Passionsblume

Die Passionsblume ist ein kletternder, bis zu 10 m hoch wachsender Strauch mit wechselständigen, gestielten, dreilappigen Blättern. In den Blattachseln entspringen Nebenblätter und korkenzieherartige Ranken. Ebenfalls aus einer Blattachsel entspringt ein 8 cm langer Blütenstiel, der eine große, zwittrige Blüte trägt. Das Aussehen der Blüte erinnerte europäische Missionare in Südamerika an die Leiden Christi am Kreuz, was für den Namen der Pflanze (von passion = Leiden und flora = Blume) ausschlaggebend sein sollte.

Die Frucht ist eine essbare Beere mit vielen Kernen. Im Obsthandel kommen allerdings die größeren Früchte anderer Züchtungen auf den Markt.

Medizinisch verwendet wird das getrocknete Kraut blütentragender Triebe.

Steckbrief: Passionsblume

Pflanze:Passiflora incarnata L.
Familie:Passionsblumengewächse (Passifloraceae)
Herkunft:Die Heimat der Passionsblume ist Mittel-, Nord- und Süd-amerika. Eingeführt wird die Droge aus Indien und den USA.
Synonyme:Passionsblume

Anwendung:

  • leichte Angststörungen
  • nervöse Unruhezustände
  • Schlafstörungen

Passionsblumenkraut enthält Flavonoide, Cumarine, Zucker, Glykoproteine und geringe Mengen an ätherischen Ölen. Traditionsgemäß werden Zubereitungen vor allem in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen und Einschlafstörungen verwendet. Als wirksames Prinzip scheinen die überwiegend als C-Glykoside vorliegenden Flavonoide in Frage zu kommen. Zubereitungen aus dem Passionsblumenkraut scheinen insbesondere die Symptome ängstlich-nervöser Stimmungszustände zu bessern und sich als Tagessedativum zu eignen. Bei Schlafstörungen wird Passionsblumenkraut meist mit anderen Sedativa, wie Baldrian, Hopfen und Melisse kombiniert.

Die in anderen Passionsblumenarten vorkommenden Harman-Alkaloide scheinen in P. incarnata nicht oder nur in Spuren vorzukommen. P. incarnata enthält als einzige Passilfora-Art das cyanogene Glykosid Gynocardin, aus dem sich nur schwer Blausäure abspalten lässt.

Dosierung:

Tee:
Ein Teelöffel (etwa 2 g) getrocknetes, zerkleinertes Passionsblumenkraut werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Zwei bis drei mal täglich und eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Zubereitungen:

Passionsblumenkraut wird häufig mit anderen pflanzlichen Sedativa wie z.B. Hopfen, Baldrian, Melisse in Schlaftees oder anderen Arzneimitteln verwendet. Passionsblumenkraut kann auch in Beruhigungsbädern enthalten sein.

Hinweise:

  • Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!
    Es gibt keine Untersuchungen, die die Unbedenklichkeit einer Anwendung belegen.
  • Nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt bei Kindern anwenden!
    Bei länger als eine Woche anhaltenden oder immer wieder kehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.