Meerträubel

Giftpflanze! Das Meerträubel ist ein 30 cm hoch wachsender Strauch mit langgestreckten, blassgrünen Ruten. Die Pflanze ist ein Vertreter der Nacktsamer.

Das Kraut von Meerträubel und anderer Ephedra-Arten wurde schon in der Chinesischen Medizin unter der Bezeichnung Ma Huang verwendet. Heutzutage spielt die Droge wegen der unsicheren Wirkung nur eine untergeordnete Rolle. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor der Anwendung Ephedra-haltiger Produkte nachdem in den USA mindestens 10 Todesfälle im Zusammenhang mit Ephedra-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln bekannt geworden sind.

Steckbrief: Chinesisches Meerträubel

Pflanze:Ephedra sinica Stapf
Familie:Meerträubelgewächse (Ephedraceae)
Herkunft:Die Pflanze wächst in den trockenen Regionen Chinas, Indien, Mongolei und Spaniens.
Synonyme:Ephedra, Meerträubchen

Anwendung:

Meerträubelkraut enthält Alkaloide mit Ephedrin als Hauptalkaloid und die Nebenalkaloide Pseudoephedrin, Norpseudoephedrin und Methylephedrin, die z.T. dem Ephedrin entgegengesetzte Wirkungen entfalten können. Ephedrin wirkt stimulierend, blutdrucksteigernd und krampflösend auf die Bronchien. Wegen der gefäßverengenden Wirkung wirkt es abschwellend auf die Nasenschleimhaut. Diese Wirkungen lassen bereits nach einigen Tagen nach (Tachyphylaxie). Da die Gesamtwirkung der Droge im Einzelfall nur schwer zu beurteilen ist und klinische Untersuchungen zum Ephedrakraut fehlen, kann eine Anwendung nicht empfohlen werden.

In USA, den Niederlanden oder im Internet werden Ephedra-haltige Nahrungsergänzungsmittel als Schlankheitsmittel, Heuschnupfenmittel oder Mittel zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit vertrieben. Es wird ausdrücklich vor Anwendung solcher Produkte gewarnt, da zu erheblichen unerwünschten Wirkungen und auch Todesfällen gekommen ist (s.Hinweis).

Dosierung:

Keine Empfehlung möglich.

Zubereitungen:

Meerträubelkraut ist in einigen homöopatischen Arzneimitteln, Ephedrin in wenigen Erkältungsmitteln enthalten.

Hinweise:

Vor der Anwendung von Ephedra-haltigen Produkten (Nichtarzneimittel) wird von den Behörden gewarnt, da als Nebenwirkungen Schlaflosigkeit, motorische Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Störungen beim Wasserlassen und Herzrhythmusstörungen beobachtet wurden. In Einzelfällen kam es zu drastischem Blutdruckanstieg, Schlaganfall und Herzinfarkt mit Todesfolge.

Diese Produkte sind in Deutschland nicht verkehrsfähig, sie werden z.T. aber vor allem im Internet als Schlankheitsmittel, zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und ähnliches beworben. (s. BgVV)

Da die Wirkung des Ephedrins bereits nach wenigen Tagen nachlässt, kann die Einnahme zu einer Abhängigkeit führen.

Ephedrinhaltige Produkte sind vom Deutschen Sportbund und IOC als Dopingmittel gelistet.