Mäusedorn (Ruscus aculeatus)

Der Stechende Mäusedorn ist ein immergrüner, bis zu 1 m hoch wachsender Halbstrauch. Die Pflanze ist an trockene Sommer angepasst und besitzt daher auf kleine, bräunliche Schuppen reduzierte Laubblätter, wogegen grüne, blattartige, in einen Dorn auslaufende Kurztriebe (Phyllokladien) die Photosynthese übernehmen. Die kleinen, grünlichweißen Blüten bilden als Frucht rote Beeren, die auf einem Blatt zu sitzen scheinen.

Ruscus aculeatus L.

Medizinisch verwendet wird der Wurzelstock mit anhängenden Wurzeln.

maeusedorn

Steckbrief

Pflanze:Ruscus aculeatus L.
Familie:Spargelgewächse (Asparagaceae)
Herkunft:Der Mäusedorn ist im Mittelmeergebiet, Frankreich, Nordafrika bis Vorderasien beheimatet.
Synonyme:Stechender Mäusedorn

Anwendung

  • unterstützende Behandlung der chronischen venösen Insuffizienz (Krampfadern)
  • Hämorrhoiden
  • unterstützende Behandlung von Lymphödeme

Die wertbestimmenden Inhaltstoffe des Mäusedornwurzelstock sind die Steroidsaponine Ruscin und Ruscosid, die nach Hydrolyse ein Gemisch aus Ruscogenin und Neoruscogenin bilden. Diese Verbindungen wirken ähnlich dem Aescin aus der Rosskastanie ödemprotektiv und werden zur unterstützenden Behandlung von venöser Insuffizienz, gekennzeichnet durch Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Juckreiz, Schwellungen und nächtliche Wadenkrämpfe, und bei Hämorrhoiden angewandt. Weiterhin ist eine schützende Wirkung auf die Venen, die Verbesserung des lymphatischen Transports und eine antientzündliche Wirkung beschrieben.

Da die Wirkung nur langsam einsetzt wird eine Anwendungsdauer über mehrere Wochen bis Monate empfohlen.

Dosierung

Tee: nicht üblich

Verwendet werden Fertigarzneimittel mit alkoholischen Extrakten aus dem Mäusedornwurzelstock. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 7 bis 11 mg Ruscogenine, entsprechend 70 bis 75 mg Trockenextrakt.

Zubereitung

Es stehen verschiedene Fertigpräparate zur Verfügung, die den Gesamtextrakt oder isolierte Ruscogenine alleine oder in Kombination mit anderen Bestandteilen enthalten.

Hinweise, Nebenwirkungen & Risiken

  • Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
    Obwohl bisher noch keine Risiken bekannt wurden, sollte insbesondere während der ersten drei Schwangerschaftsmonate Ruscuspräparate nicht ohne Anraten des Arztes verwendet werden.
  • Es ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen.
  • Bei plötzlich auftretenden Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, da dies ein Hinweis auf eine Beinvenentrombose sein kann.
    Im allgemeinen sind Präparate aus dem Mäusedornwurzelstock gut verträglich. Nach Einnahme können Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfälle auftreten. Bei anhaltenden Durchfällen sollte das Präparat abgesetzt werden.
  • Wechselwirkungen:
    Ruscusextrakte haben einen wenn auch schwachen gefäßverengenden Effekt. Aus theoretischen Überlegungen erscheint die Einnahme nicht sinnvoll bei Patienten, die Alphablocker z.B. zur Blutdrucksenkung einnehmen.
    Das Auftreten von Ödemen unter einer Behandlung mit Kalciumantagonisten kann möglicherweise durch die Einnahme gebessert werden.

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