Adonisröschen

Das (Frühlings-) Adonisröschen ist eine bis zu 40 cm hoch wachsende, ausdauernde Staude mit aufrechten Stängeln. Die einzeln, endständig sitzenden, zitronengelben Blüten haben einen Durchmesser von 4 bis 7 cm und besitzen den höchsten Gehalt an den giftig wirkenden herzwirksamen Glykosiden. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile. Verwechslungen können sich mit den ebenfalls giftigen Sommer- oder Herbstadonisröschen (A. aestivalis bzw. autumnalis) ergeben, deren Blüten allerdings rot gefärbt sind. Die Pflanze steht unter Naturschutz!

Steckbrief: Adonisröschen

Pflanze:Adonis vernalis L.
Familie:Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
Herkunft:Das Adonisröschen stammt aus Osteuropa, sie wächst nördlich bis hin zum Zentralural. In Deutschland wächst die Pflanze vereinzelt in Steppengebieten
Synonyme:Böhmische Nieswurz, Falsche Hellebore, Falsche Nieswurz, Frühlings-Adonisröschen, Frühlingsröschen, Frühlingsteufelsauge, Sommerröschen, Sommerteufelsauge, Teufelsauge

Anwendung:

Die oberirdischen Pflanzenteile enthalten ein Gemisch aus verschiedenen herzwirksamen Glykosiden, die die Herzleistung verbessern und zumindest im Tierversuch venentonisierend wirken und werden bei leichter Herzleistungsschwäche vor allem mit nervöser Begleitsymptomatik meist in Kombination mit anderen herzwirksamen Drogen eingesetzt (s. auch Fingerhut, Maiglöckchen). Solche Arzneimittel sind noch unter gesetzlichen Übergangsvorschriften erhältlich, da die Untersuchungen zu Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit noch nicht abgeschlossen sind.
Eine nachlassende Herzleistung ist kein Beschwerdebild, das im Rahmen einer Selbstmedikation behandelt werden kann! (s. Hinweis).

Dosierung:

Bei Arzneipflanzen, die herzwirksame Glykoside enthalten, ist die therapeutische Breite gering, es sollten daher nur Zubereitungen eingenommen werden, die auf einen bestimmten Gehalt an diesen Wirkstoffen eingestellt sind.

Zubereitungen:

Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Kardiaka.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern anwenden!

Nicht anwenden, wenn bereits ein anderes Arzneimittel eingenommen wird, das Herzglykoside enthält!

Nicht anwenden bei schwereren Störungen der Herzleistung (Herzinsuffizienz NYHA III und IV)!

Nicht anwenden bei zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) oder ventrikulären Tachykardien!

Nicht anwenden bei Störungen des Elektrolythaushalts wie zu hohe Calciumblutspiegel oder zu niedrige Kaliumblutspiegel!
Bei Hyperkalzämie oder Hypokaliämie werden die toxischen Wirkungen verstärkt.

Vor Beginn einer Selbstbehandlung müssen die Beschwerden erst durch einen Arzt abgeklärt werden. Bei der Herzinsuffizienz z.B. handelt es sich um eine ernste Erkrankung, für die wesentlich wirkungsvollere Medikamente zur Verfügung stehen. Zur Vorbeugung oder bei plötzlichen Beschwerden eingenommen sind solche pflanzlichen Zubereitungen nutzlos.

Wechselwirkungen:

Gefährliche Wechselwirkungen können bei gleichzeitiger Behandlung mit Medikamenten entstehen, die den Elektrolythaushalt stören können, z.B. Diuretika, best. Abführmittel oder Glucokortikoide oder Medikamente, die auf den Herzschlagrhythmus wirken, wie z.B. Chinidin. Informieren Sie sich vor Behandlung bei Ihrem Arzt oder Apotheker!

Vergiftung:

Eine Vergiftung oder Überdosierung äußert sich ähnlich der Digitalisvergiftung (s. Fingerhut) zunächst in Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Störungen des Farbsehens und raschem Puls. Schwere Vergiftungen führen zunächst zu Blutdrucksteigerung, dann -abfall und Herzrhythmusstörungen. Der Tod tritt schließlich durch Kammerflimmern ein.