwischen Juni und August und kann eine Höhe zwischen 40 und 120 Zentimeter erreichen. Sie verfügt über einen einfachen Stängel mit wechselständigen, eiförmigen, gekerbten und graufilzig behaarten Blättern.

Die 4 bis 5 Zentimeter langen, glockenförmig angeordneten Blüten sind Purpur, selten weiß und in den Innenseiten rotfleckig, in oft einseitwendigen Trauben angeordnet. Die grüne, eiförmige Kapselfrucht verfügt über braunschwarze Samen, die mit 2 Fächern ausgestattet sind.

Die hohe Giftigkeit verdankt der Fingerhut seinen Digitaloiden (ca. 100 unterschiedliche herzwirksame Steroidglykoside oder den Cardenoliden). Sollte sich eine Person trotz allen Vorsichtsmaßnahmen doch mit der Pflanze vergiftet haben, sind große Mengen an Flüssigkeit zu verabreichen und umgehend ein Arzt oder eine Klinik auszusuchen.

Zubereitungen:

Verschiedene Fertigarzneimittel mit dem herzwirksamen Glykosid Digitoxin als Inhaltsstoff. Diese sind verschreibungspflichtig.

Es müssen ausschließlich Fertigpräparate zur Anwendung kommen und nur nach Absprache mit einem Arzt, der die richtige Dosierung festlegt. Die Blätter, sowie sämtliche andere Pflanzenteile dürfen auf keinen Fall als Tee zubereitet oder in einer anderen Form verwendet werden.

Hinweise:

Die therapeutische Breite (d. h. die wirksame Dosierung liegt nahe bei der Dosis mit einer toxischen Wirkung) der Digitalis Glykoside ist gering. Daher kommen nur noch Fertigarzneimittel zur Anwendung, die Digitoxin als Rein Substanz enthalten. Diese Präparate sind, wie auch die Pflanze selbst verschreibungspflichtig.

Vergiftung:

Bereits die Einnahme von 0,3 Gramm Blättern (bezogen auf das Trockengewicht) bewirkt Vergiftungserscheinungen. 2 bis 3 Gramm können für einen Erwachsenen tödlich sein.

Erste Vergiftungserscheinungen treten 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme auf und äußern sich in Form von Erbrechen, Schwindel und Sehstörungen. Bei Vergiftungen durch die Samen kann es auch zu Durchfall kommen. Es kommt weiterhin zu kolikartigen Schmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlaflosigkeit. Am Herzen zeigen sich Herzrhythmusstörungen, der Tod tritt durch Kammerflimmern ein.

Da der Giftentfernung eine entscheidende Rolle bei der Behandlung einer Vergiftung zukommt und erste Symptome verzögert auftreten, sollte auch in Verdachtsfällen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Wenden Sie sich unverzüglich an den Gift Ruf!

Wissenswertes über den Fingerhut

Da die Blüten eine hohe Anziehungskraft auf Bienen, Hummeln und Schwebfliegen ausüben, ist der Fingerhut in vielen Gärten zu bewundern. Die Digitalis purpurea bildet ab Juni trichterförmige rote, weiße und rosafarbene Blüten. Der Standort sollte sonnig oder halbschattig liegen. Die Pflanze ist auch bei Minusgraden nicht unterzukriegen und wird wegen der gut anzusehenden Blüten häufig gepflanzt.

Zur Verwendung kommt der Fingerhut häufig in Bauerngärten, auf Bienenweiden, in Naturgärten, wird aber auch als Gruppenbepflanzungen genutzt. Der rote Fingerhut, der in Europa zu finden ist, ist stark giftig. Er bevorzugt kalkarme Böden in der Regel auf Lichtungen.

Vom Fingerhut sind alle Teile giftig. Ins Gewicht fallen jedoch besonders die Stängel und die Blätter. Die Samen und Blüten sind als weniger toxisch eingestuft.

Wer den Fingerhut in seinem Garten hat, muss oberste Vorsicht walten lassen. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern ebenfalls für Haustiere. Daher ist es ratsam, den Fingerhut gar nicht erst anzusiedeln und bestehende Pflanzen zu entfernen.

Erhöhte Vorsicht gilt bei denjenigen, die ein Grundstück und Haus am Waldrand bewohnen und sich einen eigenen Hausgarten angelegt haben. Die Pflanze könnte unter gegebenen Umständen auf dem Grundstück verwildert sein.

Es existieren rund 25 unterschiedliche Arten des Fingerhutes. Drei von ihnen sind bei uns heimisch. Es handelt sich hierbei um den roten Fingerhut, den gelben Fingerhut und den großblütigen Fingerhut. Alle drei Pflanzen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gesammelt werden.

Größere Bestände gibt es vom roten Fingerhut, der mit seinen hoch ragenden Blütentrauben die Blicke auf sich zieht. Der rote Fingerhut gilt als zweijährige Pflanze und wurde im Jahr 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Dabei sind auch sämtliche Artgenossen hoch giftig, die einen mehr (wollige Fingerhut), die anderen weniger.

Wer einen wildwachsenden Fingerhut sein eigen nennt, sollte ihn vor Kinder und Haustiere schützen. Diejenigen, die auf Nummer sicher gehen wollen und ihn entfernen möchten, sollten sich bei dieser Arbeit mit Handschuhen ausrüsten, um das Risiko einen Hautausschlag zu erleiden, zu verringern.