Bruchkraut

Bei dem Bruchkraut (Herniaria Glabra) handelt es sich um eine auf dem Boden liegende Pflanze, deren Blütezeit zwischen Juni und September liegt. Wo das Bruchkraut beheimatet ist, ist nicht bekannt, aber heute ist die Pflanze in ganz Mitteleuropa zu finden.

Das Bruchkraut ist eine niedrige, am Boden einen Teppich bildende Pflanze mit sehr kleinen Blättern und unscheinbaren, in Knäueln angeordneten Blüten. Verwendet wird auch das behaarte Bruchkraut (Herniaria hirsuta L.), dass graugrün erscheint, während das unbehaarte Bruchkraut eine gelbgrüne Farbe aufweist. Gesammelt werden die oberirdischen Teile der blühenden Pflanze.

Die Vorkommen liegen in der Regel auf Schutthalden, sandigen Äckern und trockenen Wegen. Der wirksamste Teil der Pflanze ist die gesamte blühende Heilpflanze. Da vor allen Dingen Frauen vermehrt unter Harnwegsinfektionen leiden, da die Harnröhre kürzer ist als die bei Männern, kann Bruchkraut eine ideale pflanzliche Lösung darstellen.

In der Volksmedizin wird das kahle Bruchkraut genutzt, in der Allgemeinmedizin weniger, denn die Inhaltsstoffe haben eine zu geringe Menge um wirklich als wirksames Medikament genutzt zu werden. Neben dem kahlen Bruchkraut existiert auch das behaarte Bruchkraut, beide sind was die Wirkstoffe betrifft, nahezu identisch.

Steckbrief: Bruchkraut

Pflanze:Herniaria glabra L.
Familie:Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Herkunft:Die Pflanze wächst in Asien, Europa und Nordafrika
Synonyme:Dürrkraut, Harnkraut, Jungfernkraut, Tausendkorn

Anwendung:

Dem Bruchkraut wird eine krampflösende Wirkung im Bereich Lungenerkrankungen zugesprochen. Zudem soll es vorbeugend gegen Blasenerkrankungen wirken. Zu diesem Aspekt gibt es bis heute noch keine medizinisch- wissenschaftlichen Studien.

Die Pflanze enthält Saponine, Flavonoide, Cumarine und Gerbstoffe und wird in der Volksheilkunde zur Behandlung von Erkrankungen der Nieren, sowie der ableitenden Harnwege und als sogenanntes „Blutreinigungsmittel“ verwendet. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind jedoch nicht belegt, sodass eine Anwendung nicht empfohlen werden kann.

Zudem wird Bruchkraut bei Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege, bei Nervenentzündungen und Nervenkatarrh, als auch bei Gicht und Rheuma empfohlen.

Da die Pflanze über eine harntreibende Wirkung verfügt sind Anwendungen möglich bei:

  • Blasenentzündungen
  • Harnröhrenentzündungen
  • Harnsteinen
  • Nierengrieß

Das Heilkraut dient lediglich zur inneren Anwendung, Hinweise zu äußerlichen Anwendungen sind nicht bekannt. In der Regel wird die Pflanze in Form von Tee zu sich genommen. Um die Inhaltsstoffe zu erhalten und eine schonende Behandlung zu erwirken, sollten die Blätter möglichst frisch für einen Teeaufguss verwendet werden.

Hierzu empfiehlt es sich, die Blätter nicht mit kochendem Wasser zu übergießen, sondern lediglich nur heißes Wasser zu nutzen.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Nierenfunktionsstörungen
  • Arthritis
  • Gelbsucht
  • schmerzhaftem Harndrang
  • Blasenkatarrhen
  • Morbus Brighti
  • Tuberkulose
  • chronischer Cystitis

Inhaltsstoffe:

Neben den schon erwähnten Inhaltsstoffen enthält die Pflanze des Weiteren Medicagensäure, Hydroxymedicagensäure, Triterpensaponine und Cumarinderivate, darunter Herinarin, Umbelliferon und ätherisches Öl.

Die gesamten Inhaltsstoffe dienen um eine harntreibende, krampflösende und blutreinigende Wirkung hervorzurufen. Eine Wundheilung wird beschleunigt und Funktionen von Nieren und Blase werden positiv beeinflusst. Bruchkraut ist sogar in der Lage, das Hautbild zu verbessern.

Tipp:
Wer Bruchkraut selber sammeln möchte, sollte darauf achten, es trocken, kühl und vor Licht geschützt zu lagern.

Dosierung:

Heute beinhalten nur wenige Blasen- und Nierentees die Pflanze. Die Droge kommt allerdings in einigen Arzneimitteln und in Form von Toniken zum Tragen.

Soweit nicht anders verordnet, beträgt die mittlere Tagesdosis etwa 3 bis 5 Gramm der Droge.

Tee:
Zur Zubereitung von Tee werden 1,5 Gramm fein geschnittenes Kraut (entspricht rund 1 Teelöffel( etwa 1,4 Gramm) mit kaltem Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und nach 5 Minuten durch ein Sieb abgeseiht.

Um einen harntreibenden Effekt zu erzielen, sollte der Anwender 2 bis 3 Mal pro Tag eine Tasse des Aufgusses zu sich nehmen.

Ein Tee basiert vor allen Dingen auf die Inhaltsstoffe Saponine und Flavonoiden. Um eine Heilung zu gewährleisten, sollte der Anwender mindestens pro Tag zwei bis drei Tassen von dem Aufguss zu sich nehmen. Die medizinische Wirkung beruht auf die harntreibenden Wirkstoffe.

Neben einem selbsthergestellten Tee, vertreiben einige Onlineshops und Apotheken eine Tinktur aus Bruchkraut. Eine genaue Dosierung sollte dem beiliegenden Packungshinweisen entnommen werden. Für medizinische Zwecke kommen generell nur die Blätter der Pflanze zum Einsatz. Diese können entweder selber gepflückt und getrocknet oder sie werden in einem schon trockenen Zustand erworben.

Diejenigen, die selber sammeln möchten, sollten hierbei auf Nummer sicher gehen und sich ausreichendes Wissen zur Differenzierung aneignen.

Bruchkraut um Gesundheit zu erhalten

Das kahle Bruchkraut dient in erster Linie dazu, den Harndrang zu erhöhen, dadurch bedingt kommt es häufiger zum Gang auf die Toilette und Bakterien werden besser ausgespült. Das bewirkt wiederum, dass eventuelle Entzündungen schneller abklingen können.

Allerdings ist eine alleinige Verwendung von Bruchkraut weniger zu empfehlen, vor allem dann, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten. Sollte dies der Fall sein, ist ein Arzt zu konsultieren der bestehende Symptome abklären kann.

Kahles Bruchkraut dient eher dafür, zur Vorbeugung und längerfristiger Behandlung von Blasenentzündungen oder Harnröhrenentzündungen genutzt zu werden. Gerade in der Volksmedizin kommt es bei einem chronischen Verlauf zum Einsatz. Ebenso soll die Pflanze Schmerzen beim Wasserlassen reduzieren.

Weitere Einsatzgebiete in der Volksmedizin sind:

  • Nervenentzündungen
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Rheuma
  • Gicht

Sämtliche Wirkungen wurden bis zum heutigen Tag nicht wissenschaftlich belegt, werden jedoch in zahlreichen Erfahrungen immer wieder erwähnt. Ein zugelassenes pflanzliches Heilkraut ist Bruchkraut allerdings nicht, denn der Wissenschaft zufolge, sollen die Konzentrationen zu gering sein, um effektiv helfen zu können.

Es ist jedoch Fakt, dass das kahle Bruchkraut keinerlei Nebenwirkungen hervorbringt und auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wurden nicht festgestellt. Potenzielle Anwender sollten vor der Nutzung ein Gespräch mit ihrem Arzt führen oder einen Apotheker befragen.

Bruchkraut als Heilpflanze

Sammelzeit:Juni, Juli, August, September
Heilwirkung:Entwässernd, harntreibend, krampflösend, stoffwechselfördernd
Anwendung:Aufguss, Extrakt, Fertigpräparat, Tee

Als Erkennungsmerkmal können die Blätter der Pflanze zwischen den Fingern zerrieben werden, entfaltet sich ein charakteristischer Geruch nach würzigem Heu, handelt es sich um das kahle Bruchkraut. Die Inhaltsstoffe verfügen vordergründig über eine heilende Wirkung im Urogenitalbereich und können bei Harnwegserkrankungen, als auch bei Nierenleiden für Linderung sorgen.

Zubereitungen:

Das Bruchkraut findet sich nur noch selten in Arzneimitteln aus der Gruppe der Urologika oder in der Homöopathie. Da die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten nicht hinlänglich belegt ist, kann eine therapeutische Anwendung nicht empfohlen werden.

Bei akuten Blasenproblemen empfiehlt sich eine Kombination aus Bruchkraut und Bärentraubenblättern, als Teeaufguss. Allerdings sind Experten der Meinung, dass die Bärentraubenblätter hierbei die Hauptarbeit leisten.

Einen größeren Stellenwert nimmt das Bruchkraut im Bereich der Homöopathie ein. Aber auch hier gibt es zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit keine ausreichenden Studien oder wissenschaftliche Belege.

Nebenwirkungen:

Diejenigen, die sich an die angegebenen Dosierungen halten, müssen keinerlei Nebenwirkungen erwarten. Bei extremer Überdosierung könnten sich Lähmungserscheinungen einstellen.

Hinweise:
Zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit existieren keine verfügbaren Daten!

Wissenswertes über Bruchkraut

Das eher unscheinbar wirkende Bruchkraut ist eine Heilpflanze, die in der Regel bei Harnwegsbeschwerden zum Tragen kommt. Die volkstümlichen Namen lauten unter anderem:

  • Christenweiß
  • Kuckucksseife
  • Passionsblümchen
  • glattes Tausenkraut

Die Pflanze ist ein- oder mehrjährig und an der Basis schwach verholzt. Die Stängel hingegen sind nährreich und erreichen eine durchschnittliche Wuchslänge von rund 15 Zentimetern. Als Früchte entwickeln sich Nussfrüchte, die über dunkle, glänzende und glatte Samen verfügen.

Besonders im eigenen Garten ist Bruchkraut zu empfehlen, es eignet sich hervorragend als Rasenersatz für kleinere Flächen. Viele nutzen die Pflanze ebenfalls als Grabbepflanzung, da es nur wenig Pflege bedarf.

Die kleinen, feinen Blätter der Pflanze erinnern ein wenig an Thymian und können zum Beispiel als Unterpflanzung für Kübelhochstämme dienen. Da die Pflanze einen geringen Anspruch an den Boden besitzt sieht das Kraut auch in einem Steingarten oder an einer Mauer sehr hübsch aus.

Der Boden sollte durchlässig, nährstoffarm und kalkfrei sein. Bruchkraut gedeiht prächtig an sonnigen und halbschattigen Standorten, aber je sonniger, desto besser. Die Pflanze entspricht denjenigen, die einen geringen Arbeitsaufwand schätzen, aber begeistert alle, mit ihren feinen Blättern.

Das kahle Bruchkraut wiederum ist ebenfalls sehr gut als Boden- Decker zu nutzen. Es wird durch seine gelblich, grünen Blätter zu einem echten Hingucker in jedem Garten. Natürlich ist hierbei auch der Ruf, als Heilpflanze nicht zu vergessen, denn die Pflanze verfügt über eine heilende Wirkung bei Blasen- und Nierenbeschwerden.

Genau wie das feine Bruchkraut braucht die Pflanze so gut wie keine Pflegemaßnahmen. Das Heilkraut ist winterhart und benötigt keinen besonderen Winterschutz. Die Pflanze ist in der Lage, die Filtrationsrate der Nieren zu fördern und kann als Tee bei Harnsteinen, Nierengrieß und Krämpfen eingesetzt werden. Zudem weist Bruchkraut eine antimikrobielle Wirkung gegen E- coli- Bakterien auf und ist hilfreich bei Blasen- und Harnwegsinfekten.