Schwarzkümmel

In asiatischen und islamischen Kulturkreisen wird der echte Schwarzkümmel seit mehreren Jahrtausenden genutzt. Hier gilt er nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilmittel. Der echte Schwarzkümmel wurde schon von Nofretete und Hippokrates empfohlen und auch Karl der Große wusste die Vorzüge zu schätzen.

Der echte Schwarzkümmel enthält mehr als 100 wertvolle Inhaltsstoffe. Aus diesem Grund wurde er auch bei uns wieder entdeckt. Die Inhaltsstoffe sind in der Lage, diverse biochemische Prozesse im menschlichen Körper positiv zu beeinflussen. Der Verbraucher sollte jedoch nur den echten ägyptischen Schwarzkümmel (Nigella sativa) erwerben und das am besten in Form von einem Öl.

Der echte Schwarzkümmel wird im orientalischen Raum seit mehr als 3.000 Jahren genutzt und das entweder als Medizin oder als Gewürz. Das Schwarzkümmel Öl wurde schon im Grab von Tutenchamun gefunden. Im arabischen Raum wird Schwarzkümmel als „Habbatul brakah“ bezeichnet, was übersetzt segensreiche Saat bedeutet.

Auch in der Bibel wird er unter dem Namen „Ketzah“ erwähnt. Der kleine schwarze Samen wurde als allgemeines Stärkungsmittel beschrieben und als Mittel gegen Würmer, Blähungen und bei Atembeschwerden genutzt.

Schwarzkümmel

Der echte Schwarzkümmel ist ein einjähriges, bis zu 60 Zentimeter hoch wachsendes Kraut mit mehrfach gefiederten Blättern und einzeln endständig stehenden, weißen Blüten. Die kleinen, schwarzen Samen sind kantig, länglich- eiförmig geformt und reifen in einer Fruchtkapsel. Mit dem echten Schwarzkümmel verwandt ist der Damaszener Schwarzkümmel (N: damscena), eine hierzulande unter dem Namen „Jungfer im Grünen“ bekannte Zierpflanze.

Die Samen des echten Schwarzkümmels werden von der Türkei und Ländern des Nahen Ostens, als Gewürz verwendet. Dem aus den Samen gewonnenen Öl werden vielfältige Wirkungen nachgesagt und als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Steckbrief: Schwarzkümmel

Pflanze:Nigella sativa L.
Familie:Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Herkunft:Schwarzkümmel wird in Südägypten kultiviert
Synonyme:Zwiebelsame, Römischer Kümmel, schwarzer Koriander

In der orientalischen Antike wurde der echte Schwarzkümmel als eine Art „Allheilmittel“ beschrieben.

Er soll den Körper nicht nur entgiften können, sondern auch bei Diabetes die Bauchspeicheldrüse heilen, sowie antibakteriell und antiviral wirken. Allein in den vergangenen 50 Jahren gab es mehr als 650 Studien, die alle die hervorragenden Heilwirkungen bestätigten.

Anwendung:

Der echte Schwarzkümmel ist zu Recht ein beliebtes Naturheilmittel, denn seine heilenden Kräfte können in vielen Anwendungsbereichen von Nutzen sein. Gerade das Schwarzkümmelöl beinhaltet über 80 Prozent an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selber herstellen kann.

Die Samen des echten Schwarzkümmels enthalten ein Linol- und Ölsäure reiches Öl mit einem hohen Gehalt an Vitamin E. Der Gehalt an gamma- Linolensäure liegt verglichen mit Nachtkerzen- oder Borretsch Öl jedoch niedriger. Ferner sind ätherisches Öl, Alkaloide und weitere Bestandteile in den Samen nachgewiesen worden. Anwendungen bei:

  • Erkältungen
  • Magen- Darm- Beschwerden
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Allergien

In experimentellen Untersuchungen konnten antimikrobielle, antitumorale und immunmodulierende Wirkungen gefunden werden. Da klinische Untersuchungen bislang fehlen, kann eine Anwendung bei entsprechenden Krankheiten nicht empfohlen werden. Die Verwendung als Gewürz erscheint jedoch unbedenklich.

Der echte Schwarzkümmel erwies sich als schmerzlindernd bei Patienten, die wegen einer akuten Pharyngitis behandelt wurden. Da der echte Schwarzkümmel einen sehr würzigen, leicht nussigen Geschmack besitzt, kann er entweder gemahlen, aber auch gekörnt, über unterschiedliche Speisen gestreut, konsumiert werden.

Schwarzkümmelpulver ergibt im Zusammenhang mit Wasser eine klebrig- schleimige Substanz, welche einem gleichen Gemisch mit Chia- Samen ähnelt. Das Gel wird entweder getrunken oder als Eier- Ersatz für die Zubereitungen Gluten- und mehlfreier Backwaren verwendet werden.

Hinweis:
Um das Immunsystem zu stärken, empfiehlt es sich, täglich ca. eine Stunde vor dem Frühstück einen Teelöffel Schwarzkümmelöl einzunehmen. Um den intensiven Geschmack etwas abzumildern, kann das Öl mit wenig Honig gemischt oder in einem frisch gepressten Saft zu sich genommen werden.

Übrigens, auch zur Haarpflege ist Schwarzkümmelöl zu nutzen. Einfach das Öl nach jeder Haarwäsche kräftig in die Spitzen massieren.

Für Inhalationen ein bis zwei Liter kochendes Wasser in eine größere Schüssel geben und zwei Esslöffel Schwarzkümmelöl untermischen. Handtuch über den Kopf und für etwa 10 Minuten inhalieren.

Heilwirkungen von Schwarzkümmel ?

Echter Schwarzkümmel unterstützt bei diversen Krankheiten eine Heilung, kann jedoch auch präventiv eingesetzt werden:

  • echter Schwarzkümmel hat einen positiven Einfluss bei Schmerzen, bakteriellen, viralen und mykotischen Infektionen
  • eine schmerzlindernde Wirkung wurde bei akuter Pharyngitis (Rachenentzündung) nachgewiesen
  • bei einem Diabetiker nimmt er Einfluss auf den Insulinspiegel und regeneriert die Bauchspeicheldrüse
  • Schwarzkümmel lindert Symptome bei Asthma, hilft bei Bronchialbeschwerden und wirkt blutdrucksenkend
  • das Öl der Samen ist bei MRSA wirksam
  • harntreibende Wirkung, ist somit förderlich für Blase und Nieren
  • echter Schwarzkümmel verfügt über einen anregenden Effekt auf die Galle, unterstützt somit die Verdauung und wirkt sich positiv auf die Leber aus
  • reguliert und stabilisiert das Immun- Hormon- und Nervensystem

Besonders das Schwarzkümmelöl bietet bei regelmäßiger Einnahme ein breites Wirkungsspektrum. Vor allen Dingen bei Allergien hat es sich bewährt. Des Weiteren eignet sich das Öl zur Stärkung des Allgemeinbefindens bzw. des Immunsystems.

In der Volksmedizin wird Schwarzkümmel seit langer Zeit gegen eine Vielzahl von unterschiedlichen Beschwerden genutzt. Folgende Effekte sind nachgewiesen:

  • blutzuckersenkend
  • immunmodulierend (bei Autoimmunkrankheiten wie Allergien)
  • antioxidativ (gegen freie Radikale)
  • leberschützend
  • schmerzstillend
  • antithrombotisch (gegen Verstopfung von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel)
  • krampflösend
  • bronchienerweiternd
  • gegen Tumore gerichtet
  • antibakteriell und antifungal

Inhaltsstoffe echter Schwarzkümmel

Eiweiß:21 Prozent
Kohlenhydrate:38 Prozent
Fette:35 Prozent (ätherische Öle wie Kampfer, Nigellon. Fette Öle wie Linolensäure, alpha- Linolensäure
andere Bestandteile:6 Prozent

Schwarzkümmelöl enthält fast 60 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die eine gesonderte Stellung einnehmen. Diese beteiligen sich an diversen Stoffwechselvorgängen und können vom menschlichen Körper nicht selber produziert werden.

Vitamine im Schwarzkümmel

  • Provitamin A- stärkt Haut, Haare und Augen
  • Vitamin B 1, B 2 und B 6- für Nerven, Gehirnfunktion, Stoffwechsel und seelische Gesundheit
  • Biotin- für schöne Haut, Haare und Nägel. Fördert zudem den Stoffwechsel
  • Folsäure- für den Zellstoffwechsel, wichtig in der Schwangerschaft, da er die gesunde Entwicklung des Embryos fördert
  • Vitamin C- wirkt antioxidativ, stärkt das Immunsystem, fördert die Eisenaufnahme, hilft bei der Collagenbildung
  • Vitamin E- schützt die Zellen, ist gut für den Blutfluss, verfügt ebenfalls über eine antioxidative Wirkung
  • Magnesium- Nervenmineral, ist gut für die Muskelfunktion, stärkt das Herz
  • Selen- hilft bei der Entgiftung

Der Organismus benötigt ungesättigte Fettsäuren, um wichtige immunregulatorische Stoffe herstellen zu können. So wird zum Beispiel, durch Linol- und Gamma- Linolensäuren die Synthese von Prostaglandinen, vor allem das Prostaglandin E 1 ermöglicht.

Prostaglandine sind hormonartige Substanzen, die der Organismus kurzfristig herstellen kann und die regulierend in das Immunsystem eingreifen. Dadurch bedingt wird eine Freisetzung von allergischen Botenstoffen gehemmt.

Ungesättigte Fettsäuren:

Echter Schwarzkümmel enthält an ungesättigten Fettsäuren 60 % Linolsäure, 3 % Eicosadiensäure (besonders für Allergiker wichtig) und 10 % Dihomolinolsäure. Die restlichen 30 % sind gesättigte Fettsäuren.

Ungesättigte Fettsäuren, auch als essentielle Fettsäuren bekannt, sind lebenswichtig für den Menschen, da der Körper sie nicht selber bilden kann. Essentielle Fettsäuren sind an diversen Stoffwechselvorgängen beteiligt, unter anderem sind sie wichtig für die Nervenimpulsübertragung, für das Gehirn und das Immunsystem. Gerade Allergiker müssen mehr ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen.

Einzelwirkstoff von Schwarzkümmel

Bei Erkrankungen der Atemwege wird Saponin Melanthin wirksam, welches über einen Sekret lösenden Effekt verfügt. Der Bitterstoff Nigellin fördert die Verdauung und besitzt zudem eine ausleitende Wirkung, was die Entgiftung des Organismus fördert. Der ätherische Wirkstoff Nigellon Semohiprepinon entsteht bei längerer Lagerung und lindert nicht nur Asthma, sondern wirkt auch bei Keuchhusten und Hustenkrämpfen, da er krampflösend ist und ein Abhusten von Schleim fördert und den Vorgang auch erleichtert.

Dosierung:

Keine Empfehlung möglich. Bislang wurde keine einheitliche Dosierung festgelegt. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vom Genuss abgesehen werden, da keine wissenschaftlichen Studien vorliegen.

Nebenwirkungen von Nigella Sativa

Da in der Regel, von vielen Personen nur das Schwarzkümmelöl genutzt wird, welches als fettes Öl gut verträglich ist, hat es bei weitem weniger Nebenwirkungen, als allgemein angenommen wird. Dennoch kann es bei empfindlichen Personen zu Magenschleimhaut- Reizungen kommen, aus diesem Grund das Öl nicht auf leerem Magen verzehren.

Es wird empfohlen, die Dosierung langsam zu steigern, damit so der Körper eine Gewöhnungsphase bekommt. Zudem sollten Verbraucher immer auf eine gute Qualität achten. Durch chemische Verfahren erzeugte Öle sind zwar um einiges günstiger, dabei können jedoch Terpene entstehen, die im schlimmsten Fall zu Magenschmerzen führen.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • vermehrtes Aufstoßen
  • allergische Reaktionen
  • bei Überdosierung kann es eventuell zu Leber- oder Nierenschädigungen kommen
  • während einer Schwangerschaft ist prinzipiell auf eine Einnahme zu verzichten, dass gilt im Übrigen für sämtliche ätherische Öle. Diese können Wehen fördernd und somit Wehen auslösend sein.

Zubereitungen:

Der Handel bietet vor allem Zubereitungen aus Schwarzkümmelöl, als Nahrungsergänzungsmittel an. Als weitere Darreichungsform kann der Verbraucher Kapseln erwerben, die sich auch für Kinder gut eignen. Des Weiteren ist beim Kauf auf folgende Kriterien zu achten:

  • kontrollierte Bio- Qualität
  • aus einem nachhaltigen Anbau
  • strenge Kontrollen
  • reine Qualität

Hinweise:

Die Sicherheit einer Anwendung von Schwarzkümmelsamen und/ oder Öl in Mengen, die über die als Gewürz üblichen Mengen hinausgehen, ist nicht bekannt. Daher sollten solche Präparate insbesondere während einer Schwangerschaft und Stillzeit gemieden werden.

Die äußerliche Anwendung von Schwarzkümmelöl kann bei empfindlichen Personen Hautausschläge hervorrufen.

Schwarzkümmel gegen Allergien

Seinen Bekanntheitsgrad erreichten der echte Schwarzkümmel und das Öl um Allergien nicht nur abzuschwächen, sondern um sie ganz verschwinden zu lassen. In akuten Fällen wie zum Beispiel bei Asthma, Neurodermitis, gereizter Bindehaut oder Heuschnupfensymptomen erwies sich die Behandlung als voller Erfolg.

Bei längerer Einnahme lassen sich sogar krampfartige Hustenanfälle, wie sie jeder Asthmatiker kennt, therapieren. Allergiker können im Zusammenhang mit Schwarzkümmel häufig ihre verloren gegangene Lebensqualität zurückerhalten.

Schwarzkümmelöl in der Tiermedizin

Einen festen Platz hat das Schwarzkümmelöl seit vielen Jahren in der Tiermedizin. Bio- Landwirte und auch Hobby- Tierhalter setzen zum Beispiel das Öl gegen Euterentzündungen erfolgreich ein, aber auch gegen Parasitenbefall ist es zu nutzen. Im Gegensatz zu Teebaumöl ist Schwarzkümmelöl für jede Tierart ungiftig und im Allgemeinen gut verträglich.

Wissenswertes über Schwarzkümmel

Der echte Schwarzkümmel, Nigella sativa, ist dem schwarzen Pfeffer sehr ähnlich und kommt in seinen Ursprüngen aus dem Orient. Bereits vor mehr als 3.000 Jahren wurde er von den Arabern verwendet und als geschätztes natürliches Heilmittel genutzt. Dabei wurde der Schwarzkümmel vor allem im Fladenbrot verwendet, was ihn auch in Deutschland bekannt machte.

Nach der Blüte im Juli und August werden von der Pflanze Fruchtkapseln gebildet, wobei die eigentliche Pflanze abstirbt. Weisen die Fruchtkapseln eine bräunliche Farbe auf, sind sie reif und die Ernte kann erfolgen. Bei den Samenkörnern handelt es sich um einen wirklichen Allrounder, was den meisten Menschen gar nicht bewusst ist.

In Indien wird Schwarzkümmelöl beispielsweise im Rahmen der Ayurveda Medizin angewendet. Der Anbau findet unter anderem in den Oasen ägyptischer Wüstengebiete statt. Das Öl des Schwarzkümmels wirkt prophylaktisch und heilend bei:

  • Schlaflosigkeit
  • stabilisiert und beruhigt Kinder mit ADHS- Symptomen
  • schützt Nieren
  • wirkt bei Leber- und Magenerkrankungen
  • Bluthochdruck

Vor allem im Einsatz gegen Allergien hat sich der echte Schwarzkümmel bewährt. Zudem eignet sich das Öl hervorragend zur Vorbeugung diverser Erkrankungen und zur allgemeinen Stärkung des Körpers. Mittlerweile ist Schwarzkümmel nicht nur als altes Hausmittel, sondern auch als Nahrungsergänzungsmittel äußerst beliebt.

Wie andere Öl Samen auch, enthält der echte Schwarzkümmel viele ungesättigte Fettsäuren, ätherische Öle und weitere hochwirksame pflanzliche Bestandteile. Der Anteil an ätherischen Ölen ist mit einem Prozent relativ gering, doch er hat eine stark desinfizierende, antimykotische und antioxidative Wirkung.

Das ätherische Öl besteht zu 50 % aus Thymochinon, welches in hoher Dosierung toxisch (giftig) wirkt, bei genauer Anwendung jedoch bei Allergien hilfreich ist.