Brunnenkresse

Die in fließenden Gewässern wachsende Brunnenkresse ist eine mehrjährige Staude mit kleinen, gelblich-weißen Blüten. Sie kann leicht mit dem bitteren Schaumkraut verwechselt werden, besitzt aber im Gegensatz zu diesem einen hohlen Stängel. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile. Brunnenkresse dient wegen ihres scharf-bitteren Geschmacks auch als Gewürz.

Steckbrief: Brunnenkresse

Pflanze:Nasturtium officinale R. Br.
Familie:Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Herkunft:Die Pflanze ist weltweit zuhause. Die Droge wird hauptsächlich aus dem ost- und südosteuropäischen Raum importiert.
Synonyme:Bachkresse, Grabenkresse, Grundkresse, Wasserkresse

Anwendung:

Das Kraut der Brunnenkresse enthält Senfölglykoside aus denen die brennend scharf schmeckenden Senföle freigesetzt werden. Die frische Pflanze ist reich an Vitamin C und enthält auch andere Vitamine und Mineralstoffe. Beliebt ist daher die Verwendung der frischen Pflanze als Salat bei sog. „Frühjahrskuren“ und als Gewürz für Suppen, Soßen, Salaten und Eintopfgerichten.

Medizinisch verwendet dient sie als Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie Husten oder Bronchitis, volksmedizinisch zur Steigerung des Appetits und bei Verdauungsbeschwerden.

In der Kosmetikindustrie werden Extrakte aus der Brunnenkresse in Cremes zum Bleichen von Hautflecken eingesetzt.

Da über die frische Pflanze Parasiten übertragen werden kann, ist unbedingt auf die Herkunft und mehrfaches, gründliches Waschen zu achten ( s. Hinweise).

Dosierung:

Tee:
1 bis 2 Teelöffel (etwa 2 g) getrocknetes Brunnenkressekraut wird mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen, zugedeckt und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht. Bei Appetitlosigkeit 2 bis 3 mal täglich eine Tasse eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken.

Frischpflanze:
Als Salat oder zum Würzen 20 bis 30 g frisches Kraut pro Tag.
Frischpflanzenpresssaft:
60 bis 150 g pro Tag

Zubereitungen:

Brunnenkresse ist als Frischpflanzenpresssaft erhältlich. Extrakte sind Bestandteil einiger kosmetischen Präparate zur Haut- und Haarpflege.

Hinweise:

Nicht anwenden bei Kindern unter 4 Jahren!

Wegen der schleimhautreizenden Wirkung nicht bei Magen- oder Darmgeschwüren oder entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege oder Nieren!

Nicht über längere Zeit oder in höheren Dosen anwenden!

Da über die frische Pflanze die Eier des weltweit verbreiteten Großen Leberegels übertragen werden können, muss auf eine hygienische Zubereitung, d.h. mehrmaliges gründliches Waschen, geachtet werden!
In seltenen Fällen können durch die Brunnenkresse Allergien oder Magen-Darmbeschwerden ausgelöst werden.

Wechselwirkungen:
Aufgrund des Vitamin K-Gehalts kann eine Herabsetzung der Wirkung bestimmter blutgerinnungshemmender Mittel (z.B. Marcumar) nicht ausgeschlossen werden.