Bibernelle

Die ausdauernde, bis zu 1 m hoch wachsende Große Bibernelle besitzt einen kantig gefurchten, hohlen, oben verzweigten Stängel und weiße bis intensiv rosafarbene Blüten. Der Name Bibernelle oder Pimpinella wird z.T. auch für den als Salatgewürz verwendeten Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor) geführt, was zu Verwechslungen führen kann. Verwechselt werden kann die Pflanze auch mit der Kleinen Bibernelle (P. saxifraga), der vornehmlich aus Kulturen stammenden Fremden Bibernelle (P. peregrina), dem Pastinak (Pastinaca sativa) oder dem Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium). Medizinisch verwendet wird die Wurzel der Großen und Kleinen Bibernelle.

Steckbrief: Bibernelle

Pflanze:Pimpinella major (L.) Huds.
Familie:Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Herkunft:Die Bibernelle stammt aus Europa und Westasien. Haupteinfuhrland der Droge ist das ehemalige Jugoslawien.
Synonyme:Bibernell, Bockskraut, Bockswurz, Bockswurzel, Deutsche Theriakwurzel, Pfefferwurzel, Pimpernell, Pimpernellwurzel

Anwendung:

Die Wurzel der Bibernelle enthält ätherisches Öl, Polyacetylene, Pflanzensäuren und möglicherweise Saponine. Die phototoxisch wirkenden Furanocumarine sollen nur in Spuren vorkommen. Aufgrund des Gehaltes an ätherischem Öl und den jedoch noch nicht sicher nachgewiesenen Saponinen werden Zubereitungen aus der Bibernellwurzel zur unterstützenden Behandlung entzündlicher Erkrankungen der oberen Atemwege, wie Heiserkeit, Hals- oder Kehlkopfentzündung, Husten, angewandt. Volksmedizinisch üblich ist auch die Verwendung als harntreibendes Mittel.

Dosierung:

Tee:
1 Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Bibernellwurzel (etwa 3 g) werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Üblich ist auch, die zerkleinerte Wurzel mit kaltem Wasser anzusetzen und einmal kurz aufzukochen. 3 bis 4 mal täglich frisch bereiteten Tee mit Honig gesüßt trinken.

Zubereitungen:

Bibernellwurzel ist Bestandteil einiger Hustenmittel und Mundpflegemittel. In der Likörindustrie wird sie auch zur Aromatisierung von Magenbittern eingesetzt.

Hinweise:

Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden! Zur Beurteilung der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind keine ausreichenden Daten vorhanden.