Ananas

Die Ananas ist eine bis zu 1,2 m hoch wachsende, mehrjährige Pflanze mit bis zu 1 m langen, meist stachelig gezähnten, rosettenförmig angeordneten Blättern. Die weißen oder blau bis purpurroten Blüten sitzen in einer etwa 30 cm langen Ähre. Die Früchte verwachsen mit der fleischig werdenden Blütenachse, die an der Spitze eine Rosette aus stacheligen Blättern treibt. Die reife Frucht besitzt je nach Sorte unterschiedliche Größe, Farbe des Fruchtfleisches sowie Aussehen. Ananas aus Kulturanbau wie er hier auf den Markt enthält keine Samen. Medizinisch verwendet werden die aus den Infloreszenzachsen (Mutterstümpfe) gewonnenen Enzyme.
Unreif geerntete Früchte reifen nicht nach und schmecken daher weniger süß.

Steckbrief: Ananas

Pflanze:Ananas comosus (L.) Merr.
Familie:
Herkunft:Die Ananas wächst in Hawaii, Japan und Taiwan.
Synonyme:Ananasso (italienisch), Pina (spanisch), Pineapple (englisch)

 

Anwendung:

Die reife Frucht wird als Obst geschätzt und enthält neben Zucker und Mineralstoffen Vitamin C sowie die Vitamine B1, B2 und Nicotinamid, aber auch Eiweiße spaltende (proteolytische) Enzyme wie das Bromelain.
Bromelain wirkt abschwellend und entzündungshemmend und wird zur Behandlung von Sinusitiden oder entzündlichen Schwellungen nach Sportverletzungen oder Operationen eingesetzt. Weiterhin sollen pflanzliche Enzyme auch immunmodulierend wirken und bei rheumatischen Erkrankungen oder sogar Krebsleiden unterstützend helfen. Diese Behauptungen werden jedoch sehr kontrovers diskutiert und sind nicht belegt.

Pflanzliche Enzyme bewirken keine Gewichtsabnahme und haben als „Schlankheitsmittel“ keine Wirkung

Bromelain wird als Zusatz zur Verflüssigung von Gelatine (Gelatinedrinks) und als Zartmacher für Fleisch verwendet.

Dosierung:

Die Aktivität des Enzyms wird in FIP-Einheiten bestimmt. Die Tagesdosis zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen beträgt 200 bis 600 (800) FIP-Einheiten verteilt auf 2 bis 3 Gaben.
Im Handel befindliche Präparate sind in der Regel magensaftresistente Zubereitungen und sollten etwa eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen werden.

Zubereitungen:

Bromelain ist als Monopräparat oder in Kombination mit anderen proteolytischen Enzymen im Handel.

Hinweise:

Nicht anwenden bei Personen mit Neigungen zu Allergien, wie z.B. Atopiker oder Asthmatiker! Bromelain kann zu allergischen Reaktionen an der Haut oder Atemwegen führen. In diesen Fällen ist das Präparat sofort abzusetzen. Kreuzallergien zu Papain (proteolytisches Enzym aus der Papaya) sind bekannt. Nicht während der Schwangerschaft oder bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!

Nicht anwenden bei gleichzeitiger Einnahme von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wie z.B. Marcumar oder Aspirin!
Wegen der blutgerinnungshemmenden Wirkung sollten solche Enzympräparate auch vor geplanten Operationen abgesetzt werden.
Nicht anwenden bei Störungen der Leber- oder Nierenfunktion!

Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Bei Einnahme von bromelainhaltigen Zubereitungen kann es zu Magenunverträglichkeiten und/oder Durchfall kommen.
Wechselwirkungen:

Bromelain hemmt die Blutgerinnung und verstärkt daher die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Marcumar, Aspirin, Ticlopidin u.a.

Bei gleichzeitiger Einnahme mit bestimmten Antibiotika, z.B. Tetracycline, Penicilline u.a. erhöhen die Blutspiegel dieser Antibiotika.