Kreuzdorn

In der Medizin werden die reifen Früchte in Form von Beeren genutzt. Sie kommen entweder als mildes Abführmittel oder als Saft aus den frischen Beeren zum Tragen. Der Saft wurde in früheren Zeiten alternativ als Färbemittel eingesetzt.

Der Kreuzdorn ist ein etwa 3 Meter hoher Strauch mit sparrigen Ästen. Die grünlichen Blüten stehen in kleinen Büscheln. Die Zweige laufen oft in einen Dorn aus, Dornen finden sich jedoch auch an den Verzweigungen. Die kugeligen, etwa erbsengroßen Früchte sind zunächst grün, dann schwarz. Medizinische Verwendung finden die Früchte.

Am Kreuzdorn (Rhamnus catharticus L.) finden sich circa 6 Millimeter große, in der Reife glänzende Steinfrüchte. Am Scheitel der Frucht sind sich kreuzende Furchen zu erkennen, von denen sich der deutsche Name der Pflanze ableiten lässt.

Beheimatet ist die Pflanze in Europa, Nordafrika, Indien und Pakistan, ist jedoch auch in Indonesien zu finden. Die Droge wird aus Russland importiert. Die Pflanze ist weltweit verbreitet und je nach Art der Früchte, finden sie auch in der Landwirtschaft ihre Bedeutung. In manchen Fällen sind die Früchte sogar sehr schmackhaft.

Steckbrief: Kreuzdorn

Pflanze:Rhamnus catharticus L.
Familie:Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Herkunft:Die Pflanze wächst in Asien, Europa und Nordafrika. Die Droge wird hauptsächlich aus Wildsammlungen von Russland eingeführt.
Synonyme:Amselbeere, Färbebaum, Feld Beerbaum, Gelbbeere, Hexendorn, Hirschdorn, Purgier, Purgier- Kreuzdorn, Stechdorn, Weg Dorn

Die Heilpflanze wirkt auf den menschlichen Körper nicht nur abführend, sie reinigt zudem und ist effektiv harntreibend.

Wegen der angeblich reinigenden Wirkung, wurde der Kreuzdorn im Mittelalter genutzt, um eventuelle Dämonen auszutreiben.

Anwendung:

Zur Weiterverarbeitung eignen sich die Früchte, aber auch die Samen, die Rinde und das Holz. Aus den Rohstoffen des Kreuzdorns, können unterschiedliche Öle und Proteine synthetisiert werden. Die Pflanze ist in ihrer Verwendung verschieden, denn je nach Art kann der Kreuzdorn als Heilmittel Verwendung finden.

Die effektivste Wirkung zeigt sich als Abführmittel, aber auch zur Linderung bei Gichtanfällen, Rheuma und Hautausschlägen. Für eine Weiterverarbeitung ist es ratsam, die Früchte zwischen den Monaten August und Oktober zu sammeln.

Bei Verstopfung bei einer erwachsenen Person ist eine kurzfristige Anwendung zu empfehlen. Hierbei ist es erforderlich, dass eine individuelle Dosierung gesucht wird. In der Regel handelt es sich hier um die Einnahme von einer Teezubereitung in der geringsten erforderlichen Dosierung.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Obstipation (Stuhlverstopfung)
  • Dosierung: 29 bis 30 Milligramm Hydroxyanthracenderivate pro Tag, berechnet als Glucofrangulin A.
  • Die individuell richtige Dosierung ist die geringste, die erforderlich ist, um einen weichen Stuhl zu erhalten.
  • Art der Anwendung: zerkleinerte Droge für Aufgüsse, Abkochungen, Kaltmazerate oder Elixiere. Flüssige oder feste Darreichungsformen ausschließlich zur Einnahme.
  • Hinweis: die Darreichungsform sollte eine geringere als die übliche Tagesdosis erlauben.

Wirkung Abführmittel:

Etwa 10 bis 20 Beeren mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb abseihen und langsam zu sich nehmen. Die Wirkung setzt jedoch erst nach ungefähr 8 bis 10 Stunden ein.

Die Kreuzdornfrüchte enthalten wie auch der Faulbaum Antrachinonglykoside, die abführend wirken in dem sie die Magen- Darm- Passage beschleunigen und eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls (stuhlerweichend) bewirken. Zubereitungen aus den Kreuzdornfrüchten werden daher als Laxans bei Verstopfungen eingesetzt. Für die Anwendung sind spezielle Anwendungsbeschränkungen zu beachten (s. Hinweise).

Generell sollte ein Anwender vorsichtig bei den Dosierungen sein, denn anderenfalls kann es zu Bauchkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen kommen. Im schlimmsten Fall können sich gravierende Vergiftungssymptome einstellen.

Wirkstoffe:

Kreuzdornbeeren, bestehend aus den getrockneten reifen Früchten von Rhamnus catharticus, sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung. Die Droge enthält weiterhin Anthranoide, überwiegend vom Typ Emodin.

Hinweis:
Obwohl die Anwendungen mit pflanzlichen Heilmitteln oft eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper zeigen und Beschwerden lindern oder sogar ganz verschwinden lassen, sollte im Vorfeld immer eine Gespräch mit dem behandelndem Arzt stehen.

Weiterhin kann der Kreuzdorn zur inneren, als auch zur äußeren Anwendung kommen.

Inhaltsstoffe Kreuzdorn:

Immer wenn besonders weicher Stuhl erwünscht wird, können die Früchte vom Kreuzdorn hilfreich sein. Als Abführmittel kann die Pflanze Verwendung finden bei:

  • Analfissuren
  • Hämorrhoiden
  • nach einer Operation im Anal- oder Rektalbereich
  • vor diagnostischen Eingriffen im Magen- Darm- Trakt

Des Weiteren wird die Droge gern zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung (Obstipation) eingesetzt.

In der Volksmedizin werden Kreuzdornbeeren nicht nur zur Blutreinigung eingesetzt, sondern auch als harntreibendes Mittel empfohlen. Homöopathisch gelten frische, reife Früchte zur Linderung bei Erkrankungen im Magen- Darm- Trakt, aber auch zur Unterstützung des Bewegungsapparates (Muskeln, Knochen).

Inhaltsstoffe:

In den Kreuzdornbeeren finden sich circa 4 bis 7 Prozent Anthrachinonglykoside. Als Hauptkomponente zählen jedoch Glucofrangulin A, Frangulaemodin und Diacetylglucofrangulin. Des Weiteren finden sich in den Früchten:

  • 3 bis 4 % Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Pektine
  • Mono- und Oligosaccharide
  • Vitamin C

Kreuzdorn als Heilpflanze

Sammelzeit:August, September, Oktober
Heilwirkung:abführend, anregend, harntreibend
Anwendung:in der Regel als Tee

In der Volksheilkunde verfügt der Kreuzdorn, neben seiner Verwendung als Abführmittel, noch über andere Anwendungsgebiete. Die Pflanze wird bei Gicht und auch gegen Rheuma empfohlen. Zeitgleich soll durch die Pflanze der Blutdruck angeregt und Wasseransammlungen ausgeschwemmt werden. Weitere Einsatzgebiete sind chronische Hautausschläge und Ekzeme.

Dosierung:

Der Handel bietet momentan keine Fertig- Teepräparate an, dennoch wird Kreuzdorn in der Regel als Tee verabreicht.

Die mittlere Tagesdosis ist auf 30 Milligramm festgelegt. Der Anwender sollte diese Menge an Hydroxyanthracenderivaten nicht überschreiten. Die Dosierung wird erreicht, indem der Nutzer 2 Mal pro Tag eine Tasse mit je 2 Gramm Kreuzdornbeeren zu sich nimmt.

Tee:
4 Gramm zerkleinerte, getrocknete Kreuzdornbeeren (etwa ein Teelöffel) werden mit rund 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15v Minuten abgeseiht. Morgens und abends eine Tasse frisch zubereiteten Tee trinken. Da auch eine geringere Dosierung ausreichend wirksam sein kann, ist die Dosis zu nehmen, bei der ein weichgeformter Stuhl das Ergebnis ist.

Die Alternative besteht darin, dass der Anwender die Droge mit kaltem Wasser ansetzt und dann 2 bis 3 Minuten aufkocht und anschließend durch ein Teesieb abseiht.

Kontraindikationen sind:

  • Darmverschlüsse
  • entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Blinddarmentzündungen
  • Bauchschmerzen mit nicht bekannter Ursache

Anwendungsdauer:

Die Anwendungsdauer sollte nicht länger als eine Woche betragen!

Zubereitungen:

Im Allgemeinen werden Kreuzdornbeeren für einen Tee genutzt. Andere Zubereitungsarten, wie zum Beispiel, Fertigteemischungen sind derzeit bei uns nicht erhältlich. Auch als Mus oder nur unbearbeitet können die Beeren (nicht roh oder unreif) ohne Probleme verzehrt werden.

Wichtige Hinweise:

  • nicht während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit anwenden!
  • nicht bei Kindern unter 12 Jahren nutzen!
  • nicht anwenden bei entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen mit nicht bekannten Ursachen!
  • nur anwenden, wenn eine Verstopfung auf andere Maßnahmen, beispielsweise Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln (Leinsamen), nicht anspricht!
  • nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!

Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über einen längeren Zeitraum kann zur Störung des Elektrolythaushaltes führen, insbesondere droht hier ein Kaliumverlust. Ein Kaliummangel wiederum führt automatisch zur Obstipation, sodass eine Art Abhängigkeit entstehen könnte. Anthrachinone stehen außerdem im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.

  • bei anhaltender Verstopfung oder Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen- Darm- Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich!

Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden, bei der Einnahme von anderen Arzneimitteln, die zu einem Kaliumverlust führen können, wie zum Beispiel Diuretika, Kortison- Präparaten, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmitteln (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie beispielsweise die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

  • Nebenwirkungen:

In Einzelfällen kann die Einnahme von Kreuzdornbeeren zu krampfartigen Magen- Darm- Beschwerden führen. In diesem Fall ist eine Dosisreduktion erforderlich. Bei einem Gebrauch über einen längeren Zeitraum kann es außerdem zu Obstipation, Nierenschädigung, Muskelschwäche und Störungen der Herzfunktion kommen.

Bei chronischem Missbrauch drohen nicht nur Elektrolytverluste, sondern auch Pigmenteinlagerungen in der Darmschleimhaut, die zwar harmlos sind und die sich in der Regel nach kurzer Zeit zurückbilden.

  • Vergiftung:

Ernste Vergiftungen durch eine Einnahme der Beeren sind selten. Jedoch können bereits einige Beeren, vor allen Dingen bei Kindern, zu Übelkeit und Erbrechen führen. Sicherheitshalber sollte dann ein Arzt aufgesucht werden bzw. eine Information beim Giftnotruf erfolgen.

Kreuzdorn sollte als Abführmittel nur in einzelnen Fällen eingesetzt werden. Personen, die einen längeren Zeitraum als maximal 2 Wochen wählen, müssen mit einer chronischen Stuhlträgheit rechnen. Weiterhin kann es aus diesem Grund zu Wasser- und Mineralstoffmangel kommen.

Wissenswertes über Kreuzdorn

In der richtigen Bezeichnung muss bei dem Kreuzdorn eigentlich von Purgierkreuzdorn gesprochen werden. Hiermit wäre der Name zu erklären, denn purgieren bedeutet nichts anderes als „abführen“.

Die Pflanze an sich bevorzugt einen kalkhaltigen und lockeren Lehmboden. Zu finden ist der Kreuzdorn überwiegend an steinigen Hängen, in Hecken und Gebüschen, aber auch an Waldrändern und auf Wegen.

Das Innere der Beeren beinhaltet vier Fächer, die mit jeweils einem Samen bestückt sind. Der Geschmack ist als süßlich zu bezeichnen, bevor er anschließend ins Bittere und dann ins Scharfe übergeht. Gerade für Imker spielt der Kreuzdorn eine wichtige Rolle, denn der Strauch ist bei Bienen außerordentlich beliebt. Die Pflanze verfügt über reichlich Nektar, der wiederum der Honigherstellung dient.

Dem Kreuzdorn wird nachgesagt, dass er lindernd auf Hautausschläge wirkt und bei Ekzemen und Ödemen hilfreich ist. Als Alternative zu einem Tee kann der Anwender Saft aus den frischen Beeren pressen und zu sich nehmen. Tee oder der Saft sind besonders hilfreich, wenn sie auf nüchternem Magen konsumiert werden.