Kardamon

Bei Kardamom handelt es sich um ein Gewürz, welches über eine leichte Note von Eukalyptus verfügt. Zur Anwendung kommt es hauptsächlich in der indischen und asiatischen Küche, wodurch diverse Speisen ihren außergewöhnlichen Geschmack bekommen. In Deutschland ist Kardamom gerade in der Weihnachtszeit beliebt, hier wird es zum Würzen von Süßspeisen, Weihnachtsgebäck und Glühwein eingesetzt.

Geschichte von Kardamom

Die Ursprünge des Kardamoms sind in Südindien und Sri Lanka zu finden, wo er noch heute wild wächst. Heute wird das Gewürz in der Hauptsache in asiatischen Ländern wie Tansania, Madagaskar und Guatemala kultiviert. Bekannt war Kardamom allerdings schon bei den alten Griechen und Römern, die ihn als Heil- und Gewürzpflanze schätzen.

Die Kardamompflanze ist eine ausdauernde Staude mit einem stark bewurzelten Rhizom. Die 2 bis 3 Meter hohen Stängel sind im Grunde durch ineinandersteckende Blätter zusammengesetzt. Der Blütenstiel treibt seitlich aus dem unteren Stängel aus. Die Samen befinden sich in einer dreifächerigen, eiförmig bis länglichen Kapsel.

Zur medizinischen Verwendung kommen die Samen und das daraus gewonnene Öl. In den Handel kommen meistens die ganzen Früchte (grün oder gebleicht), als Madagaskar- Kardamomen, da die Kapsel für die Samen eine Art Schutzfunktion übernimmt. Zudem lässt sich die Droge auch von den minderwertigen Sorten, wie dem Ceylon- Kardamom (E. major) und den Früchten anderer Ingwergewächse, wie Amomum- oder Aframomum- Arten unterscheiden.

Steckbrief: Kardamom

Pflanze:Elettaria cardamomum (L.) Maton
Familie:Ingwergewächs (Zingiberaceae)
Herkunft:Die Ursprünge liegen in Sri Lanka und Südindien. Angebaut wird die Pflanze in tropischen Regionen wie Asien und Guatemala
Synonyme:Cardamompflanze, Kardamompflanze, Malabar, Cardamom, Malabarcardamom

Charakteristika:
Je nach Unterart kann die mehrjährige Staude 3 bis 5 Meter hoch werden. Die grünlich- weißen Blüten sitzen rispenartig an kriechenden, teils über 1 Meter langen Stielen. Aus ihnen entwickeln sich Kapseln, die erst beim Trocknen das typische Aroma entwickeln. An der Sonne getrocknete und zu früh oder zu spät geerntete Kapseln verfügen über eine bleiche, hellgrüne bis weiße oder rötliche Farbe und weniger Aroma.

Für den Anbau bevorzugt Kardamom ein tropisches Klima und feucht- warme Witterungsbedingungen. Der beste Standort ist am Rand von Wäldern im Halbschatten.

Verwendung:

Als Gewürz für pikante Speisen oder Süßes wird die ganze Kapsel verwendet. In der Regel jedoch die ausgelösten, oft gemahlenen Samen. Verwender sollten die Kapsel im Mörser leicht anstoßen und sie im Ganzen mitkochen, beispielsweise im Reis. Alternativ können die Kapseln aufgebrochen werden, die Samen geröstet und gemahlen.

Kardamom ist Bestandteil vieler Würzmischungen, unter anderem ist er zu finden im Currypulver oder im Garam Masala. Das Gewürz ist zudem zur Würzung von folgenden Lebensmitteln zu empfehlen:

  • Fleisch
  • Geflügel
  • Reis
  • Desserts
  • Obst

In Indien ist Kardamom beliebt, um einen Tee zu Aromatisieren, in arabischen Ländern ist er unverzichtbar, als Kaffeegewürz, dorthin wird er in größeren Mengen importiert. In Skandinavien ist das Gewürz außerordentlich beliebt und wird zum Aromatisieren von Likör, Wurst, Pasteten und Glühwein genutzt.

Kosmetische Verwendung:

Die wertvollen Inhaltsstoffe von Kardamom können bei äußerer Anwendung Hautirritationen beruhigen. Hierzu sollte der Anwender einen starken Tee aus den Blättern des Gewürzes aufbrühen. Diesen Aufguss allerdings nicht pur auf betroffene Hautstellen auftragen, sondern mit zum Beispiel Bockshornkleeblättern, Nelken, Zimt oder Minze vermischen.

Dieselbe Mischung kann auch als Spülung für die Haare dienen. Sie hat eine reinigende und verdunkelnde Wirkung. Zudem soll diese Tinktur einen besseren Haarwuchs fördern und das Haar allgemein stärken und sich gesund auf die Kopfhaut auswirken.

Anwendung:

Die Samen der Kardamompflanze enthalten ein terpenreiches ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung sich je nach Reifegrad, Sorte der kultivierten Art und Standort unterscheidet. Die Hauptbestandteile stellen meistens Terpinylacetat und Cineol dar. Das ätherische Öl wirkt wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze und steigernd auf Magensaft- und Gallensekretion. Kardamom wird daher zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen oder Völlegefühl eingesetzt.

Kardamom zählt zusammen mit Safran und Vanille zu den kostbarsten Gewürzen überhaupt. Zudem kann es nicht nur in der Küche zum Einsatz kommen, denn auch im Ayurvedischen und der alten chinesischen Medizin sind seine heilenden Kräfte über einen sehr langen Zeitraum bekannt. Hier sind die häufigsten Einsatzgebiete:

  • verdauungsfördernd
  • schleimlösend
  • entkrampfend
  • durchblutungsfördernd
  • antiviral
  • antibakteriell
  • antifugal
  • harntreibend

Zur Anwendung können zerstoßene Samen dienen, die auf fertige Speisen kommen. Dieses sollte jedoch erst kurz vor dem Essen erfolgen. Auch als Tee hilft das Gewürz dem menschlichen Körper. Äußerlich kann Kardamom als Bestandteil in Salben, Balsam und Badezusätzen genutzt werden.

Kardamom sollte, wie alle Gewürze, möglichst frisch zum Einsatz kommen. Aromen und Wirkstoffe verflüchtigen sich schneller im Pulver, als bei Kapseln. Ein weiteres Argument gegen die Verwendung von fertig gemahlenem Kardamom besteht in der Tatsache, dass die eher geschmacksneutralen Hülsen häufig mitgemahlen werden und das Ergebnis gestreckt wird. Allerdings enthalten die Hülsen ebenfalls eine gewisse Konzentration an Wirkstoffen, weshalb sie gern für heilende Anwendungen verwendet werden.

Einsatzgebiete:

Dem Bekanntheitsgrad hat das Gewürz wohl seinem einzigartigen Geschmack zu verdanken. Zudem wird ihm eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt, die vor allen Dingen dem grünen Kardamom zugeschrieben wird.

Empfohlen wird Kardamom unter anderem bei folgenden Erkrankungen:

  • Spannungskopfschmerzen
  • depressiven Verstimmungen
  • Erkältungen und Grippe
  • Infektionen im Mund und Rachenraum
  • Mandelentzündung
  • Halsschmerzen
  • Mundgeruch
  • chronischer Bronchitis und Asthma
  • Menstruationsbeschwerden und Bauchkrämpfen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blähungen
  • Nierensteinen
  • Harninkontinenz
  • Blasenentzündung
  • Prostataproblemen
  • sexuellen Störungen, wie Impotenz und vorzeitiger Ejakulation

Die positiven Eigenschaften machen das Gewürz sofort einsatzfähig, zudem wirkt es von innen heraus, weshalb Produkte, wie zum Beispiel Tinkturen oder ätherisches Öl eher selten zu finden sind.

Es existieren zwei unterschiedliche Arten von Kardamom. Zum einen gibt es das schwarze Kardamom, der wegen seinem eher herben und rauchigen Geschmack für deftige und pikante Speisen zu nutzen ist. Zum anderen gibt es den grünen Kardamom, der ein würziges, süßliches und scharfes Aroma aufweist. Dieser eignet sich besonders für süße Backwaren, Soßen oder in Getränken.

Hinweis:
Kardamom enthält Alkaloide, die in höheren Konzentrationen Schleimhautreizungen nach sich ziehen können. Aus diesem Grund sollte der Anwender, nach einem Kontakt, gründlich die Hände waschen und zudem das Einatmen des Pulvers vermeiden.

Dosierung:

Kardamom wirkt auf die Verdauungstätigkeit, stärkt die Milz, schützt vor Blähungen und soll außerdem auch den Geist anregen. Aus westlicher Sicht hat das ätherische Öl im Kardamomsamen eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Pilze. Zudem steigert es die Magen- und Gallensaftsekretion.

Die therapeutische Dosierung beträgt in der Regel zwei Teelöffel im Mörser zerstoßene Samen.

Tee:
2 Teelöffel angestoßene Samen der Droge mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen, etwa 10 Minuten bedeckt ziehen lassen und abseihen. Noch warm zu den Mahlzeiten konsumieren. Die mittlere Tagesdosis beträgt 1,5 Gramm.

Tinktur:
Mehrmals täglich 40 Tropfen der Tinktur (1:10) in Wasser oder auf einem Stück Würfelzucker einnehmen.

Zubereitungen:

Kardamom ist Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Magen- Darmpräparate.

Inhaltsstoffe:

Vor allem in Indien wird Kardamom gern als Gewürz genutzt. Das ist kein Wunder, denn hier befindet sich auch die Heimat des Gewürzes. Auch in der indischen Medizin wird Kardamom bereits seit Jahrhunderten wegen seiner zahlreichen Inhaltsstoffe verwendet.

Inhaltsstoffe im Einzelnen:

Borneol
Cineol
Alpha- Terpineol
fettes Öl
ätherisches Öl
Kampfer
Linoalool
Linalylacetat

Durch diese Inhaltsstoffe wirkt das Gewürz in erster Linie stimulierend auf die Bildung von Magen- und Gallensaft und somit anregend, verdauungsfördernd und krampflösend.

Kardamom wirkt zudem wärmend, heißt: die Beimengung des Gewürzes erwärmt den Organismus, der Körper wird von innen gewärmt, weshalb das Gewürz gern in Nordeuropa genutzt wird.

Nebenwirkungen:

Im Allgemeinen gilt Kardamom als überaus gut verträglich, da es sich um ein Naturheilmittel handelt. Nebenwirkungen sind daher nicht bekannt. Bei Unverträglichkeit kann es allerdings selten zu allergischen Reaktionen kommen.

Ebenfalls sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht bekannt. Diejenigen allerdings, die an Gallensteinen leiden, sollten Vorsicht mit dem Gewürz walten lassen. Kardamomsamen können bei bereits vorhandenen Gallensteinen unter Umständen starke Koliken auslösen.

Vor einer Einnahme mit anderen regelmäßig genutzten Medikamenten, ist deshalb ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt hilfreich, denn Wechselwirkungen mit anderen starken Medikamenten und Naturheilkräutern sind nicht eindeutig belegt.

Hinweise:

  • Bei Gallensteinen nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen!
  • Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht in größeren Mengen konsumieren!
  • Die Sicherheit einer therapeutischen Anwendung ist nicht bekannt. Die Verwendung als Gewürz erscheint jedoch unbedenklich.

Wissenswertes über Kardamom

Die im Kardamom vorkommenden ätherischen Öle verantworten zum einen den unvergleichlichen Würzgeschmack, zum anderen haben sie nachweislich heilsame Effekte bei gesundheitlichen Problemen. Schon im alten Rom kurierten Personen, die an sogenannten Fressorgien teilnahmen, die davon herrührenden Folgen.

Kardamom beruhigt gestresste Mägen und fördert die Darmtätigkeit. Neben dieser Funktionsleistung für die Verdauung wirkt das Gewürz erleichternd bei Blähungen.

Das mit dem Ingwer eng verwandte Kardamom mindert Erkältungsbeschwerden. Personen, die Kardamom kauen, bekämpfen ihren Mundgeruch, dies gilt im Übrigen auch, nach Knoblauch- oder Alkoholgenuss.

Bereits im alten Ägypten soll Kardamom zur Reinigung der Zähne gedient haben. Der intensive Geruch der Samen sorgte darüber hinaus für einen frischen Atem. Aus diesem Grund ist das Gewürz dafür bekannt, eine bessere Mundhygiene herzustellen. Infektionen im Mund- und Rachenraum sollen beseitigt werden und bei Geschwüren soll er zur Linderung beitragen.

Überlieferungen aus der Antike besagen, dass im Mittelmeerraum Kardamom konsumiert wurde, um einen Blähbauch, Krämpfe und andere Verdauungsstörungen in den Griff zu bekommen. In der heutigen modernen Gesellschaft kommt das Gewürz immer noch zum Einsatz, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Kardamom nicht nur in der Weihnachtszeit

Für das Angro der Menschen gehört Kardamom insbesondere in die Weihnachts- und Vorweihnachtszeit. Jedes Jahr erneut verleiht das exotische Gewürz Plätzchen, Lebkuchen und Co. seinen saisonalen typischen Geschmack.

Allerdings sollte Kardamom nicht nur während dieser speziellen Zeit zum Einsatz kommen, denn es hat unterschiedliche beachtliche Eigenschaften, sodass Kardamom nicht nur an Weihnachten in jedes Gewürzregal gehört.

Als tolle Ergänzung zum Standardsortiment an Küchengewürzen ist es wichtig, dass Gewürz richtig zu lagern. Kommt Kardamom mit Licht und Luft in Berührung, verliert es ganz schnell die ätherischen Öle. Kardamomkapseln sind am besten luftdicht und dunkel in einem verschlossenen Behälter aufzubewahren, zudem sollte das Behältnis möglichst kühl lagern.

Es wird empfohlen, dass Verbraucher nur die Mengen kaufen, die zügig verbraucht werden können. Sinnvoll ist es daher, Kardamom lieber häufiger frisch nachzukaufen.