Isländisches Moos

Das Isländische Moos gehört nicht zu den Moospflanzen, sondern ist eine als Flechte bezeichnete Lebensgemeinschaft eines Pilzes mit einer Alge. Der Pilz bildet dabei das Gerüst, während die Alge aufgrund Ihrer Fähigkeit zur Photosynthese Energie liefert. Das Isländische Moos wächst stets auf der Erde und wird 2 bis 6 cm hoch. Die Pflanze bildet Lappen in verschiedenen Brauntönen, unterseitig auch grau bis weißgrau.

Medizinisch verwendet werden die als Lichen islandicus bezeichneten, getrockneten Thallusstücke.

Steckbrief: Isländisches Moos

Pflanze:Cetraria islandica (L.) Acharius
Familie:Parmeliaceae
HerkunftDie Pflanze ist in den alpinen und arktischen Regionen der nördlichen Hemisphäre zuhause. Importiert wird die Droge aus Bulgarien, dem ehemaligen Jugoslawien, Rumänien und Rußland.
Synonyme:Blätterflechte, Fieberflechte, Fiebermoos, Heideflechte, Hirschhornflechte, Isländische Flechte, Lappenflechte, Lungenflechte, Lungenmoos, Purgiermoss, Tartschenflechte

Anwendung:

Das Isländische Moos enthält Schleimstoffe, vorwiegend die Polysaccharide Lichenan und Isolichenan, bitter schmeckende Flechtensäuren sowie geringe Mengen an ätherischem Öl. Wegen der reizlindernden Wirkung der Schleimstoffe werden Zubereitungen aus dem Isländischen Moos als hustenreizmilderndes Mittel bei trockenem Reizhusten und wegen des bitteren Geschmacks auch bei Appetitlosigkeit angewandt. Den Flechtensäuren wird eine antibiotische Wirkung nachgesagt. Isländisches Moos soll auch die Abwehrkräfte stimulieren.

Dosierung:

Tee:
1 Teelöffel getrocknetes und zerkleinertes Isländisches Moos (ca. 1,5 g) werden mit etwa 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Zur Appetitanregung empfiehlt sich ein Kaltwasserauszug, da die Bitterstoffe durch Kochen zerstört werden. Dazu wird die gleiche Menge mit kaltem Wasser übergossen, unter mehrmaligem Umrühren 1 bis 2 Stunden stehen lassen, kurz zum Sieden erhitzen und abseihen. Eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse Tee trinken.

Zubereitungen:

Isländisches Moos sind als Lutschpastillen erhältlich und Bestandteil mehrerer Fertigarzneimittel zur Behandlung von Husten und Erkältungskrankheiten.

Hinweise:

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder periodisch wiederkehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich!

Die Anwendung von Isländisch Moos ist meist sehr gut verträglich. Da wie auch Pilze, Flechten Gifte (z.B. Blei oder radioaktive Stoffe durch das Reaktorunglück von Tschernobyl) aus der Umwelt aufnehmen und speichern können, empfiehlt es sich, nur Ware aus kontrollierter Herkunft, wie sie z.B. in Apotheken erhältlich sind, zu verwenden.

Durch die in der Droge enthaltenen Schleimstoffe kann möglicherweise die Resorption bestimmter Medikamente beeinträchtigt werden. Sollten Sie andere Medikamente einnehmen, die exakt dosiert werden müssen (z.B. Antibiotika), empfiehlt es sich, einen 2-stündigen Einnahmeabstand einzuhalten. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Apotheker.