Birke

Die Birkenarten sind bis zu 30 m hohe Bäume, die schon durch ihre weiße Rinde auffallen. Die Hängebirke (B. pendula) besitzt spitzwinklig aufsteigende Äste mit stark überhängenden Zweigen, während die Zweige der Moorbirke aufrecht gerichtet sind. Die Rinde der Hängebirke wird im Gegensatz zur Moorbirke mit zunehmendem Alter der Bäume dunkel. Die Pflanzen bilden männliche und weiblich Kätzchen als Blüten. Medizinisch verwendet werden die Blätter beider Birkenarten, wobei die jungen Blätter besonders reich an Wirkstoffen sind. Aus den Rinden wird Birkenteer gewonnen.

Steckbrief: Birke, Hänge-Birke

Pflanze:Betula pendula Roth, Betula pubescens Ehrhart
Familie:Birkengewächse (Betulaceae)
Herkunft:Die Birke ist in gemäßigten Teilen Asiens heimisch.
Synonyme:Gewöhnliche Birke, Harzbirke, Rauhbirke, Sandbirke, Weißbirke, Besenbirke, Behaarte Birke, Haarbirke

Anwendung:

Birkenblätter enthalten Flavonoide, darunter mengenmäßig überwiegend die Flavonolglykoside Hyperosid und Quercitrin, Vitamin C, Saponine und ätherische Öl. Zubereitungen aus Birkenblättern werden zur Durchspülungstherapie der Nieren bei Entzündungen der ableitenden Harnwege und Nierengries, traditionell auch bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen oder als Zusatz zu sog. „Blutreinigungstees“ verwendet.

Die enthaltenen Flavonoide bewirken über eine Erhöhung der Harnmenge eine vermehrte Wasserausscheidung. Wichtig ist daher, dass auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet wird. Sehr junge, frische Blätter können Frühlingssalaten beigegeben werden, Birkenblätterextrakthaltige Haarwässer sollen bei Haarausfall und Schuppenbildung helfen.

Der aus der Birkenrinde gewonnene Teer wird in Einzelfällen als Zusatz zu Salben bei bestimmten Hauterkrankungen ärztlich verordnet. Wegen der Möglichkeit des Vorkommens kanzerogener polycyclischer Kohlenwasserstoffe wird eine generelle Anwendung nicht mehr empfohlen.

Dosierung:

Tee:
1 Esslöffel (ca. 2 g) Birkenblätter werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach etwa 15 Minuten abgeseiht. 3 – 4 mal täglich 1 Tasse frisch bereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten (mindestens 2 l/Tag).

Zubereitungen:

Birkenblätter sind als Tee, Frischpflanzenpresssaft und Bestandteil vieler Fertigpräparate (Teemischungen, Tropfen, Kapseln, Dragees) als harntreibende Mittel und gegen Harnwegsinfektionen erhältlich. Sie sind auch oft Bestandteil von Teemischungen für sog. “Frühjahrskuren”.

In der Kosmetik sind Birkenblätterextrakte häufig Bestandteil von Haarwässern

Hinweise:

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Birkenpollen!
Birkenblätter können bei Personen, die an Heuschnupfen wegen Birkenpollen leiden, mit Hautekzemen reagieren. Häufig besteht gleichzeitig eine Allergie gegenüber Äpfeln.

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit ohne ärztlichen Rat anwenden!
Die Sicherheit und Unbedenklichkeit sind noch nicht belegt.

Nicht anwenden bei Ödemen aufgrund Erkrankungen des Herzkreislaufs oder der Nieren! Diese Beschwerden bedürfen einer Behandlung durch den Arzt. Die Zufuhr einer erhöhten Flüssigkeitsmenge kann zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen.

Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten!
Wegen der aquaretischen Wirkung sollte darauf geachtet werden, dass während der Behandlung ausreichend Flüssigkeit (keine coffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke) zugeführt wird.

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder immer wieder kehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden!