Pomeranze

Bei der Pomeranze handelt es sich um einen eher kleinen Baum, der über dunkelgrüne Blätter verfügt. Die weißen Blüten sind stark duftend, aus ihnen bilden sich die orangefarbenen Früchte. Im Aussehen erinnern sie an eine Apfelsine, allerdings ist das Fruchtfleisch als sauer zu bezeichnen und die Schale schmeckt sehr bitter.

Der Ursprung der Pomeranze liegt höchstwahrscheinlich in Westindien. In der heutigen Zeit ist die Pflanze überwiegend in wärmeren Ländern zu finden. In China wurde der Baum bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. erwähnt. Nach Europa gelangte die Pflanze dann erst im 12. Jahrhundert.

Der Pomeranzenbaum ist ähnlich wie der Zitronenbaum, ein bis zu 5 Meter hoher Baum mit immergrünen Blättern und weißen, angenehm duftenden Blüten. In der Volksmedizin werden die Blüten, die Schale der Früchte und die unreifen Früchte verwendet.

Gerade zum Thema Parfümerie liefert die Pflanze drei wichtige Duftbausteine, die sich im Geruch jedoch deutlich unterscheiden. Die Produkte im Einzelnen:

  • Neroliöl wird aus den Blüten der Pomeranze gewonnen. Ein Nebenprodukt ist das Kondenswasser, dass sogenannte Orangenblütenwasser.
  • Bitterorangenöl kommt aus den Fruchtschalen. Dieses ist ein sehr wichtiger Baustein um Eau de Cologne zu produzieren.
  • Petitgrainöl wird aus den Blättern, Zweigen und unreifen Früchten hergestellt.
  • Hesperedin wird aus der getrockneten Frucht gewonnen. Der Naturstoff wird in der Regel als Ausgangsprodukt für Arzneimittel genutzt.

Steckbrief: Pomeranze

Pflanze:Citrus aurantium L.
Familie:Rautengewächse (Rutaceae)
Herkunft:Der Pomeranzenbaum ist im tropischen Asien beheimatet, wird aber bereits im Mittelmeerraum kultiviert.
Synonyme:Bigarade, Bitterorange, Neroli, Pomeranze,

Anwendung:

Da die Pomeranze auch über aromatische Öle verfügt, zählt sie pharmakologisch zu den aromatischen Bitterstoffpflanzen (Amara aromatica). Die Öle mildern den sehr bitteren Geschmack deutlich ab und haben aus diesem Grund gerade bei den Engländern die große Beliebtheit der bitteren Orangenmarmelade erreicht. Des Weiteren spielt die Pomeranze in der traditionellen Chinesischen Medizin eine tragende Rolle.

Bei den Anwendungen sind vor allem die Schale und die Blüten erwähnenswert. Die Schale steigert nicht nur die Magen- Darm- Bewegung, sondern sie aktiviert gleichermaßen die Bauchspeicheldrüse und die Galle. Zudem wirkt sie appetitanregend. Die Blüten sollen stimmungsaufhellend wirken und fördern das Einschlafen.

Bei Anwendungen mit der Pomeranze stehen vor allen Dingen Tees, als auch Aromatherapien im Vordergrund. Der Handel bietet jedoch auch Fertigpräparate, die zu unterschiedlichsten Anwendungsmöglichkeiten dienen.

Pomeranzenblüten:

Die Blüten enthalten ätherisches Öl, Bitterstoffe und Flavonoide und sollen als mildes Beruhigungsmittel bei Nervosität und Schlafstörungen hilfreich sein. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt, sodass eine therapeutische Anwendung nicht befürwortet werden kann.

Unreife Pomeranzen. Pomeranzenschale:

Die Schalen (damit auch die Früchte), enthalten neben ätherischen Ölen vor allem Bitterstoffe und werden als appetitanregendes Mittel und bei Verdauungsstörungen, wie Völlegefühl und Blähungen verwendet.

Das ätherische Öl wird gleichwohl zur Parfümherstellung genutzt.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • appetitanregend
  • blutdrucksenkend
  • entzündungshemmend
  • fiebersenkend
  • krampflösend
  • schlaffördernd
  • schleimlösend
  • verdauungsfördernd
  • wurmtreibend

Hinweis:
Gerade das in der Schale vorkommende ätherische Öl wirkt zwar desinfizierend, kann jedoch bei Hautkontakt zu allergischen Reaktionen führen.

Inhaltsstoffe:

Die Droge enthält 0,2 bis 0,5 Prozent ätherische Öle, in dem bis zum heutigen Tag rund 100 verschiedene Komponenten, überwiegend Terpene, nachgewiesen wurden. Des Weiteren finden sich Bitterstoffe und Hesperidin.

Für den typischen Geruch zeichnen sich maßgebliche Substanzen wie zum Beispiel Aldehyde und Ester verantwortlich. Zu den Flavonoiden gehören neben den bitter schmeckenden Glykosiden auch geschmackslose Glykoside (Hesperin, Rutin), sowie höher methoxylierte Flavonoide (Sinensetin, Nobiletin, Tangeretin).

Weitere Inhaltsstoffe sind:

  • Limonoide
  • Cumarine
  • größere Mengen an Pektin

Dosierung:

Pomeranzenblütentee:
Ein bis zwei Teelöffel (etwa 1 bis 2 Gramm) getrocknete Pomeranzenblüten werden mit kochendem Wasser übergossen und nach 5 Minuten abgeseiht. Den frisch zubereiteten Tee abends vor dem Schlafengehen zu sich nehmen.

Pomeranzenschale,- Früchte:
Üblicherweise werden fertige Tinkturen oder andere Zubereitungen verwendet und zur Appetitanregung eine halbe Stunde vor und zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten eingenommen.

Die mittlere Tagesdosis beträgt bei der Droge 4 bis 6 Gramm. Gebräuchlicher ist die Verwendung einer Tinktur (mittlere Tagesdosis 2 bis 3 Gramm). Die Einzeldosis beträgt 1 Gramm, etwa 1 Teelöffel verdünnt mit Wasser oder einem Tee. Wird eine Teezubereitung bevorzugt, sind 2 Gramm Bitterorangenschale (rund 1 Teelöffel) mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen, gebräuchlich.

Hinweis:
Da die Droge über einen aromatischen Geschmack verfügt, wird sie in der Pharmazie, als auch in der Lebensmittelindustrie als Geschmackskorrigens eingesetzt. Des Weiteren erfolgt eine Nutzung, als Gewürz, bei der Herstellung von Fisch- oder Fleischkonserven.

Wirkung:

Die Pomeranze kann bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:

  • Schlaflosigkeit
  • Atemwegserkrankungen
  • Nervosität
  • Magenproblemen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Wurmbefall
  • Fieber
  • Krämpfe

Die Pflanze hilft nicht nur bei Entzündungen, sie regt gleichermaßen den Appetit an und lindert Beschwerden, wie sie zum Beispiel bei Unruhe und Nervosität vorkommen. Die Pomeranze kann innerlich, als auch äußerlich zur Anwendung kommen. Äußerlich wird die Pflanze in der Regel als Tinktur eingesetzt, innerlich als Tee oder Sirup verabreicht.

Pomeranzen zur Gewichtsreduktion?

Die Pomeranze eignet sich hervorragend zur Gewichtsreduktion, da sie über den Inhaltsstoff Synephrin verfügt, der mit dem Ephedrin verwandt ist. Die Wirkung auf die Beta- Rezeptoren ist ähnlich, nur wird die Noradrenalin- Konzentration im Gehirn erhöht. Die Fettverbrennung fällt dadurch bedingt etwas minimaler aus, hat jedoch den Vorteil, dass es verträglicher ist und keine Nebenwirkungen bekannt sind.

Es ist jedoch anzuraten, einen Pomeranzen- Extrakt nicht über einen zu langen Zeitraum zu sich zu nehmen und die Dosierung nicht zu hoch zu schrauben.

Zubereitungen:

Pomeranzenblüten sind als Tee erhältlich, Auszüge aus der Pomeranzenschale finden sich in einigen Fertigarzneimitteln zur Behandlung von Verdauungsstörungen und in einigen Stärkungsmitteln. Ferner ist die Verwendung als Geschmackskorrigens in der Kosmetik üblich.

Die Pomeranze ist die eigentliche Urform der heute bekannten Zitrusfrüchte. Um sie roh zu essen eignet sie sich weniger, da die Frucht über viele Bitterstoffe verfügt. Das herbe Aroma findet sich jedoch in unterschiedlichen Likören (Blue Curacao, in Limonaden und Marmeladen). Die Schale der Frucht ist wohl jedem als Orangeat bekannt.

Hinweise:

  • Nicht in höherer Dosierung anwenden!
  • Nicht anwenden, wenn eine Steigerung der Säureproduktion des Magens unerwünscht ist, z. B. Magenschleimhautentzündung oder Magen- Darm- Geschwüren.

Bei empfindlichen Personen kann die Einnahme zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut führen.

  • Die Pomeranze enthält in allen Pflanzenteilen der Bitterstoff Naringin, das auch in einer Grapefruit vorkommt. Von der Grapefruit ist bekannt, dass ihr Verzehr den Abbau von bestimmten Arzneimitteln hemmen und somit zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Daher sollte im Vorfeld immer ein Arzt oder ein Apotheker vor einer Anwendung befragt werden, falls andere Medikamente eingenommen werden müssen.

Wissenswertes über die Pomeranze

Die Pomeranze sieht einer Orange nicht nur zum Verwechseln ähnlich, auch die Inhaltsstoffe und der Geschmack sind identisch. Aus beiden Sorten kann, wer möchte, Marmeladen oder Gerichte zaubern. Die Schale der sogenannten Bitterorange, wie auch die der Apfelsine kommen medizinisch zum Einsatz.

Wo genau der Ursprung der Pflanze liegt, kann heute nicht mehr genau nachvollzogen werden. Vermutungen zufolge wuchsen die ersten Bäume in den tropischen Gebieten des Himalayas oder den bergigen Regionen Chinas. Bekannt ist, dass die Pflanze wegen der aromatischen Frucht bereits seit gut 4.000 Jahren kultiviert wird.

Ein Pomeranzenbaum kann auch im heimischen Garten seinen Platz finden, allerdings ist ein wenig Fingerspitzengefühl für die Pflege notwendig. Die Überwinterung sollte möglichst an einem frostfreien, kühlen, aber hellen Standort erfolgen. Es ist daher sinnvoll, den Baum in einem transportierfähigen Kübel zu pflanzen.

Das Winterquartier sollte eine Raumtemperatur zwischen 5 und 10 Grad Celsius aufweisen. Als Alternative eignet sich auch eine Pflanzenbeleuchtung mit einem Luxwert von 1.500. Der Ballen sollte über diesen Zeitraum feucht gehalten werden, ständiges Gießen ist nicht nötig. Dünger ist ebenfalls nicht erforderlich, da sich die Pflanze in einer Art Winterruhe befindet.

Pomeranze, als Zimmerpflanze

Zitruspflanzen sind wahre Exoten und bereichern jedes Zuhause. Allerdings sind sie warme Regionen gewohnt und müssen dementsprechend behandelt werden. Die Pomeranze gehört zu den idealen Zimmerpflanzen, sie braucht allerdings einen hellen Standort und verträgt keine Zugluft.

Die Pflege der Pflanze hingegen erweist sich als unkompliziert. Sie benötigt wenig Wasser und nur gelegentlich einen dafür vorgesehenen Dünger. Als Substrat wird normale Erde empfohlen und ab und zu etwas Kaffeesatz, der unter die Erde gemischt wird. Dieser verfügt über einen schwach sauren pH- Wert und enthält alles, was die Pflanze an Nährstoffen benötigt.

Um ihre Form beizubehalten, muss die Pomeranze einmal pro Jahr zurückgeschnitten werden. Der Beschnitt sollte im Frühjahr erfolgen. Hobbygärtner, die eine dichte Krone wünschen, sollten zweimal im Jahr zur Schere greifen. Allerdings ist hierfür ein wenig Geduld nötig, denn der Aufbau einer kompakten Krone dauert rund zwei bis drei Jahre.

Allerdings lieben auch Schädlinge die Pomeranze, circa 250 unterschiedliche Arten haben sich generell auf Zitruspflanzen spezialisiert. Zu den Parasiten gehören unter anderem:

  • Weiße Fliegen
  • Schildläuse
  • Schwarze Fliegen
  • Zitrus- Blattflöhe

Die Tierchen saugen den Pflanzensaft und hinterlassen ihre Ausscheidungen. Pilze bekommen so einen idealen Nährboden und Viruserkrankungen werden übertragen.

Die Wurzeln der Pflanze dürfen auf keinen Fall im Wasser stehen und auch das Substrat sollte nicht dauerhaft nass sein. es kann ansonsten vorkommen, dass sich die eher feinen Haarwurzeln zersetzen. Allerdings darf der Wurzelballen auch nicht austrocknen, hier muss der Besitzer ein gesundes Mittelmaß finden. Die Pflanze braucht ausreichend Stickstoff und Kalium.