Bischofskraut (Zahnstocher-Ammei)

Das Bischofskraut ist eine bis zu 1 m hoch wachsende, ein- bis zweijährige Pflanze. Die Blüten stehen in schirmförmigen Doppeldolden, deren verholzende Doldenstrahlen früher als Zahnstocher benutzt wurden.

Aus den Früchten des Bischofskrauts werden einzelne Inhaltsstoffe gewonnen, die zur Herstellung von Fertigarzneimitteln verwendet werden. Die Verwendung der Droge als Tee ist heute nicht mehr gebräuchlich ( s. Hinweise).

Steckbrief: Bischofskraut (Zahnstocher-Ammei)

Pflanze:Ammi visnaga (L.) Lam.
Familie:Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Herkunft:Die Droge ist im Mittelmeergebiet, in Argentinien, Chile und Mexiko heimisch. Der Hauptimport stammt aus dem Anbau in Ägypten, Marokko, Tunesien und der Rußland
Synonyme:Khella, Visnaga, Zahnstocherammei

Anwendung:

Die Bischofskrautfrüchte enthalten die Furanochromone Khellin und Visnagin und Pyranocumarine wie z.B. das Visnadin. Khellin und Visnagin wirken krampflösend auf die glatte Muskualtur des Magen-Darm-Kanals, der Bronchien, der Gallen- und Harnwege und der Herzkranzgefäße. Khellinhaltige Präparate werden daher bei Keuchhusten, Asthma und bei Nieren-, Gallen- oder Darmkoliken verwendet, visnadinhaltige Präparate sollen die Durchblutung des Herzmuskels fördern. Da die Wirksamkeit jedoch nicht belegt ist und unerwünschten Wirkungen auftreten können, kann eine therapeutische Anwendung nicht empfohlen werden (s. Hinweise).

Dosierung:

Keine Empfehlung möglich.

Zubereitungen:

Fertigarzneimittel mit Extrakten aus Bischofskrautfrüchten sowie khellin- oder visnadinhaltige Präparate sind im Handel erhältlich.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Während der Anwendung Sonnenbäder und Solarien meiden!
Die Bischofskrautfrüchte enthalten phototoxische Furanocumarine, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.

Nicht anwenden bei vorgeschädigter Leber oder zusammen mit anderen potentiell leberschädigenden Substanzen!
Für Khellin ist nach Einnahme höherer Dosen eine Erhöhung der Leberenzyme bekannt.

Weitere Nebenwirkungen:
Bei längerer Anwendung oder Einnahme in höherer Dosierung können Übelkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Verstopfung, allergische Reaktionen und Schlafstörungen auftreten.