Die wichtigsten Teeanbaugebiete weltweit

india_flags_flag_17012 Tee aus Indien

Obwohl die Teekultur in Indien zumindest im Vergleich mit fernöstlichen Anbaugebieten wie China noch relativ jung ist, gehört Indien doch global zu den wichtigsten Teeerzeugern.
Historisch wurde dort erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem extensiven und auf den weltweiten Export ausgerichteten Anbau begonnen. Die Wurzeln dieser landwirtschaftlichen Entwicklung liegen in seiner kolonialistischen Geschichte, da Indien bis zur ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (1947) als Hoheitsgebiet des ‘British Empire’ vom britischen Gouverneur in Kalkutta regiert wurde. Ebenfalls im dortigen botanischen Garten gelang es dem britischen Wissenschaftler Dr. Wallisch, Stecklinge aus ursprünglich chinesischen Teesamen zu ziehen.

Zufälligerweise zeitgleich wurde im Regenwald Assams im Nordosten Indiens eine dem chinesischen Teestrauch vergleichbare, aber tropische Abart der Teepflanze entdeckt, die bis auf 20 Meter wächst: der Assam-Teebaum. Nach einigen Jahren des Experimentierens entstand die erste Teeplantage Indiens, und schon in den späten Dreißiger Jahren konnte der erste geerntete Tee nach England exportiert werden.
Seitdem hat sich Tee zu einem der landwirtschaftlichen Hauptexportgüter Indiens entwickelt. Der von Teekennern geschätzte, hochqualitative, indische Tee kommt unter anderem aus vier Anbaugebieten: Darjeeling, Assam, Sikkim und Nepal, die im Folgenden etwas näher näher betrachtet werden sollen.

Darjeeling

Der Schwarze Darjeeling Tee und Grüne Darjeeling Tee kommt aus einem an den Südhängen des Himalaya Gebirges gelegenen Anbaugebiet und wird in einer Höhe von etwa 2000 Metern bei ausdauernder Gebirgssonne und kühlen Nächten angebaut. Gleichzeitig werden die Pflanzenblätter nicht zu groß, dass das Höhenklima ihr Wachstum schmälert und so ein intensiveres, konzentrierteres Aroma produziert.
Abhängig von der Erntezeit, wird diese edle Teesorte in verschiedene Pflück-Gruppen eingeteilt. Die erste Pflückung (first flush) folgt auf den Frühjahrsmosum zwischen März und Mai. Der Tee, der dieser allerersten Wachstumsperiode entspringt, ist zart-blumig und fein-herb.

Aus der Zwischenpflückung im Monat Mai, die zwischen der ersten und zweiten Pflückung stattfindet, entsteht ein blumiger, schon kräftigerer Tee mit einem angedeutet würzigen Aroma. Die darauffolgende zweite Pflückung (second flush) in den Monaten Juni und Juli liefert sehr rund-aromatischen Tee mit vollmundiger Qualität.
Die Herbstpflückung schließlich, die zwischen Sommermosum und Winter geerntet wird, führt zu einem gleichfalls aromatischen, aber auch milden Geschmack.

Assam

Im nordindischen Assam liegt der ausgedehnteste Teedistrikt der Welt, der sich zu beiden Seiten des Brahmaputras verteilt. Auf etwa 200 Teeplantagen wächst hier ein ausgeprägt kräftiger und würziger Tee, der etwa fünfzig Prozent der gesamten, indischen Teeproduktion ausmacht. Im Gegensatz zum empfindlicheren Darjeeling kann der Schwarze Assam Tee auch mit härterem Wasser zubereitet werden, und eignet sich hervorragend für Schwarztee Mischungen, die sogenannten Blends.

Sikkim

Ebenfalls in Nordindien liegt das Anbaugebiet des Distriktes Sikkim. Es liefert einen dem Darjeeling in vieler Hinsicht ähnlichen Tee, der ausgesprochen aromatisch schmeckt, aber viel weniger bekannt ist. Sikkim Tee ist jedoch ein echter Geheimtipp unter Kennern von indischem Tee, und für seine gleichbleibende, wohlschmeckende Qualität bekannt.

Nepal

Ebenfalls seltener getrunken ist nepalesischer Tee – völlig zu Unrecht. Im Himalaya gelegen, sind die Anbauflächen Nepals relativ klein und werden zumeist als Kooperativen geführt. Der Ertrag liegt demzufolge bei nicht mehr als 150 Kilogramm Tee pro Hektar, der im Geschmack dem Darjeeling ebenfalls ähnelt, durchgängig leicht herb, aber rund und vollmundig schmeckt.

russia_flags_flag_17058 Teeanbaugebiete Russlands

Ein russisches Sprichwort heißt: “Wo es Tee gibt, da ist das Paradies.”

Russland hat eine lange Tee-Tradition. Diese begann schon lange vor dem Beginn des modernen Teeanbaus. Der klassische Samowartee wurde viele Jahrzehnte lang auf beschwerlichem Landweg von China aus nach Russland und von dort aus nach Mittel- und Westeuropa gebracht. Man nannte ihn deshalb auch “Karawanentee”.

In Russland wird der Tee in einem Samowar zubereitet. Dies ist ein spezieller Kessel, welcher mit Holzkohle beheizt wird und mit einem Zapfhahn verschließbar ist. Der Samowar ist aus Russlands Teekultur nicht wegzudenken. Er wird übrigens auch in der Türkei und im Iran verwendet.

Zu Zarenzeiten, als in den russischen Großstädten der Blick auf westliche Sitten gerichtet wurde, interessierte man sich auch für die Teesorten, welche bei den Briten und Holländern bevorzugt wurden. So kamen um die Jahrhundertwende indische und ceylonesische Teesorten nach Russland, welche dann mit den klassischen Karawanentees gemischt wurden. Das Ergebnis waren die bis heute geschätzten “Russischen Mischungen”, bestehend aus je zur Hälfte Anteilen aus Ceylon High Growns und China Black gemischt.

Da der Bedarf an Tee immer schneller wuchs, versuchte man im eigenen Lande, in den südrussischen Provinzen, selbst Teepflanzen anzubauen, um die teuren Importe ablösen zu können. Um 1870 hatte der Zar an der grusinischen Schwarzmeerküste (heute Abchasien) die ersten Teegärten anlegen lassen. Aber weder die Menge noch die Qualität reichten aus, um den wachsenden Verbrauch besser abdecken zu können. Deshalb versuchte man den Teeanbau im Kaukasusvorland und den anliegenden Bergprovinzen (jetzt Aserbaidshan, Dhagestan, Armenien).

Später verstaatlichte die Sowjetregierung alle im Zarenbesitz befindlichen Teegärten. Sie wurden in den 60er und 70er Jahren extensiv weiterbewirtschaftet. Dadurch gehörte die Sowjetunion zu den größten Erzeugerländern von Schwarztee. Tee (auf russisch Tschaj) war Volksgetränk Nummer Eins geworden. Bei einer Tasse Tee am pfeifenden Samowar saßen die Leute friedlich vereint und vergaßen den tristen Alltag. Zum Tee gab es meist eine fruchtige, süße Konfitüre. Mit dem Niedergang der Sowjetunion setzte jedoch auch ein Niedergang dieser nationalen Teekultur ein. Alle Teeplantagen außerhalb Zentralrusslands wurden Opfer der neuen Politik, die von Bürgerkriegswirren und Separationsbestrebungen der verschiedenen Länder bestimmt war.

In Grusinien und Abchasien wurden alle Teeplantagen durch die Kriegseinwirkungen zerstört. Hier kam die Produktion gänzlich zum Erliegen. In der kaukasischen Region ging die Teeproduktion dramatisch zurück aufgrund fehlender technischer und logistischer Kapazitäten. Außerdem kam noch hinzu, dass die einheimischen Sorten durch Importe verdrängt wurden, da der bis dahin abgeschottete Binnenmarkt für Tees aus Sri Lanka, Indien und China geöffnet wurde. Die fruchtbare Landschaft zwischen Kaukasus dem Schwarzem Meer, das Kuban-Gebiet, ist das nördlichste Teeanbaugebiet der Welt, was vor allem für Teeliebhaber interessant sein dürfte.

Aus heutiger Sicht spielt Russland als Teeproduzent keine wichtige Rolle mehr. Wegen der geringen Qualität ist Tee aus Russland und Grusinien nur noch selten im Handel. Trotzdem wird in vielen Haushalten Deutschlands Tee nach russischer Art (aus dem Samowar) mit wachsender Beliebtheit getrunken. Dazu isst man süßes Gebäck, Konfekt oder Torte.

argentina_flags_flag_16969 Teeanbaugebiet Südamerika

Südamerika, die Heimat des einzigartigen Matetees, hat vor allem in den europäischen Ländern keinen großen Bekanntheitsgrad, zu sehr drängen sich Indien oder China ins das Marktgeschehen.

Dennoch kann Argentinien mit einer großen Teeproduktion aufwarten und nimmt immerhin Platz 11 ein. Argentinien kann als Anbauland keine Geschichte vorweisen, mit einem Alter von rund 60 Jahren ist es relativ jung. Dieser Umstand begründet mitunter die Unbekanntheit. Die wichtigste Region ist Missiones. Kalte Winter und feuchtwarme Sommermonate bilden eine optimale Grundlage für den Teeanbau. Die Qualität dieser Tees leidet enorm, da die Blätter nicht händisch gepflügt werden. Aufgrund der hohen Gehaltsforderungen der Arbeiter werden vorwiegend Pflückmaschinen eingesetzt.

Brasilien ist weitaus kleiner als Argentinien und schafft die Grundlage für qualitative Tees. Allerdings ist sind die Ernteerträge in Brasilien weitaus höher. In Handarbeit gepflückt und verarbeitet, lässt die Qualität keine Wünsche offen.

Während der Tee aus Argentinien hauptsächlich für den Export produziert wird, hält Brasilien den Eigenverbrauch in Schach.

Ecuador und Peru haben mit circa 3.000 Tonnen ebenfalls geringe Ernteerträge. Die dort gewonnen Tees eignen sich für Teemischungen, da die Qualität nicht überragend ist.

In den Haupterntezeiten Januar bis April sowie Oktober bis Dezember wird ein sehr milder gepflückt. Wobei die letztere Ernteperiode die beste Qualität hervorbringt.

Die wohl bekanntesten Sorten sind Mate und Lapacho. Beide Pflanzen sind keine Charakteristischen Teegewächse.

Lapacho wird aus der Rinde des Lapachobaumes gewonnen. Die Rinde wird ausgehöhlt und zu aromatischem Tee verarbeitet.

Mate wird aus den Blättern des Matestrauchs gewonnen. Diese werden gepflückt, getrocknet und anschließend zerstoßen.

Teeanbaugebiet Indonesien

Die Hauptanbaugebiete Indonesiens sind Java und Sumatra, wobei letzteres erst im 20. Jahrhundert zum Tragen kam. Der Anbau in Java begann bereits 1826. Nach einem schleppenden Anlauf entwickelte sich Tee aus Indonesien zunächst als Verkaufsschlager in europäischen Ländern. Allerdings hat der Zweite Weltkrieg diese Bemühungen zu Nichte gemacht. Viele Handelsverbindungen wurden abgebrochen und der Anbau wurde nahezu gestoppt.

Erst im Jahr 1984 wurde durch das Teaboard of Indonesia ein neuer Anlauf gestartet, der erfolgreich zu einer Ernte von rund 135.000 Tonnen führte. Heute machen der Teeanbau und der daraus resultierende Export immerhin 12 % der Weltproduktion aus.
Die größten Exportpartner sind England, die USA, Polen und der gesamte Ostblock.

Die Sortenvielfalt ist dem Holländer Kerkhoven zu verdanken. Dieser experimentierte bereits in den Jahren ab 1878 mit verschiedenen Hybriden aus China. Mit Assamhybriden gelangen ihm die besten Erfolge. Diese Sorte hat sich den feuchtwarmen klimatischen Bedingungen Indonesien ohne Probleme angepasst.

Der qualitativ beste Tee wird in Bandung geerntet. Die Höhenlage von 600 – 1.400 Metern lässt die Teepflanzen das ganze Jahr reifen, bis sie im August und September gepflückt werden.
Die Ernte ist jedoch nicht nur auf die beiden Monate begrenzt. Vielmehr wird ganzjährig geerntet, allerdings zeichnen sich diese Monate durch eine hohe Qualität aus.

Tees aus Indonesien verzücken durch ihre Vielfalt und ihre verschiedenen Charaktere. Grüner Tee, Schwarzer Tee und Oolong Tee bilden aufgrund der verschiedenartigen Höhenlagen und den damit schwankenden klimatischen Verhältnissen ihr eigenes Bukett aus.
Java schafft mit Vulkanboden die optimale Bedingung für den Anbau von Ceylon Tee. Durch die ständigen Ascheauswürfe, wird das Pflanzenwachstum positiv gefördert. Ein prädestiniertes Beispiel für die hohe Qualität ist Bandung. In Java wird ganzjährig geerntet, andernfalls können die besonders üppigen Pflanzen nicht in Schach gehalten werden.

Sumatra hingegen schafft mit seinen klimatischen Bedingungen des Regenwaldes ein völlig neues Anbauambiente. Dieses Anbaugebiet entstand im eigentlichen Sinne nur aufgrund des Platzmangels in Java. Java ist sehr dicht besiedelt und trotz zahlreicher Rodungen, mussten die Anbauflächen erweitert werden.

Teeanbaugebiet Nepal

Nepal zählt mit zu den jüngsten Anbaugebieten der Welt. Erst vor 140 Jahren wurde Tee hier kultiviert. Der erste Tee wurde 1873 produziert. Die Höhenlagen von 1.000 bis 2.400 Metern werden über tausend Tonnen Tee pro Jahr geerntet. In liebevoller Handarbeit wird er von Bauern gehegt und gepflegt.

Die größte Anbauregion ist Ilam Valley. Diese Region grenzt direkt an das indische Darjeeling an. Weitere Anbauregionen sind Kathmandu sowie das Flachland Nepals, allerdings bringt letzteres mehr oder weniger Tee mit minderer Qualität zu Tage.
Die frische Luft und die klimatischen Bedingungen des Himalaja Gebirges sorgen für einen milden und aromatischen Tee.
Das Augenmerk liegt auf dem Anbau von Schwarzen Assam Tee, einem Schwarzen Tee, wobei sich Grüner Tee in den letzten Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut. Der Religion und Tradition folgend, werden ferner ayurvedische Tees produziert.

Leider stockt der Export des Tees immens. Grund hierfür ist, dass der Teeanbau nur von Bauern und Kleinstbetrieben vorgenommen wird. Diesen fehlen einfach die finanziellen Mittel, um ausreichend auf sich aufmerksam zu machen. Hinzu kommt, dass das Nachbarland Indien durch große Industrie und eben den nötigen finanziellen Mittel, das Interesse auf sich zieht. Ein weiteres Problem ist, dass Nepal ein Binnenland ist. Der nächste Hafen ist immerhin knapp 600 km entfernt. Der Transport von den Produktionsstätten hin zum Hafen kann somit nicht ohne weiteres realisiert werden. Wer jedoch einmal auf diesen Tee aufmerksam geworden ist, nimmt diese Hürden gern auf und erweist sich als treuer und regelmäßiger Abnehmer.

Neben Ilam Valley sind Guranse Tea Estate, Sakhejung Hill Range, Kanyam Tea Estate und Kanchanjanga Tea Estate weitere Anbauregionen Nepals.
Ilam Valley und Guranse Tea Estate zählen mit jeweils rund 250 Hektar zu den größten Anbaugebieten. Der Tee in Ilam Valley ist jedoch weit aromatischer und qualitativer, was letztlich auf die Höhenlage zurückzuführen ist. Ilam Valley liegt in 1.000 – 2.400 Meter Höhe, während Guranse Tea Estate eine Höhelage zwischen 800 – 2.000 Meter aufweist. In beiden Regionen wird der Tee in Handarbeit geerntet.
Sakhejung Hill Range hat eine Größe von 100 Hektar. Erst im Jahr 2000 gegründet, liegt er im mittleren Hochland.
Kanyam Tea Estate weist zwar nur eine Fläche von 200 Hektar auf, allerdings eine enorme Erntemenge von 100 Tonnen.

Ilam Tee zeichnet sich durch ein süßes Bukett aus, während Tee aus dem Kanyam Tea Garden sehr kräftig und körperreich erscheint.

sri_lanka_flag_flags_18084 Teeanbaugebiet Ceylon

Als einer der größten Teeexporteure spielt Qualität beim Teeanbau eine vordergründige Rolle. Die ertragreichsten Plantagen sind im Süden der Insel vorzufinden. Grund hierfür sind die hervorragenden klimatischen Bedingungen. Im Norden herrscht ein sehr trockenes tropisches Klima, so dass die erforderliche Feuchtigkeit für einen Qualitativen Tee fehlt.

In den Gebirgsketten wird ebenfalls Teeanbau praktiziert. Allerdings handelt es sich hierbei nur um kleine Plantagen, die vielmehr den einheimischen Markt befrieden. Die Qualität lässt hier zu wünschen übrig.

Der Tee aus dem Süden der Insel hingegen wird als High Growns bezeichnet. Wichtige Regionen sind dabei der Uva-District, der Nuwara Eliya-District sowie der Dimbula-District.

Die erste Ernte des Jahres wird in Nuwara Eliya durchgeführt. In der Zeit von Januar bis Februar werden die Blätter gepflückt. Dieser Tee versprüht ein leichtes und frisches Bukett und hat eine helle Farbe.
Auch in Dimbula wird von Januar bis Februar geerntet. Typische Sorten wie Pettiagalla Ceylon Tee oder Idulgashena Ceylon Tee sind hier heimisch. Der Tee aus dieser Region hat ein sehr kräftiges Bukett und ist im Vergleich zum Tee aus Nuwara Eliya Ceylon Tee sehr körperreich.

Die letzte Ernteperiode findet in Uva statt. Von Juni bis September werden hier die wohl aromatischsten Tees Ceylons geerntet. Weich im Abgang mit einem Bukett aus Zitronen wird der Tee diese Region vor allem für den Export verwendet.

Die bekömmlichen und aromatischen Tees haben wir dem Schotten James Taylor zu verdanken. Als dieser im Jahr 1870 auf die Insel kam, versuchte er Tee anzubauen. Ursprünglich in China kultiviert, trugen die optimalen klimatischen Bedingungen im Süden zu einem schnellen Wachstum der Pflanzen bei.

Ceylon Tee wird oft mit den Vermerken “High Grown” und “Low Grown” versehen. Für den Käufer gibt dies Aufschluss über die Qualität. Die “Low Grown” Tees haben eine eher mindere Qualität und werden verstärkt als Verschnitte für Teemischungen genutzt.
Die gute Qualität wird erzeugt, da die erste Ernte erst beginnt, wenn die Teepflanze bereits 4 Jahre lang wachsen und gedeihen konnte.

Die Arbeitsgänge der Weiterverarbeitung können von Neugierigen und Besuchern in der Glenloch Teefabrik besichtigt werden. Im ersten Schritt wird er der Tee zum Trocken breitflächig ausgelegt. Riesige Ventilatoren stehen inmitten der Fabrik, umso den Trocknungsvorgang zu unterstützen. Anschließend werden die Blätter zerkleinert, um dann zum Fermentieren ausgebreitet werden zu können. Zu guter Letzt folgt die Röstung.

Der Teeanbau bestimmt die Wirtschaft Ceylons. Immerhin sind rund 7 Millionen Einwohner auf den Teeplantagen tätig.

kenya_flags_flag_17022 Teeanbaugebiet Afrika

Als Dritte-Welt-Land begann der Teeanbau in Afrika verhältnismäßig spät. Erst im 20. Jahrhundert, wurde der Teeanbau kultiviert. Südafrika, Tansania, Malawi und Kenia sind die bekannten Anbaugebiete, wobei letzteres auch gleich die größte Bedeutung für den Export hat. Allein in Kenia gibt es 40 Plantagen, die vorrangig Schwarzen Tee anbauen. Der Export findet vor allem in England, Irland, Deutschland und den Niederladen Anklang.
Der Schwarze Tee aus Kenia verfügt über ein sehr kräftiges Aroma und wird vor allem in England mit sehr viel Milch eingenommen.

Das tropische Klima in Kenia sorgt mit einer Luftfeuchtigkeit von 60 % – 75 % und Temperaturen von über 25 ° C für konstante Anbaubedingungen. Regen und Sonne halten sich im Gleichgewicht und sorgen für optimale Bedingungen.
Die Ernte erfolgt in aller Regel per Hand, denn nur so kann eine gute Qualität garantiert werden. Traditionsgemäß wird nur die Blattknospe sowie die angrenzenden Blätter abgeerntet.
Die Verarbeitung erfolgt nach der CTC-Methode, da die technischen Hilfsmittel begrenzt sind.
Die Blätter werden getrocknet, anschließend zermalen, zerrissen und gerollt. Auf diese Weise werden die Blätter schneller getrocknet, die Fermentierung wird verkürzt und das typische Bukett des Schwarzen Tees wird erreicht.

Man traut es Afrika kaum zu, aber aufgrund seiner qualitativen Tees, spielt vor allem Kenia eine der tragendsten Rollen im Export.

Durch die liebevolle Handarbeit der Plantagenbetreiber können diese Qualitätsstandards ohne Probleme aufrechterhalten werden.

china_flags_flag_16985 Teeanbaugebiet China

Tee zählt in China zu einem Nationalgetränk. Bedingt durch die alten Traditionen und Sitten ist Tee nicht mehr wegzudenken.

China gilt noch heute als das Teeanbauland schlechthin, wobei Indien für den Export mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und China somit von Platz 1 verdrängt.

Dem Teeanbau wird sehr viel Zuwendung gewidmet. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein wurde von der Saat bis zur Ernte jeder Handgriff manuell durchgeführt, um mögliche Qualitätsverluste verhindern zu können. Mit fortscheitender Technologisierung und einem zunehmenden Werteverfall in der Republik, verlor der Tee immer mehr an Bedeutung. Teehäuser wurden geschlossen und der Teepreis an sich stieg enorm an. Selbst die billigsten Sorten waren nicht mehr für die einfache Schicht erschwinglich. Diese Einstellung hat sich jedoch heute wieder geändert. Für die gastfreundlichen Chinesen gibt es nichts Schöneres als ihre traditionellen Teezeremonien mit Touristen zu erleben.

Charakteristisch für chinesische Tees sind ihre Namen, praktisch ein Alleinstellungsmerkmal. Die Namen werden klassischerweise nicht nur nach Ihrem Anbaugebiet benannt, vielmehr werden fantasie- und klangvolle Namen verwendet. Die wichtigsten Anbaugebiete Chinas sind Zhejiang, Guanxi, Yunnan, Anhui, Henan, Hubei, Gansu, Jiangsu, Hainan, Shanxi, Shandong, Guizou, Szechuan. Tibet gilt ebenfalls als Anbaugebiet und genießt aufgrund seines religiösen Hintergrunds einen besonders guten Ruf.

Kleine Familienbetriebe lassen die Bedeutung des Tees wieder aufleben. In liebevoller Handarbeit wird gesät und geerntet, daher überwiegen keine großen Plantagen und die Ernteerträge fallen gering aus.

Chinesischer Tee ist aufgrund seiner Herkunft, Verarbeitung und seines Buketts als Grüner Tee, Schwarzer Tee, halbfermentierter Tee, Weißer Tee, bedufteter Tee und gepresster Tee wieder zu finden.

Anhui ist nicht nur ein Naturparadies sondern bringt sehr qualitative und handgearbeitete Tees zum Vorschein. Große Plantagen sind hier fehl am Platze. Vielmehr herrschen hier kleine beschauliche Teegärten vor.

Fujian ist ebenfalls ein sehr kleines Anbaugebiet, das durch Handarbeit und Qualität überzeugt. Dem weltbekannten Jasmin Tee, der durch sein liebliches Bukett verzaubert und dem Weißen Tee werden hier die größte Bedeutung beigemessen.

Yunnan und Tee stehen in einer Einheit, beides von einander getrennt zu betrachten ist fast gar nicht möglich. Yunnan gilt es Heimat des Tees und somit als das älteste Anbaugebiet überhaupt. Glaubt man der Geschichte, so stammt die Teepflanze aus dieser Region. Kein wunder also, dass Traditionen hier besonders gepflegt werden.

Zheijang ist die Heimat des Lung Ching Tee, dem besten Grünen Tee in China. Der Anbau dieser Sorte rührt ebenfalls aus einer langen und auch heute noch gepflegten Tradition.

japan_flags_flag_17019 Teeanbaugebiet Japan

Ebenso wie China gehört Japan zu einem der traditionellsten Teeproduzenten. Angefangen hat alles im 8. Jahrhundert, als Buddhisten die ersten Teesamen von ihren Reisen aus China mitgebracht haben. Vor allem der Grüne Tee gewann dabei einen hohen Stellenwert und wird vor und nach der Meditation eingenommen.

Die religiösen Wurzeln des Tees durchziehen mittlerweile das gesamte Landesbild. Architektur, Kunst und natürlich das gesellschaftliche Verhalten sind konform mit der Teetradition.
Sencha Japan Tee bzw. Bancha Japan Tee gehört zum alltäglichen Leben in Japan hinzu, während der Gyokuro Japan Grüntee für besondere Anlässe zubereitet wird. Die Hauptanbaugebiete sind Honshu, Shikoku, Kyushu und Okinawa. Kleine Familienbetriebe finden sich auf den Plantagen in Asahi, Yamana, Umoji, Kyogoku und Kambayashi wieder. Hier wird richtige Tradition gelebt, denn die Plantagen gehen bis auf die Vergangenheit der Buddhisten zurück.

Japan nutzt trotz seiner Tradition hoch entwickelte Maschinen, die die Verarbeitung, vor allem jedoch die Ernte, vereinfachen sollen. Moderner Sonnenschutz und Pflückroboter kommen so zum Einsatz.

Durch das konstante Klima in den Anbauregionen sind die Qualität sowie der Geschmack der Tees weitestgehend gleich. Die Unterscheidung erfolgt in aller Regel aufgrund ihrer Verarbeitung. Die Qualität wird jedoch an der Farbe der Teeblätter festgemacht. Im Allgemeinen gilt, je dunkler die Blätter, desto höher ist die Qualität. Die Haupterntezeit ist von Mai bis September, wobei die Erträge im Juni als besonders schmackhaft empfunden werden.

Die Blätter werden nach dem Pflücken, egal über in Handarbeit oder mit Maschinen, direkt weiterverarbeitet, um so Qualitätsverluste mindern zu können. In aller Regel folgt als nächster Schritt die Fermentierung, denn hier wird den Blättern die Feuchtigkeit entzogen. Dieser Prozess ist sehr sensibel, denn die Fermentierung trägt maßgeblich zur Milde bzw. Stärke des Tees. Im Ergebnis entsteht entweder Grüner Tee oder Schwarzer Tee, das Hauptaugenmerk in Japan liegt jedoch auf Grünem Tee.

Je nach Verwendung wird der Tee beispielsweise maschinell gepresst. Zwar wird dieser Tee vorwiegend für Teemischungen und Teebeutel benutzt, etwaige Qualitätsunterschiede lassen sich durch die Verarbeitungsmethode jedoch hervorragend ausgleichen.

Wird Grüner Tee in Handarbeit hergestellt, werden die Blätter mit Wasserdampf behandelt und erhitzt, um so die Fermentierung zu verhindern.

Bei dieser Arbeit ist sehr viel Feingefühl erforderlich, so dass eine Automatisierung fast unmöglich erscheint.

taiwan_flags_flag_17071 Teeanbaugebiet Taiwan

Aktiver Teeanbau wird in Taiwan seit 1650 betrieben. Auswanderer haben Teesamen aus China mitgebracht und kultiviert. Die Hauptanbaugebiete sind Nantou, Ali-Shan und Yu-Shan. Gerade in der Hochlandregion Yu-Shan wächst der beste Oolong Tee überhaupt.

Oolong Tee gilt als wahre Gaumenfreude und wird von Teeliebhabern sehr gern angenommen. Dong-Ding, Ali Shan Cha, Jin Shan Cha, Tikuanyin, um nur einige zu nennen, schaffen ein unverwechselbares blumiges Bukett mit einem herrlichen Duft.

Oolong Tee reiht sich in die Riege der Grünen Tees ein, weißt jedoch eine höhere Fermentierung auf. Er ist daher milder und bekömmlicher als Grüner Tee. Für die Qualität ist der Erntezeitpunkt entscheidet. Hochwertiger Oolong Tee wird ausschließlich im Frühling geerntet. Tradition und Werteerhalt werden in Taiwan, vor allem aber beim Formosa Tee wird besonders groß geschrieben und auch geschützt. Pestizide und andere chemischen Mittel kommen erst gar nicht zum Einsatz. Als natürliche Unterstützung werden unter anderem Soja oder Milcheiweiß genutzt, der gesundheitliche Faktor wird dadurch immens gefördert. Die klimatischen Bedingungen tragen ebenso zu einer ertragreichen und qualitativen Ernte bei. Hohe Luftfeuchtigkeit und konstante Temperaturen um 28° C sind dabei ideal.

Die Teekultur ist für Taiwan und seine Wirtschaft enorm wichtig. Zahlreiche Familienbetriebe widmen sich dem Teeanbau, große Plantagen mit hochmoderner Technik sind nur selten vorzufinden. Der Tee wird sowohl für den Export als auch für den Eigenverbrauch genutzt. Tee ist in Taiwan nicht teuer, jede Schicht kann sich somit dem Teegenuss hingeben. So wird der gesellschaftliche Rang vor allem am verwendeten Tee sowie am Teebesteck festgemacht. Bei jeder Teezeremonie wird der Tisch liebevoll und vor allem teuer dekoriert. Wertvolle Keramik, Zedernholz sowie besondere Duftbecher. Der Duft spielt in Taiwan eine übergeordnete Rolle. Ziel einer jeden Teezeremonie ist es, den Duft aufzufangen bevor der Tee getrunken wird. Bei einer Reise nach Taiwan sollte diesem Ritual unbedingt beigewohnt werden.

Die Preise für die verschiedenen Teesorten werden bei so genannten Teewettbewerben festgelegt. Eine Jury, meisten Teemeister, probieren die Ergebnisse der Ernte. Über ein Punktesystem werden die Teesorten eingeordnet. Je höher die Bewertung ausfällt, umso höher ist da Preisgefüge.