Wegwarte

Von der Wegwarte gibt es drei Unterarten:

Die Wildpflanze (var. intybus = gewöhnliche Wegwarte), die Wurzel- oder Kaffezichorie (var. sativum) und den Chicoree (var. foliosum).

Die bis zu 2 m hoch wachsende, Milchsaft führende Pflanze kommt in gemäßigten Zonen praktisch weltweit vor und findet sich bevorzugt an Wegrändern. Die zahlreichen Blüten sind meist hellblau, selten weiß oder rosarot. Die Wurzel der Kaffezichorie kann bis zu 500 g schwer werden und wurde geröstet als Kaffeeersatz verwendet. Der als Salat oder Gemüse bekannte Chicoree sind die während des Winters aus den Rüben ausgetriebenen Knospen.

Steckbrief: Wegwarte

Pflanze:Cichorium intybus L.
Familie:Korblütengewächse (Asteraceae = Compositae)
HerkunftDie Pflanze ist in Europa, Vorderasien, Amerika, Australien, Neuseeland sowie in Nord- und Südafrika verbreitet.
Synonyme:Zichorie, Wilde Zichorie

Anwendung:

Medizinisch werden die Blätter und die Wurzel der gemeinen Wegwarte bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden verwendet. Die Wirkung ist aufgrund der in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe (Guajanolide) plausibel. Die Wurzel ist reich an Kohlenhydraten (Inulin).

Dosierung:

Tee:
Etwa 2 g getrocknete Wegwartenblätter mit Wurzeln werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Bei Appetitlosigkeit eine Tasse eine halbe Stunde vor der Mahlzeit, bei Verdauungsbeschwerden nach der Mahlzeit ein bis zwei mal täglich trinken.

Zubereitungen:

Wegwartenkraut mit Wurzel sind in einigen Teemischungen sowie Fertigarzneimitteln aus der Gruppe der Leber- und Gallenmittel enthalten.

Hinweise:

  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern (z.B. Arnika, Ringelblume, Kamille)!
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nicht ohne Anraten des Arztes verwenden!
    Es gibt keine Untersuchungen, die die Sicherheit und Unbedenklichkeit einer Anwendung belegen.
  • Bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden!
    Durch die Anregung des Gallenflusses könnten möglicherweise Koliken ausgelöst werden.
    Bei Beschwerden, die länger andauern oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.