Tollkirsche

Giftpflanze! Die Tollkirsche ist in Europa und Kleinasien beheimatet und aufgrund ihrer in allen Pflanzenteilen vorkommenden Alkaloiden sehr giftig. Bereits geringe Mengen können tödlich sein. Die ausdauernde, krautige Pflanze wird 1 bis 2 m hoch und blüht zwischen Juni und August. Die einzeln hängenden Blüten haben eine glockig-röhrige Form und sind außen violett gefärbt.

Leicht zu erkennen ist die Frucht, die anfänglich grün, später glänzend schwarz wird, Kirschgröße erreicht und auf sternenförmig angeordneten Kelchblättern sitzt. Da es immer wieder vor allem bei Kindern zu Vergiftungen kommt, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfohlen, giftige Pflanzen nicht in Anlagen wachsen zu lassen, die Kindern leicht zugänglich sind.

Steckbrief: Echte Tollkirsche

Pflanze:Atropa belladonna L.
Familie:Vorsicht Giftig! Nachtschattengewächse (Solanaceae)
HerkunftDie Heimat der Giftpflanze ist West-, Mittel- und Südeuropa, der Balkan, der Iran, Nordafrika, Kleinasien, Dänemark, Schweden und Irland.
Synonyme:Chrottenblume, Deiwelchskersche, Judenkernlein, Judenkirsche, Rasewurz, Schwarber, Teufelsauge, Tollbeere, Waldnachtschatten

Anwendung:

Alle Pflanzenteile enthalten Tropanalkaloide, u.a. Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Acetylcholin aufheben (Parasympatholytika) und zusätzlich auf das Zentralnervensystem wirken. Dabei unterscheiden sich die Wirkungen der einzelnen Alkaloide und ihre therapeutische Breite, so dass heute überwiegend die Einzelsubstanzen als standardisierte Fertigarzneimittel (z.B. Scopolamin gegen Übelkeit und Erbrechen, Atropin zur Pupillenerweiterung bei augenärztlichen Untersuchungen, als Antidot gegen Vergiftungen mit Insektiziden, zur Narkosevorbeitung) eingesetzt werden.

Die Pflanze und alle ihre Zubereitungen sind verschreibungspflichtig und nicht für die Selbstmedikation geeignet! (s. Hinweise)

Anwendung in der Homöopathie:

Zur Behandlung hoch fieberhafter Erkrankungen.

Dosierung:

Nach Vorschrift des Arztes!

Zubereitungen:

Verschiedene verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel.

Hinweise:

Die therapeutische Breite der Tropanalkaloide ist gering, alle Pflanzenteile sind sehr giftig! Vor allem kleine Kinder sind versucht, die kirschenähnlichen Beeren zu probieren. Da bereits kleine Mengen der Pflanze tödlich sein können, wenden Sie sich auch in Verdachtsfällen an den Giftnotruf.

Die Vergiftungserscheinungen äußern sich zunächst in Hautrötung, Pupillenerweiterung, Beschleunigung des Herzschlags, Wärmestau, Beschwerden beim Wasserlassen und Obstipation. Bei höheren Mengen kommt es zu zentraler Erregung (Unruhe, Tobsuchtsanfälle), später zu Erschöpfung und Schlaf und schließlich Atemlähmung.