Borretsch

Diverse Kräuter besitzen einen typischen, eigenen Geschmack. Das macht eine Unterscheidung relativ einfach, denn es gibt ein Kraut, welches jeder gleich für ein Gemüse halten würde. Hierbei handelt es sich jedoch um Borretsch oder auch Gurkenkraut genannt. Charakteristisch ist der starke Geschmack nach frischen grünen Gurken.

In der Heilkunde werden überwiegend die Samen, bzw. das aus ihnen gewonnene Boretsch Öl verwendet. Vor allen Dingen bei etwaigen Hautbeschwerden kommt dieses zum Einsatz. Die einjährigen, bis 60 Zentimeter hoch wachsenden Pflanzen sind borstig behaart und besitzen den typischen Gurkengeschmack. Die Blätter können bis zu 20 Zentimeter lang und bis zu 7 Zentimeter breit werden.

Herkunft von Borretsch

Ursprünglich kommt das Kraut aus dem Mittelmeer Raum. Dort war es bereits bei den alten Römern und den Griechen bekannt. Im späten Mittelalter kam der Borretsch nach Europa und fand in vielen Bauerngärten seinen angestammten Platz. Teilweise wurde er zudem in Klostergärten angebaut und auch heute noch ist er zeitweise in der freien Natur zu finden.

Steckbrief: Borretsch

Pflanze:Borago officinalis L.
Familie:Borretsch Gewächse, Rauhaargewächse (Boraginaceae)
Herkunft:Über das Mittelmeergebiet über Europa und USA verbreitet
Synonyme:Borasch, Boretsch, Gurkenkraut, Porich, Wohlgemut Kraut

Das aus den Samen gewonnen Fett wird wegen des hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren, als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Borretsch Blüten, als auch das Kraut enthalten wichtige Inhaltsstoffe. Zu ihnen gehören:

Schleimstoffe
Gerbstoffe
Harz
Saponin
Kaliumnitrat

Daher wurde das Kraut in der Volksmedizin bei Entzündungen der Atemwege, Harnverhalten und Durchfall eingesetzt. Da der Gehalt an lebertoxischen Pyrrolizidinalkaloiden recht hoch sein kann, ist eine Wirksamkeit von Borretsch bei den oben genannten Anwendungsgebieten nicht belegt. Aus diesem Grund wird von einer medizinischen Verwendung abgeraten.

Auch als Kuchengewürz darf Borretsch nur gelegentlich und sparsam eingesetzt werden. Zum Würzen sollte der Anwender nur frische, junge Blätter oder die Blüten nutzen, Borretsch kann beim Trocknen schnell sein Aroma verlieren. Es empfiehlt sich, die Blätter wegen der rauen Haare klein zu hacken.

Das aus den Samen gewonnene Öl ist dagegen praktisch frei von schädlichen Alkaloiden, sofern es über eine Kaltpressung gewonnen wurde. Der Anteil an Gamma- Linolensäure beträgt 20 Prozent und übertrifft somit sogar das Nachtkerzen Öl. Zubereitungen aus Borretsch Samen Öl werden als Nahrungsergänzungsmittel innerlich und/ oder äußerlich bei Hauttrockenheit, atopischem Ekzem (Neurodermitis) und innerlich bei rheumatoider Arthritis bzw. anderen Krankheitsbildern, die mit einem Mangel an Gamma- Linolensäure in Zusammenhang gebracht werden, empfohlen. Eine Zulassung als Arzneimittel existiert nicht.

Borretsch als Heilkraut

In der Vergangenheit war Borretsch ein bekanntes Heilkraut. Es wurden nahezu sämtliche Pflanzenteile verwendet und das sowohl äußerlich, als auch innerlich. Bei hohem Fieber gab es beispielweise Blüten zusammen mit Zucker zerstoßen oder pur gegessen. Wurzeln, Blätter und Samen der Pflanze dienten im Zusammenhang mit einem Arzneiwein dazu, dass Giftstoffe aus dem Körper gespült wurden.

In Verbindung mit Honig diente Borretsch als Mundwasser und um Zähne, Zahnfleisch und Hals zu schützen. Borretsch Wasser wurde gegen rote Augen eingesetzt. Auch heute spielt Borretsch in der Naturheilkunde durchaus noch eine wichtige Rolle. Das enthaltene Wirkstoffspektrum zeigt immunstärkende, juckreizmildernde und entzündungshemmende Eigenschaften.

Borretsch bzw. das Öl werden für folgende Beschwerden verwendet:

Neurodermitis
juckende und trockene Haut
trockene und schuppende Haut
starker Husten
akute und chronische Bronchitis

Selbst in der heutigen Zeit findet der Borretsch in der Behandlung von Hautbeschwerden Verwendung. Die Samen werden häufig als Zutat in Cremes eingesetzt. Aufgrund der spezifischen Ölsäurezusammensetzung gilt Borretsch Öl als probates Mittel gegen Hauterkrankungen und Hauptproblemen, wie zum Beispiel Neurodermitis.

Das Samen Öl enthält diverse Omega- 6 Fettsäuren und Gamma- Linolensäure. Gutes Borretsch Öl enthält keine Pyrrolizidinalkaloide mehr, pures Samen Öl vom Borretsch ist jedoch nicht immer leicht zu bekommen.

Borretsch Anwendung

Als Arznei kommen vor allen Dingen sie Samen vom Borretsch zum Einsatz, welche als Öl gepresst werden. Da es jedoch leicht verderblich ist, gibt es die Darreichungsform als Kapseln. Die Tagesdosis liegt bei mindestens einem Gramm Borretsch Öl. Die innere Anwendung, beispielsweise bei Neurodermitis, kann mit einer Äußeren kombiniert werden. Hierzu die Kapsel aufstechen und das Öl auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Hinweis:
Nicht alle Pyrrolizidin- Alkaloide sind gleichermaßen toxisch und krebserregend, eine regelmäßige Anwendung von Borretsch Blättern, als auch der Blüten ist dennoch nicht zu empfehlen. Das gilt nicht nur für frische Pflanzenteile, sondern auch als Gewürz oder Tee, die aus der Pflanze hergestellt werden. Speziell Schwangere, stillende Frauen und Kinder sollte keine Borretsch- Zubereitungen zu sich nehmen.

Weitere Anwendungsgebiete

Diejenigen, die sich einen Borretsch Tee oder einen Borretsch Wein selber zubereiten möchten, können Blüten, als auch Blätter verwenden. Für einen Tee sind 2 Teelöffel getrocknete oder frische Blüten oder Blätter ausreichend. Jeweils eine Tasse am Morgen und am Abend beruhigen die Nerven und sorgen zudem für Stressbewältigung.

Der Tee eignet sich außerdem gut zum Gurgeln. Hierzu Blüten und Blätter mit Wein aufgießen (rund eine Handvoll für 1 Liter Wein) und das Ganze rund 4 Wochen ziehen lassen. Das Mittel ist ideal um Depressionen und schlecht Stimmung los zu werden.

Borretsch eignet sich gut um folgende Probleme zu behandeln:

Fieber, Husten
Hautprobleme
Ausschlag, Ekzeme
Allergie- Erkrankungen der Atemwege, Geschwüre in der Mundhöhle
Herzkräftigung
innere Unruhe
Depressionen
Trauer

Darüber hinaus kann Borretsch noch bei anderen gesundheitlichen Problemen für Linderung oder Abhilfe schaffen:

  • Verstopfung
  • Bluthochdruck
  • Schlaflosigkeit

Borretsch Öl – die gesunde Essenz

Borretsch, auch Kukumer Kraut oder Gurkenkraut gilt bereits seit dem Mittelalter als Heilpflanze und wird zum Würzen verwendet. Auffallend sind vor allem die blau leuchtenden Blüten, die zwischen Mai und September zu sehen sind.

Heutzutage wird Borretsch überwiegend in Frankreich und Spanien kultiviert. Im Fokus steht hierbei das Borretsch Öl, welches durch Kaltpressung aus den Samen gewonnen wird. Außer den schon erwähnten Inhaltstoffen enthält Borretsch noch ätherische Öle, Kieselsäure und einen hohen Gehalt an Vitamin C. Gleichzeitig beinhaltet die Pflanze jedoch auch Pyrrolizidinalkaloide, die eine toxische Wirkung auf die Leber ausüben können.

Um eine Belastung zu vermeiden, darf Borretsch nur gelegentlich verzehrt werden. Für das Borretsch Öl gilt dieses allerdings nicht. Das Öl wird lediglich aus den Samen gewonnen und enthält keine Pyrrolizidinalalkaloide.

Darreichungsformen

Personen, die eine innere Einnahme, als Nahrungsergänzungsmittel vorziehen, können Kapseln als geeignete Darreichungsform wählen. Die Kapseln enthalten kaltgepresstes reines Borretsch Öl und sie lassen sich leichter als flüssiges Öl einnehmen. Noch dazu sind nicht nur praktisch, sie sind auch gut für Menschen geeignet, die viel unterwegs sind.

Der Handel bietet auch Borretsch Öl, als hochwertiges Pflanzenöl an, worin unterschiedliche Konzentrationen enthalten sind. Flüssiges Öl ist die perfekte Alternative, für diejenigen, die einen vielfältigen Einsatz planen. Das Öl lässt sich ohne Probleme oral einnehmen und kann gleichzeitig zur äußerlichen Anwendung dienen.

Dosierung

Innerlich:

1 bis 2 Gramm bis zu dreimal täglich, entsprechend 250 bis 1.500 mg Gamma- Linolensäure pro Tag. Die Einnahme sollte ohne Anraten des Arztes nicht über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen) erfolgen.

Äußerlich:

Salben mit einem Gehalt von 3 bis 10 Prozent Borretsch Samen Öl: zweimal täglich bzw. nach Gebrauchsinformation des entsprechenden Präparates.

Wichtige Hinweise:
Nicht in der Schwangerschaft und während der Stillzeit anwenden!!! Nicht ohne Anraten des Arztes über einen längeren Zeitraum konsumieren!!! Borretsch Kraut und Blüten enthalten Pyrrolizidinalkaloide, die nachweislich leberschädigend und krebserzeugend wirken. Daher ist die medizinische Verwendung von Borretsch nicht vertretbar. Die Verwendung als Küchengewürz sollte, wenn überhaupt, nur sehr sparsam erfolgen.

Borretsch Samen Öl:
Es ist nicht auszuschließen, dass das Öl geringe Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden enthält. Bei langandauernder Einnahme, zum Beispiel als Nahrungsergänzungsmittel, können unter Umständen geringe Mengen zu Schädigungen führen. Es ist daher sinnvoll, zuvor eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu führen.

Wechselwirkungen:
Borretsch Samen Öl sollte nicht angewendet werden von Personen, die Blutgerinnungsmittel verabreicht bekommen oder andere Arzneimittel einnehmen müssen. Es kann hier zur Herabsetzung von Krampfschwellen kommen und auch Menschen mit Anfallsleiden sollten ebenfalls auf den Verzehr verzichten.

Wissenswertes über Borretsch

Borretsch ist ein charakteristisches Kraut, wenn es um die Frankfurter grüne Soße geht. Zudem passt der Geschmack ausgezeichnet zu Salaten, Eiern, Quark, Kartoffeln und Fisch. Das Kraut hat einen erfrischenden Geschmack und kann sogar die Gurken im Gurkensalat voll ersetzen. Borretsch eignet sich außerdem als Würzkraut für:

  • Kopfsalat
  • Kohlgemüse
  • Suppen
  • Pilze
  • Kräutersoßen

Damit die Aromen nicht verloren gehen, bitte Borretsch nach dem eigentlichen Garen zugeben. Das Kraut wirkt nicht nur beruhigend, sondern auch entgiftend, entzündungshemmend und wird gern bei Herzbeschwerden, Bluthochdruck und Schlafstörungen eingesetzt.

Borretsch bevorzugt sonnige und halbschattige Standorte und ebenso feuchte Böden. Die Blätter riechen nicht nur gurkenähnlich, sie schmecken auch so. Überwiegend werden sie genutzt, für Dekorationszwecke auf Speisen, aber auch zum Verfeinern von Dips oder Kräuterbutter.

Die Geschichte des Borretschs ist eng mit der Geschichte der Menschen verbunden. Schon die Kelten sollen, Überlieferungen zufolge, den Borretsch genossen haben. Der Name leitet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit vom keltischen Wort „porrach“ (heroische Person) ab.

Borretsch gehört zu den Kräutern, die kulinarisch gesehen, ein echtes Schattendasein führen. Dabei schmeckt das Kraut nicht nur toll, es versorgt den Körper zudem mit wichtigen Inhaltsstoffen.

Küchentipps:

Im Handel ist Borretsch selten zu finden. Eventuell kann ein Nutzer ihn auf einem Wochenmarkt entdecken, dann entweder bundweise oder in einem Topf. Das Kraut lässt sich jedoch auch gut im eigenen Garten oder auf dem Balkon züchten. Da Borretsch fast überall zu finden ist, darf es jeder der möchte, selber sammeln.

Ob Blüten oder Blätter, Borretsch ist alles andere als lagerungsfähig. Wer ihn essen möchte, sollte sich auf frisch gepflückte Pflanzenteile beschränken und ihn überhaupt nicht lagern. Die Vorbereitung allerdings gestaltet sich als kinderleicht, denn einfach nur die Blätter abspülen, trockenschütteln und je nach Rezeptvorschlag in Streifen schneiden oder hacken.

Soll ein spinatartiges Gemüse entstehen, dürfen die Blätter auch im Ganzen genutzt werden. Die Blüten besser gar nicht waschen, wenn unbedingt nötig, nur kurz unter Wasser halten und mit Küchenkrepp trocken tupfen.

Je jünger der Borretsch ist, desto besser, dann sind die Blätter noch zart und klein. So können selbst Personen, die einen empfindlichen Magen haben, das Kraut genießen. Werden die Blätter zum Sommer hin größer, bekommen sie eine raue Behaarung. Menschen mit eher sensibler Magenschleimhaut, sollten ihn dann nicht verzehren.

Borretsch- das gesunde Heilkraut

Die häufigste Art Borretsch zu benutzen ist sicherlich, die Anwendung als Gewürzkraut. Aber auch als Tee ist er sehr schmackhaft. Dazu kann der Anwender getrocknete Blüten, als auch Blätter verwenden. Für einen Tee zwei Teelöffel getrocknete Borretsch Blätter mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.

Danach Abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Der Tee darf zwei bis dreimal täglich genossen werden. Wie bei allen wirksamen Heilkräutern sollte nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause eingelegt werden. Anschließend darf der Nutzer dann wieder über diesen Zeitraum den Tee trinken. Durch diese Pause können unerwünschte, eventuelle Langzeitwirkungen vermieden werden und die erwünschte Borretsch Wirkung bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Borretsch Tee kann innerlich gegen nervöse Herzbeschwerden helfen. Äußerlich kann der Tee oder eine verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Waschungen oder Bädern zur Anwendung kommen. Diese Art der Verwendung hilft bei Ekzemen und anderen Hautausschlägen. Borretsch hilft, äußerlich angewendet, sowohl gegen langsam verheilende Wunden und Abszesse.

Als frisches Küchenkraut genutzt ist Borretsch ein Genuss. Einige enthaltene Inhaltstoffe von Borago officinalis werden jedoch auch mit steigender Beliebtheit in Hautpflegeprodukten verarbeitet. In der Pflanzenheilkunde wird Borretsch fast ausschließlich zur äußeren Anwendung empfohlen.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Der Handel bietet das Kraut in Form von Samen und jungen Pflanzen an. Mit etwas Glück wird der Verbraucher auch in der Kräuterecke von einem gut sortierten Supermarkt fündig. Häufig sind Borretsch Kräuter oder ganze Pflanzen auf Wochenmärkten oder auf speziellen Pflanzenmärkten zu finden.

Es kann durchaus sein, dass regionale Märkte mit Händlern oder Herstellern aus der Region Borretsch Pflanzen anbieten. Beim Kauf muss darauf geachtet werden, dass die Kräuter keine Blattläuse aufweisen. Die Pflanzen müssen weiterhin über kräftige Sprossachsen verfügen und saftig grüne Blätter haben. Pflanzen, die kleine bräunliche Blätter besitzen, dürfen nicht in dem Einkaufskorb landen. Es könnte sich um einen Schädlingsbefall durch Motten oder einen bestimmten Rostpilz handeln. Durch ein kurzes Reiben der Blätter, kann der Käufer feststellen, ob das Kraut intensiv nach Gurke riecht.