Klette

Die bis zu 1,5 m hoch wachsende Große Klette besitzt einen wollig behaarten, aufrechten Stängel. Die roten Blüten sitzen in lockeren Trugdolden und bilden borstige Früchte, die bei Reife vom Stiel fallen. Verwendet werden die im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres gesammelten und getrockneten Wurzeln der Großen wie auch Kleinen Klette (Arctium minus Bernh.) und der Filzklette (Arctium tormentosum Mill.).

Steckbrief: Große Klette

Pflanze:Arctium lappa L. (=Arctium majus Bernh.)
Familie:Korblütengewächse (Asteraceae = Compositae)
Herkunft:Beheimatet ist die Pflanze in Europa, Nordasien und Nordamerika. Importiert wird die Droge aus Bulgarien, Jugoslawien, Polen und Ungarn.
Synonyme:Dollenkraut, Haarwuchswurzel, Kleberwurzel, Klettendistel, Klissenwurzel

Anwendung:

Die als Bardanae radix bezeichnete Klettenwurzel enthält Schleimstoffe und Inulin, geringe Mengen an ätherischem Öl, Pflanzensäuren und Lignane (z.B. Arctiin). Volksmedizinisch wurden Zubereitungen aus der Klettenwurzel zur Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden, Rheumatismus und bei Gallen- und Blasensteinleiden verwendet. Äußerlich wird ein Auszug mit Oliven- oder Erdnussöl (Klettenwurzelöl) bei vor allem trockener, schuppender Erkrankungen der Haut und Kopfhaut eingesetzt.

Für die Wirksamkeit gibt es keine wissenschaftlichen Belege, so dass die Anwendung nicht befürwortet werden kann. Heute jedoch noch gebräuchlich ist die Verwendung der Klettenwurzel in der Homöopathie und als Zusatz zu vielen Haarkosmetika.

Auch für die der Klettenwurzel nachgesagten Förderung des Haarwuchses gibt es keine Belege. Vermutlich schloss man aus der Tatsache, dass die Pflanze selbst stark behaart ist, eine Wirkung auf den menschlichen Haarwuchs (Signaturenlehre).

Dosierung:

Keine Empfehlung möglich.

Zubereitungen:

Zubereitungen der Klettenwurzel finden sich in homöopatischen Arzneimitteln und in Pflegeprodukten für die Haare.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern!
    Die Klette kann wie alle Korbblütler (z.B. Arnika, Ringelblumen, Schafgarbe) vor allem bei äußerlicher Anwendung Allergien auslösen.
  • Nur mit Vorsicht anwenden bei vorliegender Zuckerkrankheit!
    Im Tierversuch wurde eine Senkung des Blutzuckerspiegels beobachtet, daher ist nicht auszuschließen, dass die Einnahme, vor allem größerer Mengen, bei bestehender Medikation mit Antidiabetika zur Verstärkung der Senkung des Blutzuckers beitragen kann (Hypoglykämie).
  • Verwechslungen mit der ähnlich aussehenden Wurzel der Tollkirsche können vorkommen und zu Vergiftungen führen. Daher sollte nur geprüfte Ware, wie sie z.B. in Apotheken erhältlich sind, verwendet werden!