Arabischer Kaffeestrauch

Der Arabica-Kaffee ist ursprünglich in Äthiopien beheimatet und wird im tropischen und subtropischen Raum in vielen Varietäten kultiviert. Die Pflanze ist ein bis zu 8 m hoch wachsender, reichlich beblätterter Baum. Die weißen, wohlriechenden Blüten sitzen dichte Knäuel bildend in den Blattachseln. Die Frucht ist eine Steinfrucht und in reifem Zustand meist rot gefärbt (Kaffeekirsche). Zur Gewinnung der Kaffeebohnen werden zwei Verfahren angewandt. Das trockene Verfahren liefert den sog. „Robusta-Kaffee“, das nasse mit anschließender Fermentation die „milden“ Kaffeesorten. Die so gewonnenen, geschälten Samen (grüner Kaffee) werden geröstet, dadurch erhält der Aufguss dann ein kaffeetypisches Aroma und Farbe. Medizinisch verwendet wird die Kaffeekohle, die durch stärkeres Rösten der trockenen Bohnen bis zur Verkohlung der äußeren Samenpartien und anschließender Vermahlung gewonnen wird.

Steckbrief: Kaffee, Arabischer Kaffeestrauch

Pflanze:Coffea arabica L.
Familie:Rötegewächse (Rubiaceae)
Herkunft:Der Kaffee stammt ursprünglich aus Äthiopien wird aber mittlerweile in fast allen tropischen Ländern kultiviert.
Synonyme:Arabica-Kaffee, Kaffeebaum, Kaffeepflanze, Kaffeestrauch

Anwendung:

Kaffeekohle:
Kaffeekohle enthält weniger Coffein jedoch noch etwa 75% des entsprechenden Kaffees und wird wegen seiner absorbierenden und adstringierenden Eigenschaften zur Behandlung leichter, unspezifischer Durchfälle verwendet. Eine lokale Anwendung in der Mundhöhle soll bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenbereich helfen.

Kaffee:
Kaffee ist eines der beliebtesten Genussmittel und wird vor allem wegen seiner anregenden Wirkung geschätzt. Diese lässt sich auf den Inhaltsstoff Coffein zurückführen, der vor allem anregend auf das Zentralnervensystem wirkt, aber auch Wasserausscheidung, Magensaftsekretion und Lipolyse steigert. Die Blutgefässe im Gehirn werden verengt, was bei der Behandlung von Migräne hilfreich sein soll. Die Wirkung auf den Blutdruck hängt in starkem Maße von der Gewöhnung ab. Während Abstinenzler mit einem Blutdruckanstieg reagieren, bleibt der Blutdruck gewohnheitsmäßiger Kaffeetrinker unbeeinflusst.

Über mögliche Gefahren oder aber auch günstige Wirkungen von Kaffeegenuss gibt es viele, z.T. sich widersprechende Veröffentlichungen. Eines scheint jedoch gewiss zu sein, die Erhöhung der Blutfettwerte, die bei finnländische Kaffeetrinkern beobachtet wurde, hängt mit der Art der Kaffeezubereitung zusammen. Diesen Kaffeeölen zugeschriebene, ungünstige Wirkung lässt sich vermeiden, indem man gefilterten Kaffee trinkt.

Je nach Zubereitungsart und Sorte enthält eine Tasse 80 mg bis 180mg Coffein. Coffeinarmen Kaffee wird das Coffein vor dem Rösten entzogen. Eine Tasse enthält dann nur noch 4 mg Coffein.

Dosierung:

Kaffeekohle:
Die Einzelgabe beträgt 3 g gepulverte Kaffeekohle bis zu drei mal täglich.

Kaffee:
10 g gemahlene Kaffeebohnen pro Tasse werden mit kochendem Wasser bzw. Dampf extrahiert. Filterkaffee erhält man durch Verwendung eines Papierfilters, bei „gekochtem“ Kaffee wird der Überstand abgegossen, Espresso wird durch Auszug mit Dampf unter hohem Druck gewonnen.

Maximale Tagesdosis: entsprechend 400 mg Coffein.

Zubereitungen:

Homöopathische Arzneimittel. Kaffeekohle ist in einigen Fertigarzneimitteln zur Behandlung von Durchfallerkrankungen im Handel.

Hinweise:

  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nur mit Vorsicht anwenden!
    Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft wird Coffein nur langsam abgebaut so dass es bei Mutter und Kind zu unerwünschten Wirkungen kommen kann. Coffein gelangt durch Plazenta bzw. Muttermilch zum Kind. Feten oder Neugeborene reagieren sehr empfindlich, da sie die Substanz nur ungenügend abbauen können, so kann z.B. bereits ein beschleunigter Herzschlag festgestellt werden obwohl die Mutter noch keine Effekte spürt.
  • Nicht über längere Zeit oder in höherer Dosierung anwenden!
    Die regelmäßige Einnahme über längere Zeit führt zu Gewöhnung und der Neigung, größere Mengen konsumieren zu müssen. Ein plötzliches Absetzen kann dann zu Entzugserscheinungen führen.Besondere Vorsicht ist geboten bei Personen mit Leber- oder Nierenkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Magen- oder Darmgeschwüren oder Schilddrüsenüberfunktion!

    Unerwünschte Wirkungen wie Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Zittern, Krämpfe, Blutdruckerhöhung, Herzrasen, Magen-Darmbeschwerden, Sodbrennen sind Zeichen einer Überdosierung bzw. Unverträglichkeit.

  • Wechselwirkungen:
    Coffein wird teilweise Schmerzmitteln zugesetzt, da es zu der schmerzstillenden Eigenschaft einiger Analgetika beitragen kann. Die hierbei zugeführte Coffeinmenge sollte beim Konsum coffeinhaltiger Getränke berücksichtigt werden.Coffein wird in der Leber abgebaut, dadurch können die Wirkungen anderer Arzneimittel verändert werden bzw. die Ausscheidungsgeschwindigkeit des Coffeins beeinflusst werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Medikamente einnehmen.
  • Auf eine ausreichende Zufuhr coffein- und alkoholfreier Flüssigkeiten achten!
    Coffein wie auch Alkohol entziehen dem Körper mehr Wasser als ihm durch diese Getränke zugeführt wird und können daher insbesondere bei körperlicher Belastung oder hohen Außentemperaturen zur Dehydratation führen.