Pestwurz

Mit dem Huflattich hat die Pestwurz gemein, dass an schuppigen Stengeln ihre Blüten vor den Blättern erscheinen. Die Blätter gehören mit mehr als 30 cm Durchmesser zu den größten unserer Flora. Die Pestwurz ist bei uns vor allem an lehmigen Bach- und Waldrändern verbreitet. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort „petasus“ oder griechisch „petasos“ ab und ist die Bezeichnung für einen breitkrempigen Hut, den in der Antike griechische Schafhirten oder der griechische Gott Merkur trugen.

Steckbrief: Pestwurz

Pflanze:Petasites hybridus L.
Familie:Korblütengewächse (Asteraceae = Compositae)
Herkunft:Die Heimat der Pestwurz ist Europa und Nord- bzw. Westasien. Die Droge stammt ausschliesslich aus Wildsammlungen und spielt keine Rolle im Drogenhandel.
Synonyme:Falscher Huflattich, Pestilenzwurz, Wasserklette

Anwendung:

Schon seit dem Altertum wurden die ober- und unterirdischen Pflanzenteile medizinisch verwendet. Innerlich genommen wurde sie eingesetzt zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden der Harnwege und des Magen- Darmkanals, gegen Spannungskopfschmerzen, Migräne und bei Erkrankungen der Atemwege. Äußerlich bei Wunden oder Geschwüren.

Da bestimmte Inhaltsstoffe dieser Pflanze (Pyrrolizidinalkaloide) leberschädigend und möglicherweise krebserzeugend wirken, sollten nur industriell hergestellte Extrakte aus dem Wurzelstock dieser Pflanze zur Anwendung kommen. Diese sind nahezu frei von den schädlichen Inhaltsstoffen. Trotzdem ist die Anwendungsdauer auf vier bis sechs Wochen pro Jahr zu begrenzen. (s.Hinweise)

Belegt ist heute die Anwendung von Extrakten aus dem Pestwurzwurzelstock bei krampfartigen Beschwerden der ableitenden Harnwege, es gibt aber auch Hinweise für eine Wirkung bei Migräne.

Dosierung:

Laut Gebrauchsanweisungen der Fertigarzneimittel.

Die Anwendungsdauer sollte 4 bis 6 Wochen pro Jahr nicht überschreiten. (s. Hinweise).

Zubereitungen:

Tee:

Von Teezubereitungen mit dieser Pflanze ist dringend abzuraten. (s.Hinweise)

Fertigarzneimittel:

Die Extrakte aus dem Wurzelstock der Pestwurz enthalten, sind im Handel erhältlich. Bei diesen Präparaten muss der Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden begrenzt sein. Die Anwendungsdauer ist auf vier bis sechs Wochen pro Jahr zu beschränken.

Hinweise:

  • Wegen des Gehaltes an leberschädigenden und kanzerogenen Inhaltsstoffen (Pyrrolizidinalkaloide) wird von der Anwendung der Pflanze als Tee abgeraten. Nur industriell hergestellte Pflanzenextrakte, die aus speziell gezüchteten Pflanzen gewonnen werden und fast frei von Pyrrolizidinalkaloiden sind, sollten verwendet werden.
  • Aus Sicherheitsgründen sollte die Anwendungsdauer trotzdem auf vier bis sechs Wochen pro Jahr begrenzt werden.
  • Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!
    Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen bekannt.