Kampferbaum

Der Kampferbaum ist ein immergrüner, bis zu 50 m hoch wachsender Baum, dessen aufrechter Stamm sich weiter oben in viele Äste knorrig verzweigt. Die in Büscheln stehenden, kleinen weißen Blüten duften süßlich-aromatisch. Aus dem Holz der 50 bis 60 Jahre alten Bäume wird natürlicher D-Kampfer (Japan-Kampfer) und das viel für industrielle Zwecke genutzte Kampferbaumöl gewonnen.

Steckbrief: Kampferbaum

Pflanze:Cinnamomum camphora (L.) Sieb.
Familie:Lorbeergewächse (Lauraceae)
Herkunft:Der Kampferbaum ist im Süden China und Japans sowie in Vietnam beheimatet. Gezüchtet wird die Pflanze in Afrika und in Sri Lanka.
Synonyme:Kampferbaum, Kampfer-Baum, Kampferlorbeer

Anwendung:

Zur Gewinnung von Kampfer und Kampferbaumöl wird das zerkleinerte Holz einer Wasserdampfdestillation unterworfen, wobei der Kampfer abdestilliert und als niedriger als Kampfer siedender Rückstand ein cineolreiches ätherisches Öl erhalten wird, das als Kampferbaumöl bzw. Weißes Kampferöl bezeichnet wird. Die höher als Kampfer siedende Fraktion nennt man rotes bzw. schwarzes Kampferöl.

Achtung! Unter Kampferöl kann auch eine 10 bis 20%ige Lösung von racemischen Kampfer in pflanzlichem Öl verstanden werden, während weißes Kampferöl keinen Kampfer mehr enthält.

Kampfer:

Natürlicher Kampfer (D-Kampfer) ist Bestandteil des ätherischen Öls zahlreicher Pflanzen der Familien der Lorbeergewächse, Korbblütler und Lippenblütler (z.B. Sassafras, Wermut, Lavendel, Rosmarin) und wird wegen der beträchtlichen Toxizität vor allem gegenüber Kindern (s. Hinweis) überwiegend äußerlich angewandt. Kampfer wirkt auf der Haut durchblutungsfördernd und leicht lokal schmerz- und juckreizstillend und wird daher zur äußerlichen Behandlung von Muskelschmerzen oder rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Die Anwendung von Kampfer in Erkältungsbalsamen beruht darauf, dass der leicht flüchtige Kampfer eingeatmet wird und an den Bronchien eine schleim- und krampflösende Wirkung entfaltet. Systemisch aufgenommener Kampfer wirkt stimulierend auf Atmung und Kreislauf. Da Kampfer auch über die intakte Haut oder Schleimhaut in den Kreislauf aufgenommen wird, ist besondere Vorsicht bei Kindern angebracht! (s.Hinweise) Eine Wirksamkeit von Kampfer bei den genannten Anwendungsgebieten ist jedoch noch nicht belegt.

Weißes Kampferöl:

Wird in der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Seifen, Deodorants, Reinigungsmitteln und Parfüms verwendet. Safrolfreies Kampferöl wird zur Herstellung von Pfefferminz- und Vanillearomen eingesetzt. Weiterhin finden Kampferöle auch als Lösungsmittel für Farben, Tinten oder Lacken Verwendung.

Dosierung:

Zubereitungen zum Einnehmen:

Tagesdosis 30 bis 300 mg. Die Einnahme von kampferhaltigen wird wegen seiner geringen therapeutischen Breite heute nicht mehr empfohlen (s.Hinweise).

Äußerliche Anwendung:

Mittel zum Einreiben enthalten Kampfer zu 10 bis 20 %. kampferhaltige Zubereitungen dürfen nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewandt werden, bei Kleinkindern über 2 Jahre darf der Anteil an Kampfer 5 % nicht übersteigen.

Hinweise:

Innerliche Anwendung:

  • Nicht während Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern unter 14 Jahren anwenden!
  • Kampfer erweist sich als besonders toxisch gegenüber Kindern. Eine Vergiftung äußert sich in Übelkeit, Erbrechen und zentralnervöse Störungen wie Schwindel, Verwirrtheit oder sogar Krampfanfällen.
  • Für Kinder kann eine tödliche Dosis bereits bei weit unter 1 g Kampfer liegen!
  • Nicht bei Erkrankungen der Leber oder Galle anwenden!
  • Kampfer erwies sich als lebertoxisch und kann bestimmte Leberwerte erhöhen.

Äußerliche Anwendung:

  • Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren anwenden!
  • Bei Kindern nicht im Bereich des Gesichts anwenden!
  • Nicht auf Schleimhäute oder verletzte Haut bringen!
  • Kampfer kann dann vermehrt in den Körper aufgenommen werden.
  • Nicht in höheren Dosen oder über längere Zeit anwenden!
  • Da Kampfer auch über intakte Haut oder die Atemwege resorbiert wird, kann dabei die Möglichkeit einer Vergiftung nicht ausgeschlossen werden.
  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Kampfer oder Asthmaerkrankungen!
  • Kampferhaltige Zubereitungen können zu allergischen Reaktionen an Haut und Atemwegen führen.