Meerrettich

Beim Meerrettich handelt es sich um ein Wurzelgemüse, dass der Familie der Kreuzblütler angehört. Beheimatet ist das bei uns besonders beliebte Gewürz in Ost- und Südeuropa. Das es sich hierbei nicht nur um eine Gewürz-, sondern auch um eine Heilpflanze handelt, ist seit mehreren Jahrhunderten bekannt.

Da der Meerrettich in Deutschland nur noch knapp kultiviert wird, ist es nötig, ihn aus Österreich und Ungarn und einigen anderen südeuropäischen Ländern zu importieren.

Die 40 Zentimeter bis 1,5 Meter hohe Staude kommt in Europa wild vor, wird aber vor allem zur Gewinnung des als Gewürz beliebten Tafelmeerrettichs in den gemäßigten Breiten angebaut. Die ausdauernde Pflanze bildet einen bis mehrere kantige, gefurchte Stängel, die sich im oberen Teil ästig verzweigen. Die kleinen, wohlriechenden, weißen Blüten sitzen in aus zahlreichen Trauben zusammengesetzten Blütenständen. Die fleischige, scharf und reizend wirkende Wurzel wird im Herbst und Frühjahr geerntet und getrocknet oder frisch als Gewürz oder zu medizinischen Zwecken verwendet.

Steckbrief: gewöhnlicher Meerrettich

Pflanze:Armoracia rusticana G.M.Sch. syn.A. lapathifolia Gilib.
Familie:Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Herkunft:Der „Kren“ stammt ursprünglich aus dem Wolga- Gebiet. Mittlerweile wird die Pflanze weltweit angebaut.
Synonyme:Kren

Medizinisch interessant ist vor allen Dingen die Wurzel, hierbei ist es egal, ob sie im frischen oder getrockneten Zustand verwendet wird. Die Wurzel ist in der Lage, ein Wachstum von Bakterien zu hemmen. Hierbei handelt es sich gerade im diejenigen, die Harnwegsinfektionen oder Atemwegsbeschwerden auslösen können.

Äußerliche Anwendungen kommen der Durchblutung, bei zum Beispiel Muskelschmerzen zugute.

Anwendung:

Der scharfe Geschmack und die auf die Schleimhäute reizende Wirkung sind auf den Gehalt an Senfölen zurückzuführen. Die flüchtigen Senföle entstehen aus ihren Vorstufen, den Glucosinolaten, durch enzymatischen Abbau bei Verarbeitung der Wurzel und wirken keimtötend gegen Bakterien. Wegen ihrer Reizwirkung auf die Schleimhäute kommt es örtlich zu einer vermehrten Durchblutung.

Meerrettich enthält auch die Vitamine C und B 1, sowie Enzyme und Flavonoide.

Innerlich eingenommen wird der Meerrettich gegen Erkältungskrankheiten und zur unterstützenden Behandlung bei Infektionen der ableitenden Harnwege verwendet.

Zubereitungen aus Meerrettich können äußerlich zur Behandlung von Muskelschmerzen eingesetzt werden, dabei darf der Gehalt an Senfölen 2 Prozent nicht überschreiten (s. Hinweise), da es ansonsten zu starken Hautreizungen kommen kann.

Weitere Anwendungsgebiete:

Meerrettich desinfiziert und ist zudem durchblutungsfördernd. Aus diesem Grund kann er hervorragend als hilfreiches Mittel bei Rheuma, Insektenstichen oder auch bei kleinen Wunden empfohlen werden.

Anwendungsgebiete im Einzelnen:

  • Appetitlosigkeit
  • Grippe
  • Husten
  • Insektenstiche
  • Ischias
  • Kopfschmerzen
  • Magen- Darm- Beschwerden
  • Rheuma
  • Skorbut
  • Blasen- und Harnwegsentzündungen

Schon Hildegard von Bingen bediente sich der heilenden Wirkung von Meerrettich und setzte die Wirkstoffe gegen Husten und Verdauungsbeschwerden ein. Ansonsten empfahl sie ihn auch bei, Pilzvergiftungen und den Bissen von einer Natter.

Ein Gurgelsaft mit Meerrettich war gebräuchlich bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum und Mundfäule wurde zu diesem Zeitpunkt mit einem Pulver aus Meerrettich behandelt.

Verbreitet ist die Verwendung von Meerrettich zum Würzen von Saucen, Fleisch- und Fischgerichten. Da die Senföle leicht flüchtig sind, sollte Meerrettich erst kurz vor dem Servieren den abgekühlten Speisen zugesetzt werden. Getrockneter Meerrettich muss vor seiner Verwendung in lauwarmes Wasser eingeweicht werden, damit sich die Senföle bilden können.

Inhaltsstoffe:

Meerrettich ist zwar in der Lage einem die Tränen in die Augen schießen zu lassen, aber gesundheitlich hat er einiges aufzuweisen. Die gesunden Inhaltsstoffe sind vor allen Dingen in der Wurzel zu finden. Hierzu zählen unter anderem:

  • circa 3 Prozent Glucosinolate
  • Flavonoide (Quercetin)
  • Enzyme (Myrosinase)
  • Vitamine C, B 1, B 2
  • Mineralstoffe

Meerrettich ist jedoch nicht nur ein guter Vitamin- Lieferant, er beinhaltet zudem jede Menge an Nährstoffen und unterschiedliche Öle, die ebenfalls nicht zu verachten sind.

Wer eine möglichst effektive Wirkung der Wurzel erhalten möchte, sollte diese immer frisch verzehren. Der einfachste Weg ist, die Wurzel mittels einer Küchenreibe zu bearbeiten. Dabei wird eine hohe Anzahl von ätherischen Ölen freigesetzt, die jedoch schnell verfliegen. Je mehr Abrieb mit Sauerstoff in Berührung kommt, desto mehr Vitamine und Öle verliert der Meerrettich.

Nährwerttabelle:

Die nachfolgende Tabelle enthält die wichtigsten Nährwerte von Meerrettich je 100 Gramm:

Energie in Kilokalorien:64 kcal
Energie in Kilojoule:266 kj
Fett:300 mg
Kohlenhydrate:11.670 mg
Eiweiß (Protein):2.800 mg
Salz:23 mg
Ballaststoffe:7.500 mg
Mineralstoffe:2.200 mg

Die Inhaltsstoffe vom gekauften Meerrettich oder dem aus dem eigenen Garten unterscheiden sich in keiner Weise. Die Wurzel kann ohne weiteres als ein natürliches Antibiotikum bei Atemwegserkrankungen und Erkältungen angesehen werden.

Dosierung:

Neben diversen Fertigarzneimitteln, kann Meerrettich auch selber als Presssaft hergestellt werden. Hierzu 1 Esslöffel der zerkleinerten Droge auspressen und 2 bis 3 Mal täglich konsumieren. Für einen Umschlag dienen 2 Esslöffel frisch geraspelter Meerrettich, der circa 2 Zentimeter dick auf eine Kompresse aufgetragen wird.

Wichtig:
Damit es nach einer Anwendung nicht zu Hautirritationen kommt, sollten die betreffenden Areale mit Olivenöl eingerieben werden. Die Anwendungshäufigkeit liegt bei einem Umschlag bei einmal täglich für rund 5 Minuten, bei weiteren Anwendungen bei rund 10 Minuten.

Innerlich:
Tagesdosis 20 Gramm frisch geriebene Wurzel.

Äußerlich:
In Form von Salben oder Gelen mit einem Gehalt an Senfölen von maximal 2 Prozent.

Zubereitungen:

Traditionell wird Meerrettich zu Fleisch- und Fischgerichten serviert. Unter anderem gehören dazu: Tafelspitz, Roast Beef oder einem Lachsfilet. In der guten deutschen Küche kommt vor allem der Sahnemeerrettich zum Tragen, ebenso um Zubereitungen wie beispielsweise Apfelmeerrettich oder Meerrettich- Quark.

Meerrettich wird frisch gerieben, getrocknet oder als Frischpflanzensaft verwendet. Im Handel erhältlich sind ebenso Kombinationspräparate gegen Erkältungs- Krankheiten oder zur Behandlung von Muskelschmerzen, die als Bestandteil Meerrettichextrakte enthalten, sowie in Bleichlösungen zur Behandlung von Pigmentanomalien.

Heilpflanze und Gewürz

In zwei großen Bereichen kann der Meerrettich glänzen. Zum einen ist er aus der Medizin nicht mehr wegzudenken und zum anderen ist es der Einsatz in der Küche. Durch seine Vielfalt an gesunden Inhaltsstoffen, ist das Gewürz in der Lage, so manchem Gericht den letzten Kick zu verleihen.

Medizinisch wird die Wurzel gern gegen Infektionserkrankungen empfohlen, aber auch rheumatische Beschwerden sind mit beispielsweise Wickeln gut in den Griff zu bekommen.

Zusätzlich kann Meerrettich die Darmflora regulieren und die Verdauung stabilisieren. Manche verwenden ihn zudem, um fette Speisen bekömmlicher zu machen. Nicht nur bei Insektenstichen, einfach auf die betreffende Stelle gelegt und einmassiert, auch bei Zahnschmerzen ist er ähnlich hilfreich. So lange auf den schmerzenden Zahn legen bis der Schmerz nachlässt.

Speziell in der Erkältungszeit kann der Meerrettich das Immunsystem nachhaltig stärken, entweder als Breiauflage oder eingenommen wirkt er vorbeugend. Die sogenannte Meerrettich- Kur ist hierbei besonders zu empfehlen, bei der der Anwender zwei Wochen lang morgens und abends jeweils einen Teelöffel konsumiert.

Hinweise:

  • Nicht anwenden bei Magen- Darm- Geschwüren, entzündlichen Darmerkrankungen und bei akuten oder chronischen Entzündungen der Nieren!
  • Keine Anwendungen bei Kindern unter vier Jahren!
  • Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung:

Der Gehalt an Senfölen sollte 2 Prozent nicht überschreiten, da es ansonsten zu starken Hautreizungen kommen kann.

  • Vereinzelt sind allergische Reaktionen auf Senföle bekannt geworden.
  • Wechselwirkungen:

Wegen der aus den Glucosinolaten Isothiocyanaten kann nicht ausgeschlossen werden, dass die hormonelle Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigt wird oder bzw. eine latente Schilddrüsenunterfunktion manifest wird.

Wissenswertes über Meerrettich

Nicht viele Pflanzen können gleichzeitig als Gewürz, Gemüse und zu Heilungszwecken genutzt werden. Dazu kommt der Aspekt, dass sich Meerrettich außerordentlich gut lagern lässt. Die wichtigsten Faktoren ist Bezug auf den Meerrettich sind:

  • sehr intensiver Geschmack
  • Antioxidantien stärken das Immunsystem
  • kurbelt Stoffwechsel und Fettverbrennung an
  • die Wurzel wirkt antiviral und antibakteriell
  • passt toll zu diversen Gerichten

Ein weiterer positiver Punkt ist, der Meerrettich verfügt über eine relativ lange Erntezeit, diese reicht von Oktober bis ins frühe Frühjahr hinein. Die Ernte allerdings sollte vor dem nächsten Austreiben stattfinden, die Wurzel kann jedoch auch in jedem gut bestückten Supermarkt erworben werden.

Der Geschmack liegt eher im scharfen Bereich. Bevor der Pfeffer bei uns zu einem alltäglichen Gewürz wurde, hielten sich die Menschen mit Meerrettich über Wasser. Unverarbeitet ist die Wurzel geruchslos und verfügt über keinen nennenswerten Geschmack. Erst bei Zellverletzungen entsteht nicht nur der typische stechende Geruch, sondern auch die Schärfe.

Der Meerrettich ist weiterhin eine sehr gesunde Angelegenheit. Die Wurzel enthält pro 100 Gramm:

  • 2,8 Gramm Eiweiß
  • 0,3 Gramm Fett
  • circa 12 Gramm Kohlenhydrate

Dazu kommen wertvolle essentielle Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selber produzieren kann.

Die volle Wirkung entfaltet der Meerrettich bei einem schnellen Konsum, die ätherischen Öle, die mit am wichtigsten sind, verfliegen innerhalb der ersten Viertelstunde nach der Zubereitung.

Meerrettich als Kalorienkiller

Meerrettich ist ein gesunder Begleiter bei einer Diät. Durch die zahlreichen Mineralstoffe und Vitamine kommt der Stoffwechsel in Schwung und die Verdauung wird angeregt und Nahrung dadurch bedingt schneller verdaut.

Um einen Erfolg zu verzeichnen, muss die Wurzel allerdings regelmäßig zur Anwendung kommen.