Kürbis

Der Kürbis ist eine einjährige, einhäusige (monöcische) Pflanze mit niederliegenden oder rankenden, 3 bis 8 m langem Stängel. Die großen, fünflappigen Laubblätter besitzen einen herzförmigen Grund und sind gestielt. Die glockenförmigem Blüten sind hell- bis goldgelb gefärbt. Die großen Früchte enthalten zahlreiche, abgeflachte Samen und stellen botanisch gesehen eine Beere dar.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze wird heute überall als Gemüse und Zierpflanze angebaut. Zierkürbisse sind aufgrund der im Fruchtfleisch in hoher Konzentration enthaltenen Bitterstoffe (Cucurbitacine) nicht zum Verzehr geeignet.

Das Fruchtfleisch wird in der Küche zu Suppen oder Kuchen verwendet oder süß-sauer eingelegt. Medizinisch verwendet werden die Samen vor allem von weichschaligen Ölkürbiskultivaren, z.B. C. pepo L. convar. Pepo NAUD., var. styriaca = Steirischer Ölkürbis).

Steckbrief: Kürbis, Gemüse-Kürbis, Zucchini

Pflanze:Cucurbita pepo L.
Familie:Pfeffergewächse (Piperaceae)
Herkunft:Der Kürbis ist in Amerika beheimatet. Mittlerweile wird der Kürbis auf der ganzen Welt kultiviert. Hauptimportländer sind Ungarn, Österreich und Mexiko.
Synonyme:Babenkern, Feldkürbis, Gartenkürbis, Jonaskern, Kürbsch, Kürwessan, Ölkürbis, Peponensamen, Plumperskern, Plutzersamen, Riesen-Kürbis

Anwendung:

Kürbissamen sind reich an fetten Ölen (Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure), Phytosterolen (beta-Sitosterol), Vitamin E, den Spurenelementen Selen, Mangan, Zink und Kupfer und Aminosäuren. Art und Menge der Inhaltsstoffe sind sortenabhängig.

Durch den Gehalt an beta-Sitosterol werden Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie, d.h. einer altersbedingten, gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse im Stadium I und II, gelindert. Dieser Effekt wird durch eine wassertreibende und entzündungshemmende Wirkung ergänzt. Von einer BPH sind rund die Hälfte aller Männer über 60 Jahren sind davon betroffen. Die Einnahme von Kürbissamen lindert die Beschwerden beim Wasserlassen. Die Größe der Prostata bleibt jedoch unbeeinflusst (s.Hinweis). Eine Kombination mit Brennesselwurzel und/oder Sabalfrüchten kann sinnvoll sein.

Obwohl wissenschaftlich nicht zweifelsfrei belegt, kann die Wirksamkeit von Kürbissamen bei Reizblase und prostatabedingten Störungen beim Wasserlassen als gesichert gelten.

Das Fruchtfleisch der essbaren Kürbisse ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen und eignet sich für Suppen, Kuchen, Brot und Chutneys.

Kürbissamen dienen auch zur Gewinnung von Speiseölen. Verwendet werden meist die weichschaligen Kerne der Ölkürbisse, woraus sich mittels Kaltpressung ein an ungesättigten Fettsäuren reiches, durch den Chlorophyllgehalt grün gefärbtes Öl erhalten lässt. Kürbiskernöle eigenen sich auch zur Herstellung von pflegenden Kosmetikprodukten.

Dosierung:

Kürbissamen:
1 bis 2 gehäufte Esslöffel geschälter und gemahlener oder zerkauter Samen werden mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Erfahrungsgemäß ist eine Anwendung über Wochen oder Monate notwendig.

Zubereitungen:

Entsprechend Gebrauchsinformationen der Arzneimittelhersteller.

Kürbissamen sind alleine oder in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten in vielen Fertigarzneimitteln zur Behandlung Reizblase oder in Prostatamitteln enthalten.

Hinweise:

Durch die Einnahme von Kürbissamen wird das Wachstum der Prostata nicht beeinflusst. Daher sollte regelmäßig ein Arzt zur Kontrolle aufgesucht werden.

Sehr selten ist eine Kreuzallergie zu Zucchini (C. pepo giromotiina) bekannt geworden.