Chinarinde

Der Rote Chinarindenbaum ist ein etwa 20 m hoch wachsender Baum mit dichtbelaubter, rundlicher Krone. Die großen, gestielten, elliptisch bis rundlichen Blätter der Chinarinde sind an der Unterseite oft dicht behaart. Die rosaroten Blüten stehen in bis zu 35 cm langen Rispen. Medizinisch verwendet wird die Stamm-, Ast- und Wurzelrinde etwa 10 Jahre alter Bäume, die als Rote Chinarinde bezeichnet wird. Gelbe Chinarinde (Cinchona officinalis L.) dient als Ausgangsstoff zur Herstellung von Chinin.

Steckbrief: Roter Chinarindenbaum

Pflanze:Cinchona pubescens Vahl
Familie:Rötegewächse (Rubiaceae)
HerkunftDer Chinarindenbaum wächst in den Bergregionen des nördlichen Südamerika. Kultiviert wird die Pflanze in Kongo und Indien.
Synonyme:Chinarindenbaum, Fieberrinde, Kalisayabaum, Rote Chinarinde, Roter Chinarindenbaum

Anwendung:

Rote Chinarinde (syn. Fieberrinde, Apothekerrinde) enthält etwa 30 verschiedene, überwiegend an organische Säuren oder Gerbstoffe gebundene Alkaloide, wobei Chinin, Chinidin, Cinchonin und Cinchonidin den Hauptanteil bilden sowie Gerbstoffe und Bitterstoffe. Zubereitungen aus der Roten Chinarinde werden wegen der Bitterwirkung, die zu einer Zunahme der Speichel- und Magensaftsekretion führt, zur Anregung des Appetits oder bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen eingesetzt. (s.a. Tausendgüldenkraut, Gelber Enzian).

Die in der Volksmedizin propagierte Anwendung als „Grippemittel“ entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. In der Lebensmittelindustrie wird Chinarinde zur Aromatisierung von Getränken (Tonics) verwendet. Gelbe Chinarinde (syn. Fabrikrinde, Calisaya-Chinarinde) wird industriell zur Herstellung der Alkaloide Chinin (Malariamittel) und Chinidin (Antiarrhythmikum) verwendet.

Beide Alkaloide sind wegen möglicher, schwerer Nebenwirkungen der Verschreibungspflicht unterstellt.

Dosierung:

Tee:
Ein halber Teelöffel (etwa 1 g) fein zerkleinerte Rote Chinarinde wird mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Zur Appetitanregung bis zu 3 mal täglich eine halbe Stunde vor dem Essen, bei Verdauungsbeschwerden nach dem Essen, eine Tasse Tee trinken.

Zubereitungen:

Chinarinde ist Bestandteil einiger Kombinationspräparate aus der Gruppe der Magen-Darm- und Gallemittel.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern anwenden!

Nicht über längere Zeit oder in höherer Dosierung anwenden!

Eine langdauernde Anwendung kann zu „Cinchonismus“ führen, das sich in Sehstörungen, Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Magen- und Darmgeschwüren oder Ohrensausen äußern kann. Dies ist wurde auch an Personen beobachtet, die vermehrt über längere Zeit chinarindenhaltige Getränke (Tonics) konsumierten. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit dem Arzt empfohlen.

Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreationen wie Hautausschlägen oder Fieber oder eine erhöhte Blutungsneigung (Thrombozytopenie) auftreten.

In diesen Fällen ist das Präparat sofort abzusetzen und ein Arzt aufzusuchen!

Wegen der Anregung der Magensäuresekretion sollte Chinarinde nicht bei Magen- oder Darmgeschwüren verwendet werden!

Wechselwirkungen:
Bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die die Blutgerinnung hemmen, wie z.B. Aspirin, Marcumar u.a. kann es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen. Lassen Sie sich vor Anwendung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!