Wacholder

Der Wacholder ist ein Baum oder Strauch von bis zu 10 m Höhe. Die immergrünen Blätter sind nadelförmig. Die Scheinbeeren benötigen für die Reife 2 – 3 Jahre, so dass sich an dem Baum reife (dunkelblaue) und unreife (grüne) Früchte gleichzeitig finden. Das Holz enthält ein würziges Öl und wird zum Räuchern von Fleischwaren verwendet.

Steckbrief: Wacholder

Pflanze:Juniperus communis L.
Familie:Zypressengewächse (Cupressaceae)
HerkunftDer Wacholder ist in Nordasien und Nordamerika beheimatet. In Deutschland und Österreich ist die Pflanze teilweise geschützt. Die Droge wird aus Italien, Kroatien und Albanien importiert.
Synonyme:Kaddig, Kranewitter, Machandel, Reckholder

Anwendung:

Wacholderbeeren enthalten u.a. ätherisches Öl, Gerbstoffe und Invertzucker. Sie wirken gegen Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen. Daher verwendet man Wacholderbeeren gerne auch zum Würzen von schwer verdaulichen Speisen.

Allgemein bekannt ist auch eine wassertreibende Wirkung. Da dieser Effekt jedoch durch eine Reizung der Nieren zustande kommt, wird die Anwendung zum Ausschwemmen von Körperwasser jedoch nicht empfohlen (s. Hinweise).

Wacholderbeerenextrakte sind z.T. auch Bestandteil von Bädern gegen rheumatische Erkrankungen.

Wacholderbeeren spielen auch eine Rolle in der Likör- und Schnapsherstellung (z.B. Gin).

Dosierung:

Tee:
1 Teelöffel (etwa 2 g) Wacholderbeeren werden zerquetscht, mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse Tee trinken.

Tagesdosis:
2 g bis maximal 10 g der getrockneten Wacholderbeeren oder entsprechend 20 mg bis 100 mg des ätherischen Öls.

Anwendungsdauer:
Nicht länger als 4 Wochen anwenden.

Zubereitungen:

Wacholderbeeren sind in einigen Blasen- und Nierentees meist in Kombination mit anderen Arzneipflanzen enthalten.

Wacholderbeeren dienen zur Schnapsherstellung, z.B. Gin.

Hinweise:

  • Nicht während der Schwangerschaft anwenden!
  • Nicht anwenden bei entzündlichen Erkrankungen der Nieren!
  • Nicht länger als 4 Wochen anwenden!
  • Eine Überdosierung oder längere Anwendung kann zu Nierenschäden führen!
    Dies äußert kann sich in Schmerzen in der Nierengegend, erhöhtem Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und Ausscheiden von Eiweiß und Blut mit dem Urin äußern. Ein Veilchengeruch des Harns deutet auf eine Überdosierung hin.