Ginseng

Der Ginseng ist eine bis zu 80 cm hoch wachsende Pflanze mit kahlem Stängel und langgestielten, fünfzählig gefingerten Blätter, die quirlig angeordnet sind. Die kleinen, weißlichgrünlichen Blüten stehen in Dolden und bilden scharlachrote, glänzende Steinfrüchte. Die Wurzel erinnert an eine menschliche Gestalt. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Wurzeln der 4 bis 7 Jahre alten Pflanzen. Je nach Bearbeitung unterscheidet man zwei Sorten, der weiße Ginseng wird geschält, gebleicht und dann getrocknet. Beim roten Ginseng wird die frisch geerntete Wurzel mit Wasserdampf behandelt und anschließend getrocknet. Nach Herkunftsland werden die Sorten eingeteilt in Chinesischer (aus Wildvorkommen oder Kulturanbau), Koreanischer oder Japanischer Ginseng, wobei dem koreanischen die größte Bedeutung zukommt. Unter Sibirischen Ginseng versteht man die Wurzel einer anderen Pflanze, der Taigawurzel, der amerikanische Ginseng stammt von der Pflanze Panax quinquefolius.

Steckbrief: Ginseng

Pflanze:Panax ginseng C.A. Meyer
Familie:Efeugewächse (Araliaceae)
Herkunft:Die Heimat des Ginseng sind die Gebirgswälder Ostasiens. Fast überwiegend wird die Droge aus Korea importiert.
Synonyme:Allheilkraut, Gilgen, Kraftwurz, Samwurzel

Anwendung:

Der Ginseng wird schon seit Jahrtausenden in der chinesischen Medizin als adaptogenes Mittel, d.h. durch die Anwendung soll die Anpassungsfähigkeit und Abwehrkräfte des Organismus verbessert sowie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gesteigert werden s. (Eleutherococcus). Durch Ginseng kann allerdings nicht die sportliche Leistungsfähigkeit Gesunder verbessert werden!

Für die Wirkung verantwortlich sind die Ginsenoside, ein Gemisch aus verschiedenen Triterpensaponinen. Die Zusammensetzung und Gehalt variieren mit Anbaugebiet, Alter der Pflanze und Art der Behandlung, so dass sich Präparate ohne genaue Angabe der verwendeten Qualität sich praktisch nicht vergleichen lassen. Weiterhin werden blutzuckersenkende und blutgerinnungshemmende Wirkungen beschrieben (s. Hinweise).

Die Anwendung zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung, bei nachlassender Konzentrations- und Leistungsfähigkeit oder in der Rekonvaleszenz sollte kurmässig, d.h. über einen längeren Zeitraum jedoch nicht länger als 3 Monate erfolgen.

Dosierung:

Tee:
Empfehlenswert ist die Verwendung standardisierter Fertigpräparate.

Zubereitungen:

Es sind eine Reihe von Fertigarzneimitteln erhältlich, die Extrakte aus Panax ginseng enthalten, häufig in Kombination mit Vitaminen und Mineralstoffen. Ginseng wird auch kosmetischen Präparaten oder Lebensmitteln zugesetzt.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!

Nicht bei Kindern oder Jugendlichen anwenden!

Nicht länger als 3 Monate anwenden!

Personen mit chronischen Grunderkrankungen, z.B. Diabetes, Bluthockdruck, oder die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Ginsengpräparate nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen. Ginseng sollte min. eine Woche vor Operationen abgesetzt.

Die Einnahme von Ginseng kann zu Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, vaginalen Blutungen oder Bluthochdruck führen. Diese Beschwerden sind selten und treten meist nach hoher Dosierung oder einer langen Behandlungsdauer auf. Da nicht auszuschließen ist, dass Ginseng mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen verursacht, sollte vor der Einnahme ein Arzt zu Rate gezogen werden sofern Sie noch andere Arzneimittel einnehmen müssen.