Flohsamen

Flohsamenschalen galten lange Zeit, als Abführmittel schlechthin. Die Samenschale ist quellfähig und kann sich bis zum Zehnfachen der ursprünglichen Größe ausdehnen. Oral, mit Wasser verzehrt, bindet die Substanz Schadstoffe im Darm und leert somit dessen Inhalt. Flohsamen kann jedoch noch viel mehr, denn er erzeugt ein schnelles Sättigungsgefühl und ist daher auch zur Gewichtsreduktion zu empfehlen.

Zudem wirken Flohsamen stuhlregulierend und können so bei Durchfallerkrankungen für Linderung sorgen. Andersherum hilft der Samen auch bei Verstopfung, denn er bindet Flüssigkeit und die Stuhlfrequenz wird verringert.

Steckbrief: Flohsamen

Pflanze:Plantago afra L. syn. P. psyllium L.
Familie:Wegerich Gewächs (Plantaginaceae)
Herkunft:Mittelmeerraum, Westasien. Kultiviert in Kuba, Indien, Israel, Japan, Pakistan, Spanien, Südbrasilien, Russland
Synonyme:Flohkraut, Heusamen, Sandwegerich, Psyllium, Strauchwegerich

 Flohkraut ist ein einjähriges, aufrecht wachsendes, niedriges Kraut mit schmalen, länglichen Blättern. In den oberen Blattachseln stehen die Blütenzweige und bilden, als Blütenstand eine Ähre. Die 2 bis 3 mm langen, dunkelbraunen Samen befinden sich in einer zweikammerigen Fruchtkapsel. Medizinische Verwendung finden die Samen vom Flohkraut oder Sandwegerich (P. indica syn. P. arenaria). In Fertigpräparaten werden überwiegend indische Flohsamenschalen, die vom blonden Psyllium (P. ovata) stammen, genutzt.

Flohsamen können auf vielseitige Weise helfen. Insbesondere bei Magen- Darm- Problemen, sollten nicht gleich chemische Produkte zum Einsatz kommen, sondern Flohsamen. Präventiv sind Flohsamen, einmal im Monat eingenommen, ein gutes Mittel um derartige Erkrankungen im Keim zu ersticken.

Flohsamen reinigt und schützt Darmflora

Flohsamen bestehen in erster Linie aus natürlichen und unverdaulichen Kohlehydraten. Die Ballaststoffe weisen keine Kalorien auf und sind gemeinsam mit dem Pflanzenschleim die wichtigsten Inhaltstoffe der Flohsamen.

Wichtig ist es für Anwender, den Flohsamen mit sehr viel Wasser oder wahlweise Fencheltee einzunehmen. Flohsamen werden bereits seit Jahrhunderten als pflanzliches Heilmittel genutzt. Schon Hildegard von Bingen wusste um ihre Heilkraft und beschrieb die Wirkung ausführlich in ihrem Naturkundebuch.

Hinweis:
Der schwarze Flohsamen besitzt entgegen des Gelben eine etwas höhere Quellkraft. Ebenso bildet Leinsamen eine Schleimschicht, die beim Transport gute und lebenswichtige Stoffe, wie zum Beispiel, Kalziumsalze und Vitamine entfernt. Flohsamen hingegen lösen vollkommen neutral und mild eventuelle krankheitserregende Stoffe auf.

Flohsamen verfügen über einen dualen Wirkmechanismus, sodass sie einerseits gegen Durchfall und andererseits gegen Verstopfung wirken. Flohsamenschalen sind in der Lage, viel Wasser zu binden. Im Dickdarm kommt es dann zu einer Quellung der Samen und einer sehr großen Zunahme des Volumens. Durch diese erhöhte Füllung können in der Darmwand Reflexe ausgelöst werden, womit der Darm in Bewegung kommt und eine Darmentleerung fördert.

Bei Durchfall kommt es ebenfalls zu einer Quellung der Samen, hierbei wird jedoch Flüssigkeit gebunden. Das Ergebnis: die Konsistenz des Stuhls wird merklich dicker. Gleichzeitig sorgen die beinhalteten Schleimstoffe dafür, dass Bakteriengifte gebunden werden und die Schleimhaut so vor weiteren Schädigungen geschützt wird.

Wichtiger Hinweis:
In sehr seltenen Fällen, kann es bei der Einnahme von Flohsamen, besonders bei einer flüssigen Zubereitung oder der pulverisierten Droge, zu einer allergischen Reaktion kommen. Ein Anwender kann dadurch bedingt Blähungen, Krämpfe oder ein Druckgefühl empfinden. Das geschieht lediglich über einen kurzen Zeitraum und verschwindet dann ganz.

Da es eventuell durch den Flohsamenschleim zu einer verminderten Aufnahme von anderen Medikamenten ins Blut kommen kann, empfehlen Experten, dass ein Abstand von mindestens einer Stunde zwischen Aufnahme von Flohsamen und Arzneimitteln liegen sollte. Bei Diabetikern kann eventuell eine Reduzierung der Insulindosis notwendig sein, da Flohsamen die Aufnahme von Zucker aus dem Darm ins Blut reduzieren.

Flohsamen für die Gesundheit

Der Flohsamen ist eine bekannte Heilpflanze und gehört der Familie der Wegeriche an. In der Pflege werden in der Regel, in Absprache mit dem behandelnden Arzt, die Samenschalen der Stammpflanze (Plantago afra und Plantago indica) genutzt. Die Droge ist in der Apotheke ohne Rezept zu bekommen.

Flohsamenschalen gehören zur Gruppe der Quellmittel, das sind nicht resorbierbare Substanzen, die im Darm schnell aufquellen, ihn dehnen und reflektorisch die Darmperistaltik anregen.

Nähr- und Brennwerte pro 100 Gramm:

Brennwert:90 kJ/ 21 Kcal
Ballaststoffe:83,69 Gramm
Eiweiß:2,38 Gramm
Kohlenhydrate:1,73 Gramm
Fette:0,55 Gramm, BE 0,14

Indikation zur Stuhl bzw. Darmregulierung:

  • Obstipation
  • Diarrhoe
  • Flatulenz

Flohsamenschalen werden außerdem bei Reizdarmsyndrom, sowie bei Erkrankungen, die einen weichen Stuhl erforderlich machen, eingesetzt.

Flohsamen enthalten, wie auch das Blonde Psyllium (P. ovata) besonders in der Samenschale reichlich Schleimstoffe, die im Zusammenhang mit Wasser stark aufquellen und eine unverdauliche, gelartige Masse bilden.

Durch die Volumenzunahme wird die Darmtätigkeit angeregt und der Darminhalt geschmeidig gemacht. Die Wirkung tritt nach etwa 12 bis 24 Stunden ein, der maximale Effekt wird erst nach einer Einnahme von 2 bis 3 Tagen erreicht. Zubereitungen aus Flohsamen werden daher bei Verstopfung (habituelle Obstipation) oder Erkrankungen, bei denen ein weicher Stuhl erwünscht ist, wie beispielweise bei Hämorrhoiden, Analfissuren oder nach einer Operation eingesetzt.

Bei wässrigem Durchfall kann sich die Einnahme von Flohsamen die Stuhlkonsistenz verbessern.

Ferner kann eine Behandlung während der Remissionsphase entzündlicher Darmerkrankungen den Krankheitsverlauf stabilisieren. Im Gegensatz zum Indischen Flohsamen (Plantago ovata) enthält der Flohsamen keinerlei Stärke. Plantago ovata und Plantago afra enthalten im Gegensatz zu Plantago indica das Iridoidglykosid Aucubin, dem eine leberschützende Wirkung nachgesagt wird.

Die Gabe von Flohsamen bewirkt neben einer schwachen Cholesterin senkenden Wirkung auch eine langsamere Aufnahme von Zucker, was für Diabetiker von Bedeutung sein kann. Da die im Flohsamen enthaltenen Fette leicht ranzig werden, sollte zerkleinerter Flohsamen im Höchstfall nicht länger als 24 Stunden aufbewahrt werden.

Wohltat für den Darm

Ob es sich um getrocknete ganze Flohsamen oder um Flohsamenschalen handelt, beide haben die Fähigkeit, durch Zugabe von viel Flüssigkeit, gut aufzuquellen. Dadurch bedingt sind Flohsamen nicht nur ein ausgezeichneter Ballaststoff, sondern auch zur Regulierung einer gestörten Verdauung bestens zu empfehlen.

Flohsamen enthalten:

fettes Öl
Hemizellulose
Proteine
Iridoidglykoside (Aucubin)

Flohsamen wirken weiterhin:

  • entzündungshemmend
  • reizlindernd
  • fettsenkend (5 bis 15 % Gallensäure und Cholesterin sind gebunden an die Schleimstoffe und werden mit dem Stuhl ausgeschieden, was sie automatisch aus dem Darm- Leber- Kreislauf entfernt)
  • schwach blutzuckerspiegelsenkend

Wichtiger Hinweis:

Flohsamen in jeglicher Form dürfen auf keinen Fall genutzt werden bei:

  • Stenosen der Speiseröhre und des Magen- Darm- Trakts
  • bei schwer einstellbarer Diabetes mellitus
  • Therapie mit Cumarinen oder Herzglykosiden

Gewicht reduzieren mit Flohsamen

Wer Flohsamen hört, denkt automatisch an fiese kleine Tierchen, die juckende Bisse hinterlassen. Nicht zu Unrecht bekamen Flohsamen den Namen, denn sie erinnern im Aussehen stark an die Insekten. Flohsamen sind zwei bis drei Millimeter lang und haben eine dunkelbraun glänzende Farbe. Aber lediglich das Aussehen erinnert an Flöhe.

Flohsamen sind für eine Diät geradezu prädestiniert, denn sie quellen im Magen auf und der Körper vermittelt ein Sättigungsgefühl. Der positive Effekt: es wird weniger gegessen. Flohsamen lassen sich ohne große Umstände in den täglichen Speiseplan integrieren, sie müssen einfach nur übers Essen gestreut oder eingerührt werden. Ein bis zwei Teelöffel sind hierbei ausreichend.

Die Samen können aber auch mit einem Glas Wasser, in welchen sie gerührt wurden, zugeführt werden. Eine halbe Stunde vor dem Essen trinken und der Flohsamen ist im Magen sowie aufgequollen, dass sich ein Sättigungsgefühl bereits eingestellt hat.

Der Zeitraum der Einnahme hängt von dem Faktor ab, wie gut die Samen verträglich sind. Die empfohlene Tagesdosis liegt zwischen 10 bis 40 Gramm. Wer sich nur für die Schalen entscheidet, kommt leicht mit 4 bis 20 Gramm aus. Welche Menge die Richtige ist, kann der Anwender im Vorfeld, mit seinem Arzt besprechen.

Dosierung und Zubereitungen:

Bei Obstipation:
1 bis 10 Gramm Flohsamen (bei indischen Flohsamen bzw. Schalen entsprechen weniger) lässt man in etwa 100 ml Wasser vorquellen und nimmt die Menge unter Nachtrinken von mindestens einem Glas Wasser (200 ml) bis zu dreimal täglich ein.

Bei anderen Indikationen:
Fertigarzneimittel entsprechend der Dosierungsanleitung anwenden.

In Deutschland sind vor allem Fertigarzneimittel mit dem Indischen Flohsamen (P. ovata) zur Behandlung von Verstopfung im Handel erhältlich, da diese ein stärkeres Quellvermögen aufweisen.

Hinweise:
Nicht anwenden bei Darmverschluss (Ileus), Verengung der Speiseröhre oder des Magen- Darm- Kanals, bei Schluckbeschwerden und bei akuten Entzündungen der Speiseröhre, sowie des Magen und Darms!

Nicht im Liegen oder abends vor dem Schlafengehen einnehmen!

Treten nach der Einnahme Brustschmerzen, Erbrechen oder Beschwerden beim Schlucken oder Atmen auf, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen!

Die Einnahme mit zu geringen Flüssigkeitsmengen kann zu Erstickungsanfällen führen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder Kräutertees (mindestens 2 Liter pro Tag) achten: Bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr kann es ansonsten zum Darmverschluss kommen. Aus diesem Grund sollte auch gleich nach der Einnahme ein weiteres Glas Wasser getrunken werden (s. Dosierung).

Zu Beginn der Einnahme kann es zu einem Völlegefühl oder Blähungen kommen, die in der Regel schnell wieder abklingen.

Bei anhaltender Verstopfung, Stuhlunregelmässigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen- Darm- Bereich ist eine Abklärung der Ursache durch einen Arzt unumgänglich.

Diabetiker dürfen Flohsamen nur unter engmaschiger Kontrolle des Blutzuckerspiegels einnehmen, da sich durch die verzögerte Aufnahme von Kohlehydraten ein veränderter Insulinspiegel ergeben könnte.

Wechselwirkungen:
Wie alle schleimstoff- oder quellstoffhaltigen Arznei- oder Nahrungsmittel, kann die Aufnahme anderer Arzneimittel, Vitamine oder Mineralstoffe vermindert werden. Der Anwender sollte Arzneimittel mindestens eine Stunde vor dem Verzehr von Flohsamen einnehmen.

Eine Abschwächung der Wirkung von Schilddrüsenhormonen kann auch bei zeitlich versetzter Einnahme nicht ausgeschlossen werden. Flohsamen sollten nicht eingenommen werden, wenn andere Arzneimittel verabreicht werden, die die Darmtätigkeit hemmen (z.B. Mittel gegen Durchfall, wie beispielsweise Imodium oder zentralwirksame Analgetika (Opioide) im Rahmen einer Schmerztherapie.

Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker! Flohsamen enthalten schwarze Pigmente, die möglicherweise bei längerer Anwendungsdauer in den Nieren abgelagert werden könnten. Daher sollten Flohsamen entweder unzerkleinert oder als Heißwasserextrakt gegeben werden.

Wissenswertes über Flohsamen

Flohsamen sind Gluten frei, besonders gut verträglich und mild. Da der Geschmack sich als vollkommen neutral herausstellt, können sie mit jedem beliebigen Nahrungsmittel kombiniert werden. Ob im Müsli, Joghurt, Quark oder unter eine warme Mahlzeit gerührt, Flohsamen erfüllen immer ihren eigentlichen Zweck.

Für die optimale Wirkung allerdings ist es notwendig, die Dosierung der entsprechenden Erkrankung anzupassen. Es bleibt dem Anwender in praktisch allen Fällen selber überlassen, ob er zu Flohsamen oder Flohsamenschalen greift.

Die Dosierung: 1 Teelöffel Flohsamenschalen entspricht ½ Teelöffel Flohsamenschalen bzw. 1 Teelöffel Flohsamenschalen entsprechen 2 Teelöffeln Flohsamen.

Folgende Dosierungen gelten bei den einzelnen Beschwerden:

Reizdarmsyndrom:

Ungefähr jeder 5. Einwohner in Deutschland leidet an dem Reizdarmsyndrom. Dieser geht mit Blähungen, Völlegefühl oder schneidenden Schmerzen einher. Flohsamenschalen verfügen über die Fähigkeit, den Darm zu sanieren. Die Dosierempfehlung lautet hier: einen Teelöffel Flohsamen mit einem Viertelliter Flüssigkeit zuführen. Diese Mischung 1 bis 2 Mal täglich verzehren, idealerweise immer gefolgt von einem Viertelliter Wasser. Ab dem dritten Tag kann die Einnahme auf täglich 3 Mal erhöht werden.

Durchfall:

Flohsamen sorgt für eine regulierende Wirkung, sodass Durchfall Erkrankungen sanft und ohne Nebenwirkungen behandelt werden können. Die Dosierung hierbei: pro Tag 3 Teelöffel in einem Viertelliter Flüssigkeit einrühren. Nach dem Konsum rund einen halben Liter Wasser trinken, damit die Quellfähigkeit der Flohsamen erhöht wird.

Verstopfung:

Indischer Flohsamen ist ballaststoffreich und besitzt ein großes Quellvermögen. Die Darmtätigkeit wird auf natürliche Weise reguliert. Aus diesem Grund eignen sich Flohsamen bei Verstopfung, als auch bei Durchfallerkrankungen außergewöhnlich gut.

3 Mal täglich einen Teelöffel Flohsamen in einen Viertelliter Flüssigkeit einrühren. Nach dem Verzehr sollte noch ein halber Liter Wasser folgen, um die Quellfähigkeit zu erhöhen und damit zu optimieren. Eine zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme stellt sich besonders bei Verstopfung als sehr wichtig heraus. Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist es möglich, dass Krankheitsbild noch zu verstärken.

Hämorrhoiden und Analfissuren

Beide haben einen gemeinsamen Faktor, sie entstehen in der Regel durch einen zu harten Stuhl. Um die Konsistenz möglichst weich zu halten, bedarf es einer gesunden Ernährung und einer regelmäßigen Bewegung. Zudem sollte ausreichend getrunken werden und bei der Ernährung genügend Ballaststoffe bedenken.

Am beliebtesten gestaltet sich die Einnahme von Flohsamen in Getränken, im Joghurt oder im Müsli, auch in Suppen sind sie möglich. Empfohlen wird, 3 Mal täglich einen Teelöffel Flohsamen in einen Viertelliter Flüssigkeit einzurühren.

Diabetes

Auch bei einer leichten Diabetes können Flohsamen regulierend und unterstützend wirken. Die Anwendung der ballaststoffreichen Flohsamenschalen sorgt dafür, dass der Zucker aus der Nahrung nur langsam aufgenommen wird und daher verzögert in das Blutsystem gelangt.

Folge hiervon ist: der Blutzuckerspiegel wird gesenkt und die Bauchspeicheldrüse entlastet. Dosierung ist: 4 Mal täglich einen Teelöffel Flohsamen in einen Viertelliter Flüssigkeit einrühren und über den Tag verteilt zu sich nehmen.

Wichtig, die Tagesdosis sollte nicht überschritten werden. Eine Senkung des Blutzuckerspiegels könnte nach sich ziehen, dass die Medikation entsprechend angepasst werden muss.

Flohsamen helfen zudem bei erhöhtem Cholesterin, beim Abnehmen und auch bei der Regulierung des Säure- Basen- Haushaltes. Indische Flohsamen gelten als Mittel, um unterschiedliche Erkrankungen sanft zu regulieren. Besonders bei Problemen im Darmbereich hat sich die Anwendung von Flohsamen schon seit Jahrzehnten ausgezahlt.