Erdrauch

Der Name Erdrauch soll darauf zurückzuführen sein, dass die wie angeräuchert erscheinenden graugrünen Blätter aus der Ferne wie Rauch erscheinen. Die 10 bis 50 cm hoch wachsende Pflanze ist in Europa und Asien verbreitet und wächst auf Ödland oder an Wegrändern. Die in dichten Trauben sitzenden Blüten sind purpurrot bis rosa, an der Spitze und innen dunkelrot bis schwarz gefärbt. Die kleinen Früchte erscheinen schon während der Blütezeit im Sommer.

Medizinisch verwendet werden die während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile.

Steckbrief: Gewöhnlicher Erdrauch

Pflanze:Fumaria officinalis L.
Familie:Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
HerkunftDer Erdrauch ist in Europa und Asien beheimatet. Eingeführt wird die Droge aus Osteuropa.
Synonyme:Ackerraute, Erdgalle, Erdraute, Grindkraut, Kratzheil, Taubenkerbel, Taubenkropp, Traubenkerbel

Anwendung:

Das Erdrauchkraut enthält Isochinolinalkaloide, darunter das Protopin als wirkstoffbestimmenden Anteil. Weiterhin Pflanzensäuren, z.B. die Fumarsäure und Flavonolglykoside.

Den Alkaloiden wird eine leicht spasmolytische Wirkung auf die Gallenwege und am oberen Verdauungstrakt zugeschrieben und Zubereitungen aus dem Erdrauchkraut werden daher bei krampfartigen Beschwerden der Gallenwege, -blase, des Verdauungstraktes und bei Verstopfung verwendet.

Für die in der Volksmedizin genannte Wirksamkeit bei Hauterkrankungen gibt es keine Belege, so dass diese Verwendung nicht empfohlen werden kann.

Dosierung:

Tee:
1 bis 2 Teelöffel (2 bis 4 g) Erdrauchkraut werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Den noch warmen Tee eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken.

Mittlere Tagesdosis:
6g

Zubereitungen:

Erdrauchkraut ist Bestandteil einiger Fertigarzneimittel aus der Gruppe der Gallenwegstherapeutika.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden, da hierzu ungenügend Informationen über die Sicherheit vorliegen!

Nicht in höheren Dosen oder über längere Zeit anwenden! Die Aufnahme größerer Mengen an Alkaloiden kann zu Vergiftungserscheinungen führen.