Andorn

Der Weiße Andorn ist ein ausdauerndes, 40 bis 60 cm hoch wachsendes Kraut mit einem stumpf-vierkantigen Stängel. Blätter und Stängel sind behaart, die weißen Blüten stehen in dichten, nahezu kugeligen Scheinquirlen in den Achseln der Blätter. Verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile oder Presssaft aus der frischen Pflanze.

Steckbrief: Andorn

Pflanze:Marrubium vulgare L.
Familie:Lippenblütler (Lamiaceae)
Herkunft:Der Andorn ist in Mittel- und Nordeuropa anzutreffen. Eingeführt wird die Droge aus Marokko und Südosteuropa.
Synonyme:Antonitee, Dorant, Mauer-Andorn, Weißer Andorn

Anwendung:

Das Andornkraut enthält neben wenig ätherischem Öl, Bitterstoffe der Labdan-Reihe (Prämarrubiin, Marrubiin), Gerbstoffe, Flavonoide und Kalium. Zubereitungen werden zur Behandlung von Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen und als schwach schleimlösendes Mittel bei Erkrankungen der Atemwege angewandt. Obwohl genaue Untersuchungen zur Wirksamkeit der Inhaltsstoffe fehlen, erscheint die magen- und gallensaftanregende Wirkung aufgrund der Bitterstoffe plausibel. Andornkraut wird auch zur Herstellung von Magenbittern, appetitanregenden Weinen und Hustenbonbons verwendet

Dosierung:

Tee: Etwa 1 ½ Teelöffel zerkleinertes, getrocknetes Andornkraut werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Bis zu 3 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee zur Appetitanregung vor den Mahlzeiten, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten trinken.

Zubereitungen:

Andornkraut ist Bestandteil einiger Galle-Leber-Tees und in einigen Arzneimitteln aus der Gruppe der Magen-Darm-Mittel oder Hustenmittel enthalten. Homöopathische Zubereitungen dienen zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Atemwege.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Nicht über längere Zeit oder in höherer Dosierung anwenden!
Bei Beschwerden, die mehrere Tage andauern oder immer wieder kehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich.

Bei Herzerkrankungen nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden!
Einige Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass Andornkraut in höherer Dosierung Herzrhythmusstörungen auslösen könnte.