Spargel

Der in vielen Sorten kultivierte Gemüsespargel ist eine bis zu 150 cm hoch wachsende, ausdauernde Pflanze. Der Spargel ist meist eingeschlechtlich: Die männlichen Pflanzen sind oft gedrungener und dichter im Wuchs und tragen kleine, weißlichgrüne Blüten. Die weibliche Blüte bildet als Frucht eine ziegelrote, kugelige Beere, die als gering giftig gilt (s. Hinweise). Der dicke, kurze Wurzelstock treibt nach oben einige weiße, saftige, etwa fingerdicke Sprosse, die als Gemüse verwendet werden.

Medizinisch verwendet wird der im Herbst ausgegrabene und getrocknete Wurzelstock mit Wurzeln, in der Homöopathie sind Zubereitungen aus den Sprossen gebräuchlich.

Steckbrief: Spargel, Gemüse-Spargel

Pflanze:Asparagus officinalis L.
Familie:Asparagaceae
Herkunft:Die Pflanze kommt in Mittel- und Südeuropa, Vorderasien, im westlichen Sibirien und Nordafrika vor. In den meisten Ländern wird der Spargel kultiviert.
Synonyme:Gemüsespargel

Anwendung:

Der Spargelwurzelstock enthält Saponine, für die eine harntreibende Wirkung beschrieben ist, Kohlenhydrate, Inulinartige Fructane (Asparagose), fettes Öl, Aminosäuren und reichlich Mineralstoffe, darunter vor allem Kaliumsalze. Zubereitungen aus dem Wurzelstock werden daher zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und als Vorbeugung gegen Nierengrieß verwendet. Dabei ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Die Anwendung der oberirdischen Teile des Spargels wird nicht befürwortet, da die Wirkung nicht ausreichend belegt ist.

Die Sprossen werden als kalorienarmes, mineralstoff- und vitaminreiches Gemüse geschätzt und sind eine gute Quelle für Vitamin E und Folsäure.

Dosierung:

Die Tagesdosis beträgt 45 bis 60 g getrockneter Spargelwurzelstock als Tee, bzw. Fertigpräparate entsprechend.

Zubereitungen:

Spargelwurzelstock ist Bestandteil einiger Fertigarzneimittel oder Tees aus der Gruppe der Diuretika.

Hinweise:

  • Nicht anwenden bei entzündlichen Nierenerkrankungen!
    Durch den Saponingehalt kann es zu Reizungen der Nieren kommen.
  • Nicht anwenden bei Ödemen aufgrund eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion!
    Diese Erkrankungen bedürfen ärztlicher Behandlung! Die bei einer Durchspülungstherapie erforderlichen Flüssigkeitsmengen können zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden!
  • Über die Unbedenklichkeit liegen keine Daten vor, der Verzehr von Spargelgemüse in üblichen Mengen ist jedoch unbedenklich.
  • Bei empfindlichen Personen kann es vor allem bei Hautkontakt mit den Sprossen (z.B. beim Spargelschälen) zu allergischen Hautreaktionen, vereinzelt auch zu Heuschnupfen oder Auslösung von Asthmaanfällen kommen!
  • Während einer Durchspülungstherapie ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (min. 2 bis 3 l pro Tag, dabei werden coffeinhaltige und alkoholhaltige Getränke nicht mitgerechnet!) zu achten.
  • Nach dem Verzehr größerer Mengen von Beeren kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an den Giftnotruf.
  • Der nach Einnahme von Spargelpräparaten bzw. Verzehr von Spargelgemüse auftretende typische Geruch des Harns ist vermutlich auf Methylmercaptan zurückzuführen, das bei der Verstoffwechslung schwefelhaltiger Inhaltsstoffe des Spargels entsteht.