Seifenkraut

Giftpflanze! (schwach gifitig) – Das Echte Seifenkraut ist eine ausdauernde, krautige Staude mit einer rübenartigen Hauptwurzel und zahlreichen Ausläufern. Die Stängel werden 40 bis 80 cm hoch und treiben gedrängt stehende weiße bis rosafarbene Blüten. Die Frucht ist eine Kapsel, die in der Reife aufspringt und kleine schwarzbraune Samen enthält. Samen und Wurzel werden als schwach giftig eingestuft.

Die ursprünglich im südlichen Europa beheimatete Pflanze ist als Gartenzierpflanze auch im nördlichen Europa und Nordamerika eingebürgert und teilweise verwildert.

Medizinisch verwendet wird die als Rote Seifenwurzel bezeichnete Wurzel. Unter Weißer Seifenwurzel versteht man die Wurzel des Rispigen Gipskraut (Gypsophila paniculata).

Steckbrief: Echtes Seifenkraut

Pflanze:Saponaria officinalis L.
Familie:Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Herkunft:Das Seifenkraut ist in den Regionen Europas, Asiens und Nordamerika beheimatet.
Synonyme:Rote Seifenwurzel , Waschwurzel

Anwendung:

Katarrhalische Bronchitis und Rhinitis mit zäher Schleimbildung
äußerlich bei Hauterkrankungen

Die Rote Seifenwurzel enthält Triterpensaponine, wobei es nach Einnahme durch eine Reizung der Magenschleimhaut reflektorisch zu einer Verflüssigung des Schleims in den Atemwegen kommt (expektorierende Wirkung). Somit kann der bei Infektionen der Atemwege gebildete Schleim leichter abgehustet werden. Die Wirksamkeit ist zwar nicht durch klinische Studien belegt, gilt aber wie auch für andere saponinhaltige Drogen (Primelwurzel, Efeublätter, weiße Seifenwurzel) als plausibel.

Aufgrund der Tensidwirkung der Saponine werden Zubereitungen aus Wurzel und/oder Kraut in kosmetischen Präparaten wie Haarshampoos oder Reinigungsprodukten verwendet. Die Reinigungswirkung soll sehr schonend sein, zusätzlich scheint ein gewisser juckreizstillender Effekt vorhanden zu sein.

Die Samen des Echten Seifenkrautes enthalten als Saponine bezeichnete Polypeptide, die als Hilfsstoffe in Pharmazie und Medizin verwendet werden.

Dosierung:

Tee:
Wenig gebräuchlich.

Abkochung:
10g fein geschnittene Rote Seifenwurzel werden unter Zusatz von 1g Natriumkarbonat mit 180g kaltem Wasser angesetzt und 5 bis 10 Min. lang gekocht. Den Sud lässt man etwas abkühlen, seiht ab und ergänzt die Abkochung mit Eibischsirup (oder Zuckersirup) auf 200g. Von dieser Zubereitung nimmt man alle 2 Stunden 1 Teelöffel ein bis Besserung eintritt.

Zubereitungen:

Die Rote Seifenwurzel findet sich vereinzelt in Teemischungen und Kombinationsarzneimittel.

Hinweise:

  • Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen!
  • Zur Unbedenklichkeit und Sicherheit einer Anwendung liegen keine Daten vor.
  • Heftige Erkältungskrankheiten und Husten bei Säuglingen und Kleinkindern bedürfen immer der ärztlichen Behandlung!
  • Nicht in höherer Dosierung oder über längere Zeit einnehmen!
  • Saponine können in höherer Dosierung reizend auf die Magenschleimhaut wirken und zu Übelkeit und Erbrechen führen.
  • Bei länger als einer Woche andauernder oder immer wieder auftretenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden!
  • Die Weiße Seifenwurzel des Gipskraut enthält deutlich mehr Saponine als die Rote Seifenwurzel und wird in anderen Dosierungen eingesetzt. Vorsicht vor Verwechslungen!