Klette

Die Klette ist besonders gut an ihren violetten Blüten zu erkennen. Die Klettenwurzel kann für medizinische Zwecke Verwendung finden, die Blätter und Samen spielen eher eine Nebenrolle, da die Wurzel den höchsten Wirkstoffgehalt aufweist.

Die große Klette wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Lehmböden. Sie ist allerdings auch an Wegrändern, auf Schuttplätzen, Wiesen, an Ufern oder Häusern zu finden. Die Klette wächst ebenso in Parks und Gärten.

Die bis zu 1,5 Meter hoch wachsende Große Klette besitzt einen wollig behaarten, aufrechten Stängel. Die roten Blüten sitzen in lockeren Trugdolden und bilden borstige Früchte, die bei Reife vom Stiel fallen. Verwendet werden die im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres gesammelten und getrockneten Wurzeln der Großen, wie auch der Kleinen Klette (Arctium minus Bernh.) und der Filzklette (Arctium tormentosum Mill.)

Steckbrief: Klette

Pflanze: Arctium lappa L. (= Arctium majus Bernh.)
Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae= Compositae)
Herkunft: Beheimatet ist die Pflanze in Europa, Nordasien und Nordamerika. Die Droge wird importiert aus Bulgarien, Jugoslawien, Polen und Ungarn.
Synonyme: Dollenkraut, Haarwuchswurzel, Kleberwurzel, Kletten Distel, Klissenwurzel

Extrakte aus der Klettenwurzel können das Wachstum von Bakterien auf der Haut eindämmen oder hemmen. Berichte die besagen, der Extrakt weise eine krebsschützende Wirkung auf, sind nicht wissenschaftlich belegt.

Anwendung:

Ölzubereitungen und Extrakte der Klettenwurzel sollten Verbraucher am besten in einer Drogerie oder Apotheke erwerben. Hier sind es Fertigpräparate, die ihre Wirkung voll entfalten. Die Kletten Blätter können jedoch auch selber im Frühsommer oder im Herbst gesammelt werden, um dann eine Abkochung herzustellen.

Abkochung für Umschläge:

  • 2 gehäufte Teelöffel getrockneter Klettenwurzel mit ½ Liter kaltem Wasser übergießen.
  • den Ansatz für circa 5 Stunden ziehen lassen.
  • dann für 1 Minute aufkochen.

Der abgekochte und abgeseihte Sud eignet sich gut für Umschläge oder Waschungen bei trockenen Ekzemen, älteren Wunden oder unreiner Haut.

Die als Bardanae radix bezeichnete Klettenwurzel enthält Schleimstoffe und Inulin, geringe Mengen an ätherischem Öl, Pflanzensäure und Lignane. In der Volksmedizin wurden Zubereitungen aus der Wurzel zur Behandlung von Magen- Darmbeschwerden, Rheumatismus und bei Gallen- und Blasensteinleiden eingesetzt. Äußerlich wird ein Auszug mit Oliven- oder Erdnussöl (Klettenwurzelöl) bei vor allem trockenen, schuppenden Erkrankungen der Haut und Kopfhaut empfohlen.

Vor allen Dingen bei einer natürlichen Behandlung der Schuppenflechte, kann Klettenwurzelöl sinnvoll sein. Hierbei sollte das Öl lauwarm in die Kopfhaut einmassiert werden, einwirken lassen und mit lauwarmem Wasser gut ausspülen.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • für gesunde Wimpern
  • Spliss
  • Haarausfall
  • Insektenstiche
  • Milchschorf

Die Klettenwurzel eignet sich ebenso zur inneren Anwendung. In Form von einem Tee zur Blutreinigung, zur Anregung der Leber- und Gallentätigkeit und bei Rheuma oder Gicht. Der Tee wirkt zudem entgiftend und harntreibend.

Für die Wirksamkeit gibt es keine wissenschaftlichen Belege, sodass die Anwendung nicht befürwortet werden kann. Heute jedoch noch gebräuchlich ist die Verwendung der Klettenwurzel in der Homöopathie und als Zusatz für diverse Haarkosmetika.

Auch für die der Klettenwurzel nachgesagten Förderung des Haarwuchses gibt es keinerlei wissenschaftliche Studien oder Belege. Vermutlich wurde dieses Kriterium daraus geschlossen, dass die Pflanze, die selber eine starke Behaarung aufweist, eine Wirkung auf den menschlichen Haarwuchs ausübt (Signaturen Lehre).

Die Klette ist gleichfalls für das Immunsystem einzusetzen, Sie wirkt unterstützend bei dem Kampf gegen Grippeviren und unterschiedlichen Infektionserkrankungen. Sie regt die Schweißbildung auf natürliche Weise an und der Organismus ist in der Lage, Giftstoffe besser und schneller auszuspülen.

Umschläge mit Kletten Tee helfen bei unreiner Haut, Ausschlägen, Prellungen, Schürfungen, bei Akne und Ekzemen. Dank der Zusammensetzung der Pflanze ist sie gut zur Regulierung des Blutzuckerspiegels geeignet, sodass auch Diabetiker hiervon profitieren können. Laut Volksmedizin sollten sie jeden Tag eine Kletten Tinktur zu sich nehmen.

Ein Sirup aus der Klettenwurzel oder den Samen trägt zur Gesundheit der Mundhöhle, als auch den Atemwegen bei.

Wirkung:

Die Wurzeln der Klette gelten als Radikalfänger und wurden schon von Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp eingesetzt. Laut ihnen ist die Wirkung antientzündlich, leicht diuretisch, als auch antibakteriell.

Inhaltsstoffe:

In der großen Klette finden sich zwischen 27 und 45 Prozent Inulin. Zudem beinhaltet die Pflanze:

  • ätherisches Öl
  • Bitterstoffe
  • Gerbsäure
  • Flavonoide
  • Glykoside
  • Fettsäuren
  • Phosphorsäure
  • Schleimstoffe

Antibiotische Wirkstoffe (z. B. Polyne) und Kalium sind ebenfalls enthalten.

Dosierung:

Bei Fertigarzneimitteln die Klettenwurzeln beinhalten, sollte sich der Anwender strikt an die Packungshinweise halten.

Als Teeaufguss 1 bis 3 Mal täglich 1 Tasse Klettenwurzeltee zu sich nehmen. Zur äußeren Anwendung wird 1 Mal pro Tag das Klettenwurzelöl aufgetragen.

Hinweis:
Zur Behandlung von Harnwegsbeschwerden muss der Anwender reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen. Nicht durchgeführt werden sollte eine Durchspülungstherapie bei eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit. Sollten während einer Behandlung mit Klettenwurzel Fieber, geändertes Harnverhalten, Krämpfe beim Wasserlassen oder sogar Blut im Urin auftreten, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Zubereitungen:

In der Naturmedizin gelten Zubereitungen, als auch Auszüge der Klettenwurzel als entschlackend, Magen- und Darm regulierend, harntreibend und wundheilend. Primäre Anwendungsbereiche sind Harnwegserkrankungen und Gallen- und Magen- Darm- Beschwerden. Die Anwendungen sollten in Form von Extrakten erfolgen.

Auch gelten Zubereitungen als schweißtreibendes Mittel, sowie zur Blutreinigung. Unreine Haut, als auch Hauterkrankungen können mit der Klettenwurzel behandelt werden. Die Wirksamkeit der aufgeführten Anwendungsgebiete ist allerdings wissenschaftlich nicht belegt.

Traditionell wird Klettenwurzeltee bei Akne, Gallensteinen, Gicht und rheumatischen Beschwerden empfohlen.

Zubereitungen der Klettenwurzel finden sich ebenfalls in homöopathischen Arzneimitteln und in Pflegeprodukten für die Haare.

In ihren Ursprüngen stammt die Kletten- Gattung aus Sibirien, in der heutigen Zeit wachsen jedoch 10 bis 14 unterschiedliche Arten europaweit. Im Mittelalter war die Klette eine geschätzte Küchenpflanze, heute wird sie in der Küche nur noch in Japan verwendet.

Für die gesunde Verdauung:

Frische Klettenwurzeln säubern und kleinschneiden. In ein sauberes Glas geben und mit Alkohol (z. B. 50 % Wodka) auffüllen. Hier das Verhältnis 2: 1 beachten (zwei Tassen Wodka auf eine Tasse Wurzeln).

Zwei Wochen stehen lassen, danach abseihen und in eine Braunglasflasche umfüllen. Täglich ein oder zwei Schnapsgläschen voll trinken. So können die Verdauung und die Leberfunktion unterstützt werden.

Wichtige Hinweise:

  • Nicht während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit anwenden!
  • Nicht anwenden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern besteht!

Die Klette kann, wie andere Korbblütler auch, (z. B. Arnika, Ringelblumen, Schafgarbe) vor allen Dingen bei äußerer Anwendung Allergien auslösen.

  • Nur mit Vorsicht anwenden bei vorliegender Zuckerkrankheit!

Bei Tierversuchen wurde eine Senkung des Blutzuckerspiegels beobachtet, daher ist nicht auszuschließen, dass die Einnahme vor allem in größeren Mengen, bei bestehender Medikation mit Antidiabetika zur Verstärkung der Senkung des Blutzuckerspiegels beitragen kann (Hypoglykämie)

  • Verwechslungen mit der ähnlich aussehenden Wurzel der Tollkirsche können vorkommen und zu Vergiftungen führen. Aus diesem Grund sollte nur geprüfte Waren, wie sie z. B. in Apotheken erhältlich sind, verwendet werden!

Wissenswertes über die Klette

Im Mittelalter wurde die Klette, ähnlich der Schwarzwurzel in der heutigen Zeit, als Gemüse verzehrt. Sie ist roh in einem Salt zu verwenden oder als Koch- oder Backgemüse. Spaziergänger sind nicht erfreut, wenn sich die Klette in der Kleidung verfängt. Dank ihrer starken Widerhäckchen bleibt die Pflanze bevorzugt an Strümpfen oder im Hundefell hängen.

Durch die zahlreichen Widerhaken ist die Klette auch zu ihrem Namen gekommen. Der wissenschaftliche Name Arctium leitet sich vom griechischen Wort arctos ab, was wiederum „rau“ bedeutet.

Der Name Bardane beschreibt die unteren großen Blätter, wobei Barda aus dem italienischem stammt und so viel wie „ Pferdedecke“ heißt. Das Öl der Pflanze ist überwiegend in Präparaten gegen rheumatische Beschwerden zu finden. Zudem wird die Pflanze zur Blutreinigung genutzt und soll außerdem bei Hautproblemen wie beispielsweise Akne, Psoriasis und Ekzemen hilfreich sein.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verwendet vor allen Dingen die Kletten Samen. Diese werden nicht nur gegen Erkältungskrankheiten, sondern auch gegen Husten, Masern, Röteln, Mumps und auch bei Entzündungen im Rachenraum als hilfreich angesehen.

Für Heilzwecke dienen Blätter, Samen und Wurzeln. Aus allen drei Bestandteilen kann ein Tee zur inneren Anwendung, ein Aufguss für Umschläge, Waschungen oder Spülungen selber hergestellt werden.

Nicht nur für Heilzwecke

Die Klette ist nicht nur für Heilzwecke nützlich, was viele nicht wissen, sie schmeckt auch gut. Allerdings macht es etwas Mühe sie zuzubereiten, denn an das delikate Kletten Mark kommt der Nutzer nur durch gründliches Schälen heran.

Die Pflanze muss vor dem Blühen bearbeitet und die Rinde unbedingt entfernt werden, diese ist sehr bitter. Alternativ kann etwas Speisenatron ins Wasser gegeben werden, was die Bitterkeit nimmt. Besonders die Wurzel stellt sich als schmackhaft heraus und ist, wie schon erwähnt, mit der Schwarzwurzel gleichzustellen.

Bereits seit dem Altertum wird die Klette für medizinische Zwecke genutzt. Aus den zerquetschten Blättern wurden keimtötende Wundauflagen hergestellt. Das Öl erweist sich als Haut- und Haarfreundlich und bekämpft zudem Akne, Flechten oder Neurodermatitis.