Katzenbart

Der Katzenbart wächst in den tropischen Gebieten Asiens, als auch in Buschwäldern von Ostindien, in Indochina und in Indonesien. Kultiviert wird er des Weiteren auf Java und Sumatra. Die Pflanze verfügt über lange Staubblätter, denen sie aller Wahrscheinlichkeit nach, auch ihren Namen verdankt.

Die ausdauernde, 40 bis 80 Zentimeter hoch wachsende, krautige Pflanze besitzt einen vierkantigen Stängel und längliche Blätter mit einem grob gesägtem bis gezähntem Rand. Auf der hell graugrünen Blattunterseite erkennt man die kräftig hervortretende Nervatur und drüsige Punktierung. Die blauen bis hellvioletten Lippenblüten sind in Quirlen angeordnet.

Der Orthosiphon ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die vierkantige Stängel besitzt, die behaart oder kahl sein können. An ihm ordnen sich die kreuzgegenständigen bis zu 7,5 Zentimeter langen Blätter an. Diese verfügen über eine bräunlich bis grünliche Farbe, sind an der Unterseite heller und graugrün, wobei sich die Blattadern deutlich abzeichnen.

Medizinisch verwendet werden die kurz vor der Blüte gesammelten und getrockneten Blätter und Stängelspitzen.

Steckbrief: Katzenbart

Pflanze:Orthosiphon aristatus Miquel
Familie:Lippenblütler (Lamiaceae)
Herkunft:Die Pflanze ist in den Tropen Asiens beheimatet. Importiert wird die Droge aus Indonesien.
Synonyme:Java Tee, Koemis Koetjing, Kumis, Kutjin, indischer Nierentee, Orthosiphon

Anwendung:

Der medizinische Wirkstoff wird aus den Orthosiphonblättern gewonnen. Der Inhaltsstoff kommt in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache als Orthosiphonis folium zum Tragen. Die Anforderungen der Blätter und deren Qualität sind im Europäischen Arzneibuch festgelegt.

Zur Anwendung dienen die Blätter bei Erkrankungen der Harnwege und bei Nierengrieß. Zudem wird dem Katzenbart eine antimikrobielle Eigenschaft zugeschrieben, was einer Wirkung gegen Mikroorganismen wie zum Beispiel Bakterien gleichkommt.

Verwendet wird Katzenbart:

  • als Durchspültherapie bei bakteriellen und entzündlichen Beschwerden der ableitenden Harnwege
  • zur Behandlung von Nierengrieß (kleine Nierensteine)

Die getrockneten Orthosiphonblätter enthalten ein komplex zusammengesetztes ätherisches Öl, Pflanzensäuren, Flavonoide, Saponine und Kaliumsalze. Beobachtet wird eine ausschwemmende, entzündungshemmende, schwach krampflösende und keimabtötende Wirkung, wobei diese bisher nicht einzelnen Pflanzeninhaltsstoffe zugeordnet werden konnten. Wässrige Auszüge aus den Blättern werden daher zur unterstützenden Behandlung bei Infektionen der ableitenden Harnwege und als Durchspülungstherapie bei Nierengrieß angewendet.

In der Regel wird Katzenbart als Tee verwendet, wobei es egal ist, ob es sich um einen Instant Tee oder um einen selber hergestellten Tee aus der losen Arzneidroge handelt. Des Weiteren bietet der Handel einen Trockenextrakt, Tabletten oder Kapseln an.

Eine Kombination mit anderen Heilpflanzen erscheint sinnvoll, die sich jedoch ebenfalls auf die Behandlung von Harnwegsentzündungen und Nierengrieß entfalten sollten. Zu diesem Zweck bieten sich an:

  • Brennnessel
  • Goldrute
  • Birke
  • Hauhechel

Diejenigen, die sich für eine Durchspülungstherapie entscheiden, müssen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Angebracht sind bis zu zwei Liter Flüssigkeit am Tag, optimal sind bis zu 3 Liter.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Nierenschwäche
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes mellitus
  • Übergewicht
  • Bauchwassersucht
  • Gicht
  • Rheuma

Inhaltsstoffe:

Im Katzenbart befinden sich diverse Inhaltsstoffe. Darunter sind:

  • ätherisches Öl
  • Pflanzensäure
  • Glykoside
  • Kaliumsalze
  • Flavonoide
  • Saponine

Die einzelnen Inhaltsstoffe bestehen aus:

Circa 0,2 Prozent lipophile Flavone mit Sinensetin als Hauptkomponente
0,02 bis 0,06 Prozent ätherische Öle (überwiegend Sesquiterpene)
Kaffeesäurederivate
Rosmarinsäure
Ca. 0,2 Prozent hochoxidierte Diterpenester vom Piraran- Typ
Kaliumsalze

Wirkung:

Die wässrigen Extrakte aus dem Katzenbart verfügen nachweislich über eine harntreibende Wirkung, wofür sich insbesondere die Flavonoide verantwortlich zeigen. Zudem beinhaltet der Orthosiphon Triterpene und Sapine, die ebenfalls zur Wirkung beitragen. Alle Wirkstoffe zusammen erhöhen die Nierendurchblutung, wodurch bedingt es zu einer vermehrten Harnausscheidung kommt.

Sämtliche Inhaltsstoffe wirken zudem nicht nur desinfizierend, sondern sie reduzieren zeitgleich die Keimzahl um rund zwei Zehnerpotenzen. Sinensetin zeigt sich dafür verantwortlich, das Enzym zu hemmen, welches für eine Synthese von Entzündungsmediatoren zuständig ist. Daher ist auch die entzündungshemmende Wirkung zu erklären.

Extrakte, als auch Teezubereitungen aus den Orthosiphonblättern werden traditionell bei Behandlungen von Infektionen der ableitenden Harnwege eingesetzt. Die Pflanze regt die Nierentätigkeit so an, dass eine Durchspülungstherapie zur Vorbeugung gegen Entzündungen und auch gegen eine Ablagerung von Mineralsalzen angewendet werden kann.

Wichtiger Hinweis:
Sollten die Beschwerden nach 5 Behandlungstagen nicht merklich abgeklungen sein, ist der Gang zu einem Arzt nötig. Bei stärkeren Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, Fieber, Schmerzen oder sogar Blut im Urin, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Dosierung:

Katzenbart ist ein Wirkstoff, der sich in zahlreichen Teezubereitungen der Gruppe „Blasen- und Nierentee“ findet. Häufig sind Kombinationen erhältlich, in denen Orthosiphonblätter enthalten sind. Als Darreichungsformen sind Kapseln, Tabletten und Dragees im Handel zu erwerben.

Soweit nicht anders verordnet wurde, beträgt die mittlere Tagesdosis 6 bis 12 Gramm der Droge.

Tee:
2 Teelöffel (etwa 2 Gramm) fein geschnittene und getrocknete Orthosiphonblätter werden mit rund 150 ml kochendem Wasser übergossen, zugedeckt stehen gelassen und nach 15 Minuten abgeseiht. Mehrmals täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee zu sich nehmen.

Hinweis:
Der Anwender muss bei der Nutzung von Katzenbart in jedem Fall auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Zwei Liter am Tag sind das Minimum, dabei sollte es sich tunlichst nicht um alkohol- oder koffeinhaltige Getränke handeln.

Personen, die unter Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe) leiden und die auf eine eingeschränkte Herz- und Nierenfunktion zurückzuführen sind, sollten von einer Einnahme von Katzenbart absehen. Weiterhin ist bei einer vorliegenden Schwangerschaft oder Stillzeit die Droge nur nach Rücksprache mit einem Arzt zu verwenden.

Zubereitungen:

Orthosiphonblätter sind entweder allein oder in Kombination mit anderen Pflanzen als Tee oder in Fertigarzneimitteln zur Behandlung von Blasen- und Nierenleiden im Handel erhältlich.

Der Katzenbart gehört in die Gruppe der Aquaretika. Diese wirken mild entwässernd, dadurch bedingt kommt es zur schnelleren Ausscheidung von Harn, der in den Nieren eine Filterung durchläuft. Derselbe Effekt kann durch Kaliumsalze zustande kommen.

In den Blättern finden sich rund 3 Prozent an Kaliumsalzen, die für eine erhöhte Harnausscheidung verantwortlich gemacht werden. Zudem bewirken sie eine Ausscheidung von Elektrolyten, zu denen Natrium, Kalium und Chlorid gehören.

Katzenbart bei Entzündungen der ableitenden Harnwege

Sogar bei Entzündungen der Harnwege und bei Harnwegsinfekten kann die Pflanze effektiv und nachhaltig helfen. Durch die erhöhte Harnausscheidung kommt es noch zu einem angenehmen Nebeneffekt, denn es werden nicht nur die schon erwähnte Stoffe ausgeschieden, sondern vor allen Dingen auch die Krankheitskeime, die einen Infekt auslösen könnten.

Bestehende Infektionen sind oft mit krampfartigen Schmerzen verbunden. Hier sind die Blätter des Katzenbarts hilfreich, sie entwässern zusätzlich und weisen eine keimhemmende Wirkung auf. Für dieses Kriterium zeichnen sich die enthaltenen Flavonoide zuständig und nicht zu vergessen die ätherischen Öle leisten ihren Anteil. Beides wirkt direkt auf die glatte Muskulatur der Harnwege, sodass sich Verkrampfungen und somit Schmerzen lösen und die normale Funktion des Organs ins Gleichgewicht gebracht wird.

Tipp:
Generell bei Durchspülungstherapien muss der Anwender viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Zwei bis drei Liter Wasser am Tag sind Pflicht. Es eignen sich jedoch auch ungesüßte Früchte bzw. nicht gesüßte Kräutertees.

Zur Vorbeugung gegen Nierengrieß

Als Nierengrieß bezeichnet der Fachmann die Vorstufe von Nierensteinen. In der Regel handelt es sich um mehrere kleine Nierensteine, die noch über den normalen Weg mit dem Harn ausgeschieden werden können.

Orthosiphonblätter eignen sich hervorragend zur Therapie und zur Vorbeugung gegen Nierengrieß, da es durch die entwässernde Wirkung vermehrt zu Harnausscheidungen kommt. Kleine Nierensteine, also der eigentliche Nierengrieß können ohne Probleme ausgeschieden werden.

Natürlich gilt auch in diesem Fall. Der Anwender muss genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, damit eine erfolgreiche Therapie gewährleistet ist. Zudem handelt es sich um eine vorbeugende Maßnahme gegen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Hinweise:

  • während einer Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden!
  • es existieren noch keine Daten, die eine Unbedenklichkeit der Anwendung belegen.
  • bei bestimmungsgemäßen Gebrauch sind keine Nebenwirkungen zu befürchten. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass während der Behandlung auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (keine koffeinhaltigen oder alkoholische Getränke) geachtet wird.
  • Orthosiphonblätter sind nicht wirksam bei durch Herz- oder Nierenerkrankungen hervorgerufenen Ödemen! Diese Beschwerden bedürfen einer Behandlung durch einen Arzt. Bei Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch immer wieder auftreten, ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich!
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten Orthosiphon nicht oder nur in Rücksprache mit einem Arzt zu sich nehmen!

Wissenswertes über den Katzenbart

Getrocknete Blätter des Katzenbarts werden im Handel angeboten, sind jedoch auch als fertige Tees erhältlich. Zudem sind sie in zahlreichen Teemischungen zu finden. Bei Katzenbart handelt es sich um eine Pflanze, die mit 40 bis 45 Arten vertreten ist.

Bei uns ist die Pflanze erst seit den1920ger Jahren bekannt und wird heute noch erforscht. Volksmedizinische Überlieferungen zufolge gibt es bereits seit langem diverse Anwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel wird die Pflanze in Malaysia schon seit Jahrhunderten als vielfältiges Heilmittel genutzt. Die Bevölkerung ist auch für den Namen Katzenbart verantwortlich, der sich vermutlich auf die langen Staubfäden bezieht.

Mittlerweile gilt der Katzenbart als eine natürliche Hilfe bei Bluthochdruck. Anwender sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Pflanze, wie andere Heilpflanzen auch, nicht von heute auf morgen wirkt, sondern ein gewisser Zeitraum eingeräumt werden muss. Sämtliche Heilpflanzen oder Heilmittel benötigen einen Zeitraum von bis zu vier Wochen einige noch etwas länger, um ihre vollen Kräfte zu entfalten.

Katzenbart oder Java Tee wird in der Regel zur Förderung von Harnbildung bei chronischen Harnwegsinfekten eingesetzt und ist ein häufiger Bestandteil von diversen Teemischungen. Auch in urologischen Fertigarzneimitteln ist die Pflanze keine Seltenheit. Laut Pharmaindustrie verfügt der Katzenbart über weitere interessante Eigenschaften, wobei hier noch die entsprechenden Belege fehlen.

Traditionell gilt die Pflanze auch als effektives Mittel gegen Menstruationsbeschwerden, Krämpfen, sowie gegen Gallenkoliken.

Katzenbart in der Homöopathie und Volksmedizin

Generell wird die Pflanze zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktion der Nieren genutzt. Eine Anwendung in der Volksmedizin ist eher selten, kommt aber in manchen Fällen bei Gicht zum Tragen.

Auf homöopathischer Basis wird Katzenbart bei Harninfekten und entzündlichen Erkrankungen der Nieren und der ableitenden Harnwege genutzt.