Bockshornklee

Der Bockshornklee ist ein einjähriges, bis zu 50 cm hoch wachsendes Kraut mit einem kräftigen, aufrecht oder niederliegenden Stängel. Die blassgelben Schmetterlingsblüten stehen einzeln oder zu zweit in den Blattachseln. Die abstehende, bis zu 20 cm lange Hülsenfrucht beinhaltet 4 bis 20 flachgedrückte Samen, die durch eine tiefe Furche in ungleiche Hälften geteilt sind. Die getrockneten Samen erweisen sich als hart.

Bockshornklee stammt in seinen Ursprüngen aus dem Persischen Reich und wurde vor allen Dingen in der Pflanzenheilkunde, als Schönheitselixier genutzt. Die frischen Blätter werden in der Regel, als Gemüse genutzt, während die gerösteten und gemahlenen Samen in der Türkei, in Indien oder in China als Kaffeeersatz dienen.

Bockshornklee: Herkunft und Charakteristika

Besonders beliebt sind die Samen vom Bockshornklee in:

Indien (Bestandteil von Curries und Chutneys)
Sri Lanka
Nordostafrika
China
Südeuropa
USA

Auch in Ägypten und Äthiopien werden die Samen zum Würzen genutzt. Überwiegend kommen sie zum Einsatz für Eintöpfe und Gemüsegerichte, aber auch für Fisch- und Fleischgerichte. In Russland kennt jeder die Bockshornklee Samen in Backwaren und in Gemüse- oder Pilzsuppen.

Die Samen schmecken leicht würzig- bitter und erinnern ein wenig an Liebstöckel. Um ihr volles Aroma zu entfalten, müssen sie angeröstet (mildert zudem die Bitterkeit) werden. Sie werden dann zum Würzen von Lamm- und Rindergerichten oder zum Schweinebraten genutzt. Brote werden mit ihnen gewürzt und in Südtirol werden die Samen zum Würzen von Käse verwendet.

Wer die Samen als Pulver verarbeitet einsetzen möchte, sollte dieses sparsam verwenden, da es über einen intensiven Geschmack verfügt. Das Pulver passt gut zu Fischsuppen, Gemüse und zu Kartoffeln.

Steckbrief: Bockshornklee

Pflanze:Trigonella foenum- graecum L.
Familie:Schmetterlingsblütengewächs (Fabacea= Leguminosae)
Herkunft:China, Indien, Ukraine, Mittelmeergebiet. Droge eingeführt aus China, Indien, Marokko, Türkei
Synonyme:Griechisches Heu, Heu Samen, Kuhbohnen, Kuhhornklee, Kuhhornsamen, Rehkörper

Anwendung:

Bockshornkleesamen enthalten:

  • Schleimstoffe
  • Proteine
  • freie Aminosäuren (darunter 4 Hydroxy- Isoleucin)
  • Proteinaseinhibitoren
  • Fette
  • Sterole
  • Steroidsaponnine
  • Nicotinsäurederivat (Trigonellin)
  • Spurenelemente (Selen, Chrom)
  • ätherisches Öl
  • Flavonoide

Bockshornkleesamen haben eine blutzucker- und cholesterinsenkende Wirkung, wobei der Wirkungsmechanismus und eine geeignete Dosierungsempfehlung noch unklar sind. Auch zur Verträglichkeit über einen längeren Zeitraum liegen kaum Daten vor. Als toxisches Prinzip kommen die Saponine und die Proteinaseinhibitoren in Frage. Daher kann eine Anwendung nicht empfohlen werden.

Pflanze mit vielseitiger Wirkung

Die Heilkräfte von Bockshornklee sind mannigfaltig, vor allen Dingen aber, wirkt das alte Heilmittel entzündungshemmend auf die Haut. Es kann Hühneraugen ebenso bekämpfen wie zum Beispiel, Schwielen und Hautirritationen.

Eingeführt wurde Bockshornklee von Benediktinermönchen. Sie bauten es in ihren Klostergärten an, von wo aus es sich schnell verbreitete. In der heutigen Zeit wird der Bockshornklee nur noch sehr selten kultiviert, er findet sich aber verwildert in Höhenlagen von rund 1.000 Metern. Zu medizinischen Zwecken werden in erster Linie die reifen, getrockneten Samen verwendet.

Da die Samen das Aussehen von kleinen Ziegenhörnern besitzen, ist es klar woher der Name stammt. Bekannt ist die Pflanze auch unter den Bezeichnungen Filigrazie oder gelblicher Schabzieger Klee.

Die Wirkungsbereiche sind:

gewebeerweichend
entzündungswidrig
haarwuchsfördernd
potenzsteigernd
milchbildend bei stillenden Frauen

Hinweis:
Der entzündungshemmende Bockshornklee ist besonders wirksam gegen Hautirritationen, Ekzemen und anderen Entzündungen der Hautoberfläche. Auflagen aus Bockshornklee können helfen zum Beispiel bei Kopfschmerzen und Magen- Darm- Beschwerden.

Die Samen des Bockshornklees beinhalten Pflanzenhormone, die eine Testosteronproduktion beim Mann steigern und somit auch dessen Potenz. Allerdings sollten Anwender zu Fertigpräparaten greifen, die aus hoch konzentrierten Extrakten gefertigt wurden. Bei stillenden Müttern wiederum regen die Phytohormone die körpereigene Prolaktin- Produktion an, wodurch es leichter zu einem Milchfluss kommt. Die Samen können außerdem zu einem Aufguss verarbeitet werden, denn die beinhalteten Pflanzenhormone fördern den Haarwuchs und stärken zudem die Haarwurzeln.

Vielfältige Anwendungsgebiete von Bockshornklee

Besonders die proteinreichen Samen des Bockshornklees haben es in sich. Sie können unterschiedliche Verwendungszwecke erfüllen. Sie lassen sich gut zu einem gehaltvollen Öl verarbeiten, aber auch in Pulver oder speziellen Gewürzmischungen, in Brot oder Käse finden sie Verwendung.

In der indischen Küche werden die Blätter, ähnlich dem Spinat, zubereitet und als Gemüse gegessen. Aufgrund der vorhandenen Schleimstoffe wirken die Samen des Bockshornklees bei äußerer Anwendung erweichend und sind dann in der Lage, entzündetes Gewebe mit einer Art Schutzhülle zu überziehen.

Breiauflagen aus zerstoßenen Samen können bei Hautentzündungen gute Dienste leisten. Gleichzeitig wirkt die Schleimschicht bei Entzündungen und dem Eindringen von eventuellen weiteren Krankheitserregern.

Innerlich angewendet bekämpft das Heilkraut:

  • Entzündungen
  • wirkt lindernd bei Ödemen
  • Hämorrhoiden
  • Krampfadern
  • Venenleiden
  • rheumatische Erkrankungen

Bockshornklee ist hilfreich bei körperlichen und geistigen Ermüdungserscheinungen, er stärkt die Abwehrkräfte und steigert Leistungskraft. Der Effekt, dass das Kraut auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel einen Einfluss hat, ist allerdings bis heute umstritten.

Hinweis:
Verwendet wird Bockshornklee innerlich eingenommen zur Anregung von Appetit und äußerlich zur Behandlung von Entzündungen der Haut, wie Ekzemen oder Furunkel. Volksmedizinisch wird Bockshornklee zur Anregung der Milchbildung während der Stillzeit empfohlen. Über die Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit gibt es allerdings keine Belege oder Studien.

Dosierung:

Zur Anregung des Appetits:

Ein halber Teelöffel (etwa 2 Gramm) zerkleinerter, getrockneter Bockshornkleesamen wird dreimal täglich vor den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Alternativ kann auch ein Kaltwasserauszug bereitet werden: hierzu den Samen in kaltem Wasser ansetzen und nach drei Stunden abseihen.

Äußere Anwendung:

50 Gramm gepulverte Bockshornkleesamen mit 250 ml Wasser 5 Minuten kochen, bis ein Brei entsteht. Mit dem leicht abgekühlten Brei einen feucht- warmen Umschlag herstellen.

Wichtige Hinweise:

Innere Anwendung:

Nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt während einer Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!

Da in der medizinischen Verwendung Bockshornkleesamen oft als Kaltwasserauszug verwendet werden, werden die Proteinasen nicht durch Hitze inaktiviert. Zur Stabilität und Toxität dieser Verbindungen liegen keine Daten vor.

Ohne ärztliche Rat nie länger, als maximal eine Woche anwenden!

  • Bei länger anhaltenden oder immer wieder auftretenden Beschwerden muss ein Arzt konsultiert werden.
  • Diabetiker sollten Bockshornkleesamen nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen!
  • Bockshornkleesamen können den Blutzuckerspiegel senken, sodass eine engmaschige Kontrolle nötig wird.

Äußere Anwendung:

Bei wiederholten Anwendungen von Breiumschlägen, können möglicherweise unerwünschte Hautreaktionen auftreten.

Vielseitige Inhaltstoffe und Wirkungen

Die Bockshornkleesamen produzieren, ähnlich wie Floh- und Leinsamen, Schleimstoffe, die mit einem Gesamtanteil von 30 Prozent enthalten sind. Wirksame Inhaltstoffe auf je 100 Gramm Bockshornkleesamen sind:

3 mg Ascorbinsäure oder Vitamin CAntioxidantien und Immun- Booster
176 mg Calciumbindet Fettsäuren im Darm, reguliert Stoffwechsel, wichtiger Knochenbaustein
33,5 mg Eisenblutbildend, bedeutsam für Sauerstoffversorgung innerhalb des Organismus
0,6 mg Vitamin B6reguliert Nervenleitfähigkeit, wichtig für Aminosäurestoffwechsel, fördert gesunde Haut
191 mg Magnesiumnötig für Fettstoffwechsel, unterstützt Funktion von Muskeln und Nerven
23 Gramm Proteinewerden bei Verdauung zu Aminosäuren gespalten und neu synthetisiert, fördern Muskelaufbau und viele Stoffwechselvorgänge

Zudem wirkt sich Vitamin A positiv auf den Zellschutz und die Sehkraft aus und ist ein bedeutender Radikal Fänger.

Calciferol, Vitamin D: wird zum Teil im Körper selber gebildet, beispielsweise, wenn Haut der Sonne ausgesetzt ist. Eine zusätzliche Dosis über ein Nahrungsmittel fördert die Stabilität der Knochen und hält das Immunsystem intakt. Gerade ältere Menschen benötigen einen höheren Bedarf, da ihr Organismus die Substanz nur in geringeren Mengen produziert.

Coenzym B 12 oder Cobalamin dient dem Körper, als eine Art Zellschutz, schützt die Nervenfunktion und unterstützt die Blutbildung. Steroidsaponine, insbesondere Diosgenin beziehungsweise die Vorstufe, Foenugraecin, ist ein pflanzliches Hormon, welches auch in der Yamswurzel zu finden ist. Verwendung findet es bei der synthetischen Herstellung des Hormons Progesteron. Das Phythohormon aus dem Bockshornklee ähnelt dem menschlichen Hormon stark und fördert oder reguliert vermutlich wirksam die körpereigene Hormonproduktion.

Bockshornklee verhindert Haarausfall

Berits seit der Antike gibt es Überlieferungen, dass Bockshornklee den Haarausfall stoppen kann. Hilfreich ist hier ein Aufguss, der entweder als Spülung oder getrunken wirken soll. Der Nebeneffekt: Haare werden weicher, glänzender und glatter. Die Behandlung wirkt zudem gegenüber Spliss.

Packungen aus Bockshornklee, gemischt mit Wasser oder Kokosöl, massiert der Anwender auf die Kopfhaut und können nach rund einer halben Stunde wieder ausgewaschen werden. Der positive Effekt stellt sich nach einigen Wochen sichtbar ein.

Bockshornklee kann jedoch noch viel mehr, denn auch gegen starkes Schwitzen ist er einzusetzen. Die Dosierung: 12 Esslöffel Bockshornkleesamen mit einem Liter kalten Wasser ansetzen und mehrere Stunden ziehen lassen. Den Sud kurz aufkochen und für Bäder oder Waschungen verwenden.

Alte Tradition neu entdeckt

In diversen sehr alten traditionellen Medizinsystemen, wie zum Beispiel in Indien oder China, ist der Bockshornklee eine wichtige Heilpflanze. Auch ältere Ärzte in Europa, wie Hippokrates, Dioskurides, Paracelsus oder Hildegard von Bingen machten Gebrauch und schätzen seine heilende Wirkung.

Hinweis:
Die Kommission E hat 1990 die stärkende Wirkung von Bockshornkleesamen bei Untergewicht und Appetitmangel, als auch die Anwendung bei Hautentzündungen, anerkannt.

Gesicherte Wirksamkeit bei:

  • Appetitmangel
  • Magersucht
  • Auszehrung
  • Gewichtsverlust
  • Geschwüre
  • Ekzeme

Den Samen wird zudem nachgesagt, dass sie eine Gewichtsabnahme unterstützen. Hierzu gibt es keine direkten Untersuchungen oder Studien. Es ist jedoch bewiesen, dass die Verdauung und Aufnahme einiger Nährstoffe im Darm verlangsamt und die Darmpassage beschleunigt wird.

Extrakt aus den Blättern enthält Hemmstoffe für den Kohlehydratabbau. Die aus den Samen isolierten Terpene und ein Kaltwasserextrakt wirken auf den Stärkeabbau durch Amylase hemmend.
Nicht erhitzte Bockshornkleesamen enthalten Hemmstoffe für Protein- abbauende Verdauungsenzyme (Chymotrypsin, Trypsin)
Aufnahme von Cholesterin wird durch Saponine vermindert

Dass ein chronischer Alkoholmissbrauch leberschädigend wirkt, ist weithin bekannt. Es entwickelt sich eine Fettleber und die Leberstruktur wird nachhaltig geschädigt (Leberzirrhose). Polyphenole aus dem Bockshornklee, konnten bei Laborversuchen an Tieren, die krankhafte Veränderung beeinflussen. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich die antioxidative, radikalfangende und entzündungshemmende Wirkung der Pflanze.

Tipps mit Bockshornklee

Bei einer äußeren Anwendung mit Pulver, welches aus den Samen gewonnen wird, kann ein Umschlag für die Haut empfohlen werden. Dieser unterstützt im Körpergewebe enthaltene, überschüssige Flüssigkeit aufzunehmen. Der Umschlag besitzt ein außergewöhnlich großes Fassungsvermögen, heißt: er ist in der Lage, besonders viel Flüssigkeit aufzunehmen. So wird die Behandlung von Geschwüren, Schwellungen der Gelenke und Ekzemen positiv unterstützt.

Der Umschlag kann auch bei kleineren Leiden, wie zum Beispiel, einer Nagelbettentzündung äußerst hilfreich sein.

Wird Bockshornklee zur inneren Anwendung genutzt, beispielsweise als Tee oder Tonikum, hat er eine stärkende Wirkung auf den gesamten Organismus. Das wiederum unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern sorgt auch für eine Linderung von Katarrhen der oberen Atemwege. Der Körper kann zudem Zink und Kupfer besser verwerten.

Heilende Eigenschaften

Wie diverse andere Heilkräuter auch, wirkt Bockshornklee auf unterschiedliche Arten. Er ist anzuwenden bei Husten, Halsschmerzen oder bei Bronchitis. Die schleimlösende Wirkung verhilft dem Körper zu einer besseren und schnelleren Rekonvaleszenz, außerdem regt er die körpereigene Blutbildung an.

Dem Bockshornklee wird weiterhin heilende Wirkung zugeschrieben, wenn es um Blasenentzündung, Lymphdrüsenschwellung und Geschwüre geht.

In der Küche zeichnet sich Bockshornklee besonders aus und zwar als Gewürz. Was weltweit schon lange bekannt war, begeistert nun auch bei uns. Bislang wurde er überwiegend in der nordafrikanischen, südindischen und spanischen Küche eingesetzt. In Europa bislang noch fast unbekannt, erfreut sich der Bockshornklee immer größerer Beliebtheit, Tendenz steigend.

In Deutschland kennt man das Kraut eher als Bestandteile von Currygewürzmischungen. Der Geruch erinnert stark an Liebstöckel, geschmacklich ist er eher bitter und wurde bis dato als eher unangenehm empfunden.

Allerdings kommt es immer darauf an, zu welchem Gericht der Bockshornklee genommen werden soll. Richtig eingesetzt erfreut er nicht nur den Gaumen, sondern ist hilfreich, wenn es um die Gesundheit geht.