Schlehdorn

Der Schlehdorn oder auch Schwarzdorn genannt, ist das früheste blühende Gehölz, welches bei uns wächst. Bereits ab Ende März können die Blüten bewundert werden. Der Schlehdorn fühlt sich am wohlsten in einem nährstoffreichen, wasserdurchlässigen und kalkhaltigen Boden und ist bestens für den heimischen Garten geeignet.

Die Schlehe ist als Heilpflanze von Nutzen, da die getrockneten Blüten diuretisch wirken und ein Tee daraus, gegen Erkältungs- und Atemwegserkrankungen hilfreich ist.

Der Schlehdorn (Prunus spinosa L.), ist ein sperriger Strauch von bis zu 3 Metern Höhe und kommt in Europa und in Teilen von Asien vor. Die weißen Blüten erscheinen im Frühjahr noch vor den Blättern. Die dunkelblauen kugeligen Früchte schmecken aufgrund des Gerbstoffgehaltes sehr herb und zusammenziehend. Zur medizinischen Verwendung kommen die Früchte und Blüten.

Steckbrief: Schlehdorn

Pflanze:Prunus spinosa L.
Familie:Rosengewächse (Rosaceae)
Herkunft:Der Schlehdorn ist in Europa, Vorderasien, Nordafrika und im Kaukasus beheimatet. Primär wird die Droge aus Ost- und Südosteuropa importiert.
Synonyme:Schwarzdorn, Eschendorn, Heckendorn, Schlehe, Haferpflaume, Deutsche Akazie

Anwendung:

Bei den Anwendungen zeigt sich der Schlehdorn als äußerst vielfältig. Nicht nur ein Tee aus den getrockneten Früchten kann bei Erkältungskrankheiten wahre Wunder bewirken, die frischen Blätter lassen sich zudem hervorragend als Kuchen- oder Bratgewürz nutzen.

Die Früchte sind bei folgenden Anwendungen hilfreich:

  • Verstopfung
  • Husten
  • Rheuma
  • Gicht
  • Herzschwäche
  • Nervenschmerzen im Kopfbereich
  • Schleimhautentzündungen im Mund
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • Ödeme
  • Blasenleiden

Die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt, sodass bei diesen Beschwerden auf andere Mittel zurückgegriffen werden sollte.

Schlehdorn Früchte:

Zubereitungen aus Schlehdorn Früchten eignen sich wegen des Gerbstoffgehaltes zur Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Aus Schlehenfrüchten werden auch alkoholische Getränke und Marmeladen hergestellt. Sie sollen die Magensaftproduktion anregen.

Innere Anwendung als Tee:

2 Teelöffel getrockneten Schlehdorn Früchte mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, danach mit leicht abgekühltem Wasser, dieses sollte eine Temperatur von 70 Grad nicht überschreiten. Für die Teezubereitung die frischen Blüten verdoppeln und wiederum 250 ml Wasser verwenden. Beide Varianten nach 10 bis 15 Minuten ziehen, durch ein Teesieb abseihen.

Der Aufguss aus den Blüten wirkt nicht nur leicht abführend, er ist zudem blutreinigend und unterstützt die Blasen- und Nierenfunktion. Ebenfalls kann der Tee bei Husten empfohlen werden.

Schlehenelixier:

2 Handvoll frische Schlehenfrüchte in ein Schraubglas geben und mit 2 Esslöffel Honig mischen. Den Ansatz mit etwa ¾ trockenen Weißwein auffüllen. Das Glas für rund 2 Wochen an einen hellen Platz deponieren und täglich vorsichtig schütteln. Der Honig löst sich nach kurzer Zeit auf. Den Ansatz abseihen und in ein dunkles Behältnis umfüllen, täglich ein Schnapsglas konsumieren. Das Elixier hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit und wirkt stärkend auf das menschliche Immunsystem.

Der durch Gärung gewonnene Schlehenwein wirkt blutreinigend, stärkt die Abwehrkräfte und ist hilfreich bei rheumatischen Beschwerden.

Inhaltsstoffe:

Die Blüten dürfen in den Monaten März und April gesammelt werden. Die Früchte allerdings sollten erst nach dem ersten Frost zwischen September und Dezember am Gehölz verbleiben. Die Früchte und Blüten weisen unterschiedliche Inhaltsstoffe auf.

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen unter anderem:

In den Blüten:

  • Flavonoide (Quercitrin, Rutin, Hyperosid)
  • Blausäureglykosiden
  • Kämpferglykoside
  • Cumarinderivate

In den Früchten:

  • Gerbstoffe
  • Zucker
  • Vitamin C
  • Fruchtsäuren
  • Anthocyane
  • fettes Öl
  • Apfelsäure
  • Glykoside
  • Bitterstoffe

Verwendung:

In der heimischen Küche können die Blüten, als auch die etwa kirschgroßen Früchte Verwendung finden. Die Blüten werden getrocknet und pur oder wahlweise mit anderen Kräutern zu einem Tee verarbeitet. Aber auch zur Aromatisierung von zum Beispiel einem Fruchtsalat sind sie zu empfehlen. Zudem können die Früchte zur Herstellung von Marmelade, von Gelees, einem Saft, Sirup oder Likör verwendet werden.

Der eher herbe Geschmack der Früchte mildert sich nach dem ersten Frost. Hilfreich ist auch eine Gefriertruhe um diesen Effekt zu bewirken. Die reifen Früchte dienen allerdings auch als Futter für zahlreiche Vogelarten, deshalb die Hecken nie ganz absammeln.

Wirkung:

Der Schlehdorn kann als Heilpflanze durch seine Wirkung auf diversen Gebieten zur Anwendung kommen. Die Heilwirkung ist:

  • schleimlösend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • abführend
  • adstringierend

Aufgrund der mannigfaltigen Wirkungsweise kann die Pflanze bei folgenden Beschwerden bestens eingesetzt werden:

  • Magenschwäche
  • Blasenleiden
  • Prostatavergrößerung
  • Hautunreinheiten
  • Hautausschlag
  • Wassersucht
  • Zahnfleischentzündungen
  • Nierensteinen
  • Menstruationsbeschwerden

Die Früchte der Schlehen weisen höhere Mengen an Vitamin C auf. Dadurch bedingt verfügt die Frucht nicht nur über antioxidative Eigenschaften, sondern nachweislich bekämpft sie freie Radikale, die die Ursachen von unterschiedlichen Beschwerden sein können.

Freie Radikale besitzen die Fähigkeit sich negativ auf den menschlichen Körper auszuwirken und den Organismus nachhaltig zu stören. Der Schlehdorn kann als natürliches Heilmittel, sowohl zur Behandlung, als auch zur Vorbeugung hilfreich sein.

Die Pflanze verfügt über entzündungshemmende, reinigende und adstringierende Wirkungen und ist in der Lage, Schäden an gesunden Zellen vorzubeugen und soll somit sogar das Krebsrisiko reduzieren. Neben der Wurzelrinde und den Blüten, finden auch die Früchte in der Naturheilkunde Verwendung.

Vorsicht:
Die Früchte des Schlehdorns sind mit Steinen und Kernen bestückt. Diese beinhalten die natürlichen Inhaltsstoffe Prunasin und Amygdalin. Diese können sich in Blausäure umwandeln und dieses wiederum ist eines der stärksten Pflanzengifte.

Bereits Sebastian Kneipp wusste um die heilende Wirkung des Schlehdorns. Er setzte es als Abführmittel ein und empfahl einen daraus zubereiteten Tee sogar Kindern, wenn sie unter Bauchschmerzen oder Blähungen litten. Ein Schlehenblütentee ist weiterhin schweißtreibend und wirkt fiebersenkend. Weitere Wirkungsgebiete sind Gallensteine, Katarre und der Tee wirkt zudem appetitanregend.

Dosierung:

Das Fruchtfleisch von reifen Schlehenfrüchten verfügt über eine adstringierende Wirkung und eignet sich daher für Gesichtsmasken um die Elastizität der Haut zu gewährleisten. Ebenfalls hilft ein Öl aus den Früchten gegen sogenannte Schwangerschaftstreifen. Eine Rezeptur ist dem Internet zu entnehmen.

Der Saft von Schlehen besitzt größere Mengen an Tanninen, Säuren und Vitamin C und hilft bei der äußeren Anwendung gegen Hautbeschwerden und stimuliert zeitgleich die Stoffwechselfunktion.

Tee:
Teeaufgüsse aus den Früchten eignen sich als Mundspüllösungen.

Tagesdosis:
Die Tagesdosis beträgt 3 bis 4 Gramm der getrockneten Früchte. Bei allen Produkten, die selber hergestellt werden, ist genauestens auf die richtige Dosierung zu achten. Bei zu hoher Dosierung ist eine Vergiftungsgefahr möglich!

Zubereitung:

  • 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Schlehdorn Früchte werden mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Pro Tag 1 bis 2 Tassen frisch zubereiteten Tee zu sich nehmen.
  • Schlehdorn Früchte werden zur Herstellung von Mus, Wein und auch Schnaps verwendet.
  • Schlehenblüten sind Bestandteil einiger Abführ- und Blutreinigungstees und in Husten- und Venenmitteln enthalten.

Der Handel bietet als Zubereitungen diverse Präparate an. Hierzu zählen Schlehensaft, Schlehen- Elixier, Schlehen- Ursaft und Schlehen- Körper- Öl.

Schlehenprodukte zum Selbermachen

Marmelade:

  • 1 Kilogramm frisch gepflückte Beeren über Nacht in kaltem Wasser einweichen.
  • am nächsten Tag die abgegossenen Früchte mit ¼ Liter Weißwein und 1/8 Liter Wasser aufkochen.
  • Schlehen durch einen Seiher streichen.
  • nochmals ¼ Liter Weißwein und 375 Gramm Zucker zu dem Mus geben.
  • Backofen zum Eindicken nutzen

Schlehen- Fußbad

  • 1 Esslöffel Schlehenblütenöl auf circa 10 Liter Wasser geben.
  • mit heißem Wasser aufgießen.
  • Füße für rund 10 Minuten darin baden.
  • die noch nassen Füße in ein vorgewärmtes Handtuch stecken.
  • im Liegen für 30 Minuten ruhen.

Hinweise:

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine unerwünschten Nebenwirkungen oder Risiken bekannt.

Für die Anwendung bei Schwangeren oder in der Stillzeit liegen bisher keine wissenschaftlichen Daten vor. Daher kann aus diesem Grund für eine Unbedenklichkeit keine Gewährleistung übernommen werden. Auch für Anwendungen bei Kindern und Jugendlichen reichen die derzeitigen Erkenntnisse nicht aus.

Wissenswertes über den Schlehdorn

In den Früchten der Schlehe stecken nicht nur viele Vitamine, sie eignen sich besonders, um bei leichten Entzündungen für Linderung zu sorgen. Ein nachweislicher Nutzen ist speziell bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen, Mundschleimhautentzündungen) zu erkennen.

Das die Beeren der Schlehe gesund sind, wussten bereits unsere Vorfahren. Sie beinhalten nicht nur Vitamin C, sondern auch Gerbstoffe und Fruchtsäuren. Allerdings sollten die Früchte erst nach dem ersten Frost gesammelt werden, da ansonsten die Gerbstoffe ein pelziges Gefühl auf der Zunge hinterlassen.

Der Schlehdorn gehört zur Familie der Rosenpflanzen und hat daher ein enges Verwandtschaftsverhältnis zu der Pflaume, der Zwetschge und der Aprikose. Im frühen Mittelalter gehörte die Schlehe zusammen mit dem Weiß- oder Kreuzdorn als dorniger Heckenschutz zur Absicherung von Bauernhöfen und den dortigen Nutztieren.

Vor langer Zeit wurden der Pflanze sogar Schutzwirkungen gegen Hexen nachgesagt. Aus heutiger Sicht ist die Schlehe von eher ökologischer Bedeutung, denn der Nektar dient speziell den Wildbienen als Nahrung. Zudem ist der Strauch hilfreich, als Futterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsarten und für Raupen.

Die frischen oder getrockneten, reifen Beeren dienen heute für medizinische Zwecke. Der Fachjargon spricht hier von Pruni spinosa fructus. Die Anforderungen an die Qualität der Früchte ist durch den Deutschen Arznei Codex (DAC) geregelt, wozu auch die Inhaltsstoffe gehören.

Die frischen Früchte enthalten neben Vitamin C und Fruchtsäuren zudem Zuckerverbindungen (Monosaccharid und Oligosaccharide).

Personen, die unter Entzündungen im Mund leiden, sollten Schlehdorn- Früchte probieren, denn die kleinen blau- schwarzen Beeren sind reich an Gerbstoffen. Die Beeren können zu diesem Zweck wie Kaugummi verwendet werden.

Gerbstoffe kann jeder leicht ausmachen, gerbstoffhaltige Tees zum Beispiel hinterlassen ein pelziges Gefühl auf der Zunge und im Mundraum. Treffen Gerbstoffe und Schleimhaut Oberfläche zusammen, verbinden sich diese mit den Eiweißen (Glucoproteinen) und bilden so eine Verbindung, die mit einem Schutzfilm vergleichbar gemacht werden kann.

Eventuelle Krankheitserreger können den Schutzfilm nicht durchbrechen und haben so keine Chance einen Schaden anzurichten. Keimen wird der Nährboden entzogen, es findet somit keine Vermehrung statt und bereits vorhandenen Keime sterben ab.

Tipp:
Derzeit sind standardisierte Fertigarzneimittel bei uns nicht zu erhalten. Schlehdorn Früchte allerdings finden sich in Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Elixieren und in Kombination mit anderen Wirkstoffen in medizinischen Körperpflegeprodukten (Venen- Lotionen).