Weihrauchbaum

Der Indische Weihrauchbaum ist ein mittelgroßer Baum mit flach ausgebreiteter Krone. Die gefiedert stehenden Blätter sind am Rand kerbig gesägt. Die grüngraue Rinde schält sich in dünnen, papierartigen, glatten Stücken ab. Die in Trauben stehenden Blüten sind weiß bis grünlichweiß.

Verwendet wird das nach Anschneiden der Rinde austretende, an der Luft getrocknete Harz, das als Indischer Weihrauch oder Salai guggal bezeichnet wird. Unter Olibanum = Weihrauch versteht man meist ein Harz, das aus den afrikanischen bzw. arabischen Arten B. carterii syn. sacra und B. frereana gewonnen wird und sich in der Zusammensetzung vom Indischen Weihrauch unterscheidet.

Steckbrief: indischer Weihrauchbaum

Pflanze:Boswellia serrata Roxb.
Familie:Balsambaumgewächse (Burseraceae)
Herkunft:Der Weihrauch wird in Somalia und Teilen Saudiarbiens angebaut
Synonyme:Olibanum, Salaibaum, Saphalbaum, Weihrauch

Anwendung:

zur unterstützende Behandlung von

  • entzündlicher Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • rheumatischer Arthritiden
  • Asthma bronchiale
  • Schuppenflechte
  • palliative Therapie bei bestimmten Hirntumoren

Das Harz der Weihrauchbäume enthält neben ätherischen Ölen, Schleimstoffen ein Harz, das zum größten Teil aus Boswelliasäuren (pentacyclische Triterpensäuren) besteht, für die eine durch Hemmung der Leukotriensynthese entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen wurde. Weiterhin scheint der Extrakt bei bestimmten Dosierungen auch immunmodulierend und antitumoral zu wirken. Weihrauch scheint daher vor allem interessant zur Behandlung chronischer Erkrankungen, die auf entzündlichen Vorgängen beruhen. Da die Verwendung auf die ayurvedische Medizin zurückgeht, wurden die meisten Untersuchungen mit einem in Indien hergestellten Extrakt, der als H15 oder Sallaki bezeichnet wird, durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen vor allem bezüglich der Verträglichkeit ermutigende Erfolge, allerdings sind noch größere Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit erforderlich, um den therapeutischen Stellenwert des Weihrauchs beurteilen zu können. In Deutschland gibt es daher noch keine als Arzneimittel zugelassene Präparate. Im Handel erhältlich sind hierzulande nur weihrauchhaltige Nahrungsergänzungsmittel, für die keine gesundheitsbezogenen Aussagen gemacht werden können. H15 kann auf Verschreibung eines Arztes aus Indien importiert werden. Homöopathische Arzneimittel mit Weihrauch werden sehr kritisch beurteilt und können nicht empfohlen werden.

Weihrauch wird weiterhin zu religiösen Zwecken und in der Kosmetikindustrie verwendet. Das Holz dient u.a. der Papiergewinnung.

Dosierung:

Je nach Anwendungsgebiet wurden unterschiedliche Dosierungen verwendet. Da im Extrakt auch Stoffe enthalten sein können, die Entzündungsreaktionen verstärken, ist die richtige Dosierung für den therapeutischen Erfolg entscheidend. Weihrauchextrakte sollten daher nach Anweisung des Arztes eingenommen werden.

Zubereitungen:

In Deutschland frei erhältlich sind nur Nahrungsergänzungsmittel mit Weihrauchextrakten, meist in Kombination mit anderen Wirkstoffen.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Es gibt noch keine Erfahrungen zur Sicherheit der Anwendung.
Nach Anweisung des Arztes einnehmen!
Weihrauchextrakte werden meist gut vertragen und zeigten sich in Tierversuchen als untoxisch.
Selten sind Magenbeschwerden oder Hautausschläge möglich.