Knoblauch

Von der Art Allium sativum L. werden drei Varietäten unterschieden: der Schlangenknoblauch (var. ophioscorodon), der Peking-Knoblauch (var. pekinense) und der hierzulande bekannte gewöhnliche Knoblauch (var. sativum).

Der gewöhnliche Knoblauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und wird 25 bis 90 cm hoch. Die bäulich-grauen bis grau-grünen zugespitzten Blätter sind flach, länglich-breit, rinnig und am Rande rau. Der runde Blütenschaft trägt eine wenigblütige Scheindolde und mehrere Brutzwiebeln. Die Blüten verbleiben oftmals im Knospenzustand und bringen keine Samen hervor.

Die ursprünglich in Zentralasien beheimatete Pflanze wird heute überall angebaut und zum Würzen von Speisen benutzt. Geerntet wird die reife, noch nicht getrocknete Sprosszwiebel, die sich aus einer eiförmigen Hauptzwiebel und 6 bis 15 Nebenzwiebeln (= Zehen) zusammengesetzt. Beide sind von einer weißen, trockenen Blatthülle umgeben. Wie alle stark riechenden Pflanzen diente auch der Knoblauch früher zum Vertreiben von Dämonen (z.B. Vampire).

Steckbrief: Echter Knoblauch

Pflanze:Allium sativum L.
Familie:Lauchgewächse (Alliaceae)
Herkunft:
Synonyme:Gartenknoblauch, Knobloch, Knofel

Anwendung:

  • Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen
    unterstützend zur Senkung erhöhter Blutfettwerte
    vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten
    unterstützend zur Senkung erhöhten Blutdrucks
  • Abwehr stechender Insekten
  • Blähungen
  • Wurmbefall

Die Knoblauchzwiebel enthält neben Speicherkohlenhydraten (insbesondere Fructane) schwefelhaltige Verbindungen wie z.B. das geruchlose Alliin, deren Vorstufen, gamma-Glutamyl-alkylcysteine, ein Addukt mit Vitamin B1 (Allithiamin), Adenosin und Alliinase. Letzteres ist ein Enzym, die nach Verletzung der Zellen (z.B. beim Zerkleinern) in Kontakt mit Alliin gelangen. Dabei die Verbindung abgebaut und die eigentlichen Wirkstoffe des Knoblauchs, Thiosulfinate, Allicin und weitere Folgeprodukte, gebildet werden. Teilweise werden aber auch andere Bestandteile diskutiert.

Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs wirken wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze, blähungstreibend und vorbeugend gegen arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße. Letztgenannter Effekt beruht vermutlich auf mehreren Eigenschaften des Knoblauchs. So wird die Auflösung zusammengelagerter Blutplättchen gefördert und die Blutgerinnung vermindert, was die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Außerdem wirkt er leicht blutdrucksenkend, antioxidativ und senkt möglicherweise erhöhte Blutfettwerte. Knoblauch soll auch vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten und bestimmte Krebsarten (Magen-, Darm-, Speiseröhrenkrebs) wirken. Der nach Verzehr entstehende typische Knoblauchgeruch, bewirkt zwar nicht eine vollständige Abwehr von stechenden Insekten, kann aber den Befall mit Zecken reduzieren.

Zum Einsatz kommen verschiedene Präparate, die sich in ihrer Herstellung unterscheiden und damit nicht unbedingt in ihrer Wirkung vergleichbar sind. Am besten untersucht sind Zubereitungen mit einem standardisierten Gehalt an Alliin und Allicin.

Frischer Knoblauch:

Frischer Knoblauch enthält die schwefelhaltige Aminosäure Alliin, die nach Zerkleinern der Zehe rasch in verschiedene, stark riechende flüchtige Schwefelverbindungen, darunter Ajoene, umgewandelt werden.

Knoblauchpulver:

Durch rasches Zerkleinern und sofortiges Trocknen wird versucht, die Weiterreaktionen von bereits gebildeten Allicin zu verhindern. Das Enzym Allinase bleibt erhalten.

Knoblauchtrockenextrakt:

Durch Vorbehandlung der frischen, ungeschälten Zehen wird die Alliinase inaktiviert, so dass bei nachfolgender Extraktion mit Alkohol die Reaktion zu riechenden Schwefelverbindungen unterbunden wird. Solche Extrakte enthalten die hydrophilen Verbindungen des Knoblauchs.

Ölmazerate:

Zerkleinerter Knoblauch wird mit fettem Öl extrahiert. Dadurch werden vor allem die Folgeprodukte mit überwiegendem Anteil an Vinyldithiinen oder Ajoene erhalten.

Wässrige Knoblauchauszüge:

Hier wird der zerkleinerte Knoblauch mit kaltem Wasser mazeriert. ausgepresst und anschließend pasteurisiert.

Fermentierter Knoblauch:

Durch längeres ziehen lassen in einer Ethanol-Easser-Mischung werden nahezu alle knoblauchtypischen Verbindungen umgesetzt. Das Produkt ist geruchlos und es ist fraglich, ob noch eine Wirksamkeit vorhanden ist.

Wasserdampfdestillat (Knoblauchöl):

Dieses Produkt enthält vorwiegend die wasserdampfflüchtigen Bestandteile des Knoblauchs, die auch für den typischen Geruch verantwortlich sind und wird mit speziellen Verfahren verkapselt.

Dosierung:

  • Frischer Knoblauch: Tagesdosis: 2g bis 5 g.
  • Knoblauchpulver: Tagesdosis: 0,4 g bis 1,2 g.
  • Knoblauchöl: Tagesdosis: 2 mg bis 5 mg.
  • Knoblauchextrakt: Tagesdosis: 300 mg bis 1000 mg oder entsprechend 4 – 12 mg Alliin oder 2 – 5 mg Allicin.

Zubereitungen:

Knoblauch wird frisch als Gewürz verwendet. Es sind eine Reihe von Knoblauchpräparaten im Handel, die sich je nach Herstellung in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.

Hinweise:

  • Nicht in großen Mengen während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
    Zubereitungen aus Knoblauch können die Blutgerinnung hemmen. Die Inhaltstoffe gehen in die Muttermilch über und können zu Blähungen beim Säugling führen.
  • Nicht ohne ärztlichen Rat in größeren Mengen einnehmen, wenn gleichzeitig blutgerinnungs-hemmende Arzneimittel eingenommen werden müssen!
    Knoblauch verlängert die Blutungszeit. Große Mengen können das Risiko postoperativer Blutungen erhöhen. Personen, die blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen müssen, sollten vor Gebrauch von Knoblauchpräparaten ihren Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen.
  • Nicht ohne ärztlichen Rat in größeren Mengen einnehmen, wenn gleichzeitig blutgerinnungshemmende Arzneimittel eingenommen werden müssen bzw. Knoblauchpräparate vor geplanten Operationen absetzen!
    Knoblauch verlängert die Blutungszeit. Große Mengen können das Risiko postoperativer Blutungen erhöhen. Personen, die blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen müssen, sollten vor Gebrauch von Knoblauchpräparaten ihren Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen.
  • Nicht ohne ärztlichen Rat in größeren Mengen einnehmen bei gleichzeitiger Therapie mit HIV-Medikamenten!
    Es ist eine schlechtere Verträglichkeit der HIV-Medikation und auch eine Abschwächung der Wirksamkeit möglich.
  • Vom Knoblauch sind kaum unerwünschten Wirkungen bekannt. Um Magenunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte Knoblauch nicht auf nüchternem Magen eingenommen werden.
  • Selten sind allergische Reaktionen bekannt geworden.
  • Der nach Verzehr typische, für die Mitmenschen unangenehme Geruch über Haut und Mund, ist auf die wirksamen Bestandteile des Knoblauchs zurückzuführen. Auch durch die Einnahme von Fertigprodukten kann dies nicht ganz verhindert werden.