Bärentraube

Die Bärentraube ist ein niedrig wachsender, kriechender Strauch. Die immergrünen, dickledrigen Blätter sind ganzrandig und glänzen an der Oberseite dunkelgrün und besitzen eine sichtbare, netzartige Nervatur an der Blattunterseite. Die kleinen krugförmigen, rötlich-weißen Blüten stehen in traubenartigen Blütenständen. Die Früchte sind beerenartig und von scharlachroter Farbe. Die Pflanze steht in Deutschland unter Artenschutz. Verwechslungen können mit anderen Vertretern der Heidekrautgewächse, wie z.B. Preisel-, Rausch- oder Heidelbeere, Buchs oder Wintergrün auftreten. Medizinisch verwendet werden die Blätter.

Steckbrief: Echte Bärentraube

Pflanze:Arctostaphylos uva-ursi (L.) Sprengel
Familie:Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Herkunft:Die Bärentraube ist von der Iberischen Halbinsel über ganz Mitteleuropa bis hin zu Skandinavien zu finden. Auch in Sibirien, Altai, Himalaja und in Nordamerika wächst der Strauch. Importiert wird die Droge ausschließlich aus Wildbeständen in Spanien und Italien.
Synonyme:Wilder Buchs, Mehlbeere, Moosbeere, Sandbeere, Steinbeere, Wilder Buchsbaum, Wolfsbeere, Wolfstraube

Anwendung:

unkomplizierter Harnwegsinfekt – gilt als medizinisch nicht gesichert. Zubereitungen aus Bärentraubenblätter werden als sog. Harndesinfiziens bei leichten Infektionen der Blase und der ableitenden Harnwege angewandt. Die antibakterielle Wirkung wird dem Arbutin bzw. seinen Stoffwechselprodukten zugeschrieben, aus denen im Harn Hydrochinon abgespaltet wird. Die Hydrochinonbildung scheint durch scheint durch eine Alkalisierung des Harns gefördert zu werden. Daher wird empfohlen, durch eine vegetarische Ernährung oder durch die Einnahme von Natriumhydrogencarbonat, den pH-Wert des Urins ins Basische zu verschieben und die gleichzeitige Einnahme von harnansäuernden Substanzen, wie z.B. Vitamin C zu vermeiden. Obwohl der Gebrauch von Bärentraubenblättern weitverbreitet ist, existieren kaum Untersuchungen, die die Wirksamkeit belegen. Weiterhin enthalten Bärentraubenblätter Gerbstoffe, Flavonoide und Iridoidglykoside.

Die Blätter sollten möglichst einen hohen Gehalt an Arbutin aufweisen und gleichzeitig einen niedrigen Gehalt an freiem Hydrochinon besitzen. Daher wird empfohlen, die Blätter im Dezember oder Januar zu ernten und schnell zu trocknen.

Die Anwendung von arbutinhaltigen Arzneimitteln soll ohne ärztlichen Rat nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünf mal pro Jahr erfolgen! (s. Hinweise)

Da der hohe Gerbstoffgehalt der Droge zu Magen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen führen kann, wird die Zubereitung des Tees als Kaltmazerat empfohlen (s. Dosierung).

Dosierung:

Tee:
2,5 g (etwa ein Teelöffel) der fein zerschnittenen oder gepulverten Bärentraubenblätter werden mit ca. 150 ml kaltem Wasser angesetzt und 6 bis 12 Stunden unter gelegentlichem Umrühren stehen gelassen (Kaltmazerat). Durch die Zubereitung des Tees als Kaltmazerat wird der Gerbstoffgehalt, der zu Unverträglichkeiten führen kann, vermindert. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse des angewärmten Tees trinken.

Einzeldosis:
2,5 – 3g Droge 100 – 210 mg Hydrochinonderivate, berechnet als Arbutin

Tagesdosis:
10 bis 12 g Droge 400 – 800 mg Hydrochinonderivate, berechnet als Arbutin

Achtung: Spezielle Anwendungsbeschränkungen! (s. Hinweise)

Zubereitungen:

Eine Reihe von Fertigarzneimitteln zur Behandlung von Infektionen der ableitenden Harnwege enthalten Bärentraubenblätterextrakte oder Arbutin als Einzelsubstanz oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen.

Hinweise:

  • Keine Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit!
  • Keine Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren!
  • Nicht länger als eine Woche und öfter als 5 mal pro Jahr ohne ärztlichen Rat anwenden!
  • Eine Anwendung über längere Zeit und in höherer Dosierung kann insbesondere bei Kindern zu Leberschäden führen!
  • Nicht bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen anwenden!

Bei Blut im Harn, Fieber oder gleichzeitig auftretenden Rückenschmerzen bzw. wenn durch die Einnahme keine erhebliche Besserung der Beschwerden innerhalb von einigen Tagen auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Das aus Arbutin entstehende Hydrochinon besitzt in höherer Dosierung eine leberschädigende Wirkung und steht im Verdacht, mutagene (=erbgutverändernde) oder möglicherweise sogar kanzerogene (=krebserzeugende) Wirkungen zu haben. Daraus ergeben sich die Beschränkungen in der Anwendungsdauer und –häufigkeit sowie die Empfehlung, arbutinhaltige Arzneimittel nicht während Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern anzuwenden.

Bei magenempfindlichen Personen können Übelkeit und Erbrechen hervorgerufen werden. Dies wird auf den hohen Gerbstoffgehalt der Teezubereitung zurückgeführt. Daher sollte der Tee als Kaltmazerat (Tees mit kaltem Wasser.) zubereitet werden (s. Dosierung).

Die antibakterielle Wirksamkeit von Bärentraubenblätterzubereitungen ist möglicherweise nur gewährleistet, wenn der pH-Wert des Urins im alkalischen Bereich liegt. Daher sollte man nicht gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die eine Ansäuerung des Harns bewirken. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Bei der Behandlung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um eine gute Durchspülung der Harnwege zu erreichen.

Die Einnahme arbutinhaltiger Arzneimittel kann zu grünen bis blaugrünen Verfärbungen des Harns führen.