Senna

Die im arabischen und südindischen Raum beheimatete Indische Senna ist ein bis zu 2 m hoch wachsender Strauch. Die paarig gefiederten Blätter sind ovallanzettlich geformt, daher der Name angustifolia. Die gelben Blüten stehen in aufrechten Trauben, die Früchte sind nierenförmige Schoten und tragen 7 bis 10 Samen.

Die Indische Senna ist in Aussehen und Inhaltsstoffen eng verwandt mit der Ägyptischen Senna (Alexandriner Senna, Cassia acutifolia Delile = Cassia senna L.).

Medizinisch verwendet werden die Früchte und die Blätter.

Steckbrief: Senna

Pflanze:Cassia angustifolia Vahl.
Familie:Caesalpiniaceae
Herkunft:Die Pflanze kommt in den tropischen und subtropischen Gebieten aller Continente ausser in Europa vor. Die meisten Arten sind in Nord-, Mittel- und Südamerika beheimatet. Importiert wird die Droge hauptsächlich aus Indien und dem Sudan.
Synonyme:Alexandriner Senna, Indische Cassie, Indische Senna, Kassie, Sennespflanze

Anwendung:

Die Früchte und Blätter der Indischen Senna enthalten Dianthronglykoside, die als Sennoside bezeichnet werden. Diese wirken wie auch die anderen Anthronhaltigen Drogen,Rhabarberwurzel, Faulbaumrinde und Aloe , als dickdarmerregendes Abführmittel, indem die Magen-Darm-Passage beschleunigt und eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls (stuhlerweichend) bewirkt werden. Die Wirkung der Früchte ist milder als die der Blätter. Für die Anwendung sind spezielle Anwendungsbeschränkungen zu beachten (s. Hinweise)!

Dosierung:

Tee:
½ bis 1 Teelöffel zerkleinerte, getrocknete Sennesblätter (etwa 0.7 bis 1.5 g) oder Sennesfrüchte (etwa 1 bis 2 g) werden mit ca. 150 ml heißem (nicht kochendem) Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Es kann auch ein Kaltwasserauszug bereitet werden, der verträglicher sein soll. Dazu setzt man die gleiche Menge mit kaltem Wasser an und lässt 10 bis 12 Stunden (Früchte: 2 bis 3 Stunden) lang ziehen. Da ein Kaltwasserauszug aber stark verkeimen kann, sollte die Heißwassermethode vorgezogen werden.

Morgens und/oder abends eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. Die Wirkung setzt nach 10 bis 12 Stunden ein.

Fertigarzneimittel:
Mittlere Tagesdosis entsprechend 20 bis 60 mg Hydroxyanthracenderivate.

Zubereitungen:

Sennesblätter oder –früchte werden als Tee angeboten oder sind Bestandteil pflanzlicher Abführmittel oder Schwedenkräuter.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!
  • Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!
  • Nicht anwenden bei entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!
  • Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B. Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen , nicht anspricht!
  • Nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!
    Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts führt insbesondere zu Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zur Obstipation, so dass eine Abhängigkeit entstehen kann. Anthrachinone stehen außerdem im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.
  • Bei anhaltender Verstopfung oder Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich!
    Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B. Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmittel (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
  • Nebenwirkungen:
    In Einzelfällen kann die Einnahme von Senna, besonders bei Verwendung des Heißaufgusses, zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden führen. In diesen Fällen sollte eine geringere Dosis gewählt werden.
  • Bei einem Gebrauch über längere Zeit kann es zu Obstipation, Nierenschädigung, Muskelschwäche und Störungen der Herzfunktion kommen.
  • Bei der Anwendung kann es zu einer Rotfärbung des Harns kommen, die jedoch unbedenklich ist.