Hopfen

Der Hopfen wird in Deutschland vor allem in der Hallertau und in Mittelfranken für die Bierbrauerei angebaut. Die ausdauernde, rechtswindende Kletterpflanze erreicht mit ihren einjährigen Trieben eine Länge von bis zu 12 m. Geerntet werden die weiblichen Blütenstände (Hopfenzapfen), deren Blüten, Deck- und Vorblätter Drüsenhaare tragen, aus denen das Hopfenmehl (Hopfendrüsen) gewonnen wird. Männliche Pflanzen werden aus den Kulturen entfernt, da die Hopfenzapfen nach einer Bestäubung nicht mehr verwendet werden können. Junge Sprossspitzen und Blätter oder die im Frühjahr geernteten Nebensprosse (Hopfenspargel) können als Gemüse verwendet werden.

Steckbrief: Hopfen

Pflanze:Humulus lupulus L.
Familie:Hanfgewächse (Cannabaceae)
Herkunft:Die Droge stammt aus Deutschland es gibt aber auch Importe aus China und USA. Es werden nur weibliche Pflanzen gezüchtet.
Synonyme:Hopfen

Anwendung:

  • Unruhe-, Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Magenbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • äußerlich bei Wunden, Geschwüren

Hopfen enthält je nach Sorte einen unterschiedlichen Gehalt an Hopfenbitterstoffen und ätherischem Öl. Die harzige Masse wird unterteilt in „Weichharz“, das die Hopfenbitterstoffe (Humulone und Lupulone) enthält sowie das in Petrolether unlösliche Hartharz, das überwiegend die Oxidationsprodukte des Weichharzes darstellt. Weiterhin sind Phenolcarbonsäuren, Flavanone, Chalkone (Xanthohumol) und stickstoffhaltige Verbindungen enthalten. Im Laborversuch erwies sich Xanthohumol als krebshemmend und so gibt es Bestrebungen, den Gehalt in Bieren zu erhöhen.

Traditionell verwendet werden Zubereitungen aus Hopfenzapfen bei Unruhezuständen und nervösen Einschlafstörungen. Das beruhigend wirkende Prinzip ist noch nicht bekannt und klinische Untersuchungen sind kaum vorhanden. Für das bei der Lagerung in geringen Mengen aus den Bitterstoffen entstehende 2-Methyl-3-buten-2-ol sowie für das im ätherischen Öl enthaltene Myrcen sind schlaffördernde Eigenschaften im Tierversuch nachgewiesen worden. Inwieweit diese Substanzen therapeutisch eine Rolle spielen, ist jedoch nicht bekannt. Möglicherweise spielen diese Substanzen für den traditionellen empfohlenen Gebrauch von Hopfenkissen und Hopfenbäder als Einschlafhilfe eine Rolle. Wegen der nicht schlüssig nachgewiesenen Wirksamkeit des Hopfens sind als Fertigarzneimittel Kombinationspräparate mit Baldrian, Passionsblume und / oder Melisse üblich. Die antibakteriell und antimykotisch wirkenden Bitterstoffe werden äußerlich zur Behandlung schlecht heilender Wunden in der Volksmedizin verwendet. Die Anwendung bei Magenbeschwerden oder Appetitlosigkeit erscheint aufgrund des Gehalts an Bitterstoffen plausibel.

Hopfenzapfen enthalten ein potentes Phytoestrogen (8-Prenylnaringenin), jedoch in so geringen Mengen, dass bei Verwendung in empfohlener Dosierung oder als Nahrungsmittel keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten sind. Vorsichtshalber sollte jedoch keine Anwendung während Schwangerschaft oder bei Kindern unter 12 Jahren erfolgen (s. Hinweis).

Weit verbreitet ist die Verwendung des Hopfens in der Bierbrauerei seit Anfang des 14. Jahrhunderts. Hopfenextrakte finden aber auch in der Kosmetikindustrie Verwendung, z.B. als Zusatz zu Haarshampoos oder Cremes.

Dosierung:

Tee:
1 bis 2 Teelöffel Hopfenzapfen werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen, zugedeckt und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht. 2 bis 3 Tassen täglich und 1 Tasse vor dem Schlafengehen frisch bereiteten Tee trinken.

Die Zubereitungen unterscheiden sich in der Zusammensetzung je nach Art der Extraktherstellung und Kombination in ihren Dosierungsempfehlungen.

Zubereitungen:

Hopfenzapfen sind in vielen Nerven- und Schlaftees enthalten. Sie sind auch Bestandteil vieler Fertigarzneimittel aus der Gruppe der Sedativa. Die Kombination von Hopfen mit anderen sedativ wirkenden Pflanzen, z.B. Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut oder Melisse kann sinnvoll sein. Weiterhin ist die Anwendung als Hopfenkissen oder Bäder üblich.

Hinweise:

Nicht anwenden während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern unter 12 Jahren!

Es liegen keine Daten zur Sicherheit einer Anwendung bei diesem Personenkreis vor.

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Hopfen!

Die Frischpflanze kann Allergien auslösen!

Die z.B. als „Hopfenpflückerkrankheit“ bezeichnete Erkrankung äußert sich in Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Bindehautentzündung und ev. mit Blasenbildung einhergehenden Hauausschlägen. Bei Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten oder immer wieder kehren wird empfohlen, den Arzt aufzusuchen.