Schleifenblume

Die meist einjährige Pflanze wird bis zu 40 cm hoch und kommt in zwei Unterarten und 12 Varietäten vor, von denen einige als Zierpflanzen bekannt sind. Die kleinen weißen Blüten sind in Trauben angeordnet und bilden kleine Schötchen als Frucht. Die Samen gelten als schwach giftig.

Medizinisch verwendet werden Zubereitungen aus der blühenden ganzen Pflanze mit Samenansatz, in geringerem Umfang auch die Samen.

Die Bittere Schleifenblume findet sich auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, das Material für Arzneimittel stammt jedoch überwiegend aus kulturellem Anbau.

Steckbrief: bittere Schleifenblume

Pflanze : Iberis amara
Familie : Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Herkunft: Die Pflanze wächst in West-, Mittel- und Südeuropa sowie in Algerien und im Kaukasus.
Synonyme: Bitterer Bauernsenf, Bittere Grützblume
Stand: 04.09.2006

Anwendung:

  • Verdauungsbeschwerden (funktionelle Dyspepsie)
  • Reizdarmsyndrom

Die Bittere Schleifenblume als Vertreter der Kreuzblütler enthält Glucosinolate und die stark bitter schmeckenden Cucurbitacine, wobei letztere Stoffgruppe vor allem in den Samen enthalten sind. In den Blüten finden sich überwiegend Flavonolglykoside. Der Gehalt an Glucosinolaten und Cucurbitacine ist stark vom Reifezustand der Pflanze abhängig und ist entsprechend variabel.

Alkoholische Auszüge aus der Frischpflanze zeigten im Tierversuch krampflösende, entzündungshemmende und zellschützende Wirkungen. Weiterhin ließ sich ein antiulzerogener und motilitätsfördernder Effekt auf den Magen-Darm-Trakt nachweisen.

Eine klinische Untersuchung mit einem alkoholischen Frischpflanzenauszug aus der Bitteren Schleifenblume zeigt eine Linderung der Beschwerden beim Reizdarmsyndrom, insbes. bei Personen, deren Symptomkomplex Durchfälle bzw. einen Wechsel von Durchfällen und Verstopfung aufwies nach einer Anwendungsdauer von min. 14 Tagen. Weitere Untersuchungen liegen nur für Kombinationen mit anderen Pflanzenauszügen vor.

Dosierung:

Nur in Fertigarzneimitteln erhältlich, Gebrauchsinformation beachten!

Zubereitungen:

Einige Kombinationsarzneimittel und homöopathische Mittel.

Hinweise:

Reizdarmsyndrom und funktionelle Dyspepsie stellen sehr unspezifische und variable Symptomkomlexe dar. Einige dieser Symptome können aber auch andere Ursachen haben. Daher ist eine korrekte Diagnosestellung durch den Arzt empfehlenswert, insbes. bei plötzlich auftretenden starken oder langanhaltenden Beschwerden.

Die als toxisch geltenden Cucurbitacine sind in Zubereitungen aus der ganzen Pflanze nur in geringen Mengen enthalten und gelten somit als unbedenklich. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Anwendung zu Darmreizungen oder Durchfällen führt. Daten hierzu sind jedoch nicht bekannt.

Auch wenn aus den vorherigen Daten keine Hinweise für Bedenken zu einer Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit ableitbar sind, sollte dennoch vor der Anwendung eine Rückfrage beim behandelnden Arzt erfolgen.