Efeu

Giftpflanze! Der Efeu ist ein immergrünes, kriechendes oder kletterndes Holzgewächs und kommt in vielen verschiedenen Formen vor. Die dunkelgrünen Laubblätter nichtblühender Zweige sind meist 3- bis 5-eckig gelappt und meist weiß geadert. Die Blätter blühender Zweige zeigen dagegen eine ganzrandige, längliche Form. Die gelblichgrünen Blüten stehen in kugeligen Halbdolden und bilden als Frucht kugelige Beeren, die unreif von rötlichvioletter, reif von schwarzer Farbe sind.

Der Saft der frischen Efeublätter können schwere Hautausschläge (allergische Kontaktdermatitis) hervorrufen, daher sollten beim Beschneiden der Pflanze Handschuhe getragen werden. Alle Pflanzenteile sind giftig! Da der Verzehr von Beeren oder Blättern vor allem bei Kindern zu Vergiftungserscheinungen führen kann, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfohlen, giftige Pflanzen nicht in Anlagen wachsen zu lassen, die Kindern leicht zugänglich sind. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Blätter nichtblühender Zweige.

Steckbrief: Efeu

Pflanze:Hedera helix L.
Familie:Efeugewächse (Araliaceae)
Herkunft:Der Efeu ist in Mittel-, Süd- und Westeuropa beheimatet. Importiert wird die Droge aus osteuropäischen Ländern.
Synonyme:Baumtod, Eppich, Eppig, Immergrün, Mauerefeu, Mauerewig, Mauerranke. Rankenefeu, Todenranke, Wintergrün

Anwendung:

  • Entzündliche Erkrankungen der Atemwege
  • Bronchitis
  • Husten

Legende Efeublätter enthalten als wirksames Prinzip Triterpensaponine, darunter das Hederacosid C, für das im Labor und/oder Tierversuch wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien, Viren, Pilze, Würmer und Schnecken nachgewiesen werden konnte. Saponine wirken schleimlösend und erleichtern das Abhusten von Schleim bei Atemwegserkrankungen. Für eine im Handel erhältliche Zubereitung mit dem Trockenextrakt konnte zudem auch eine krampflösende Wirkung auf die Bronchien, die u.a. auf Hederacosid C und dessen Spaltprodukt alpha-Hederin zurückgeführt wird. Ferner enthalten Efeublätter Flavonoide und Kaffeesäurederivate.

Zubereitungen mit Efeublätterextrakten werden daher bei entzündlichen Bronchialerkrankungen, Husten und Infektionen der oberen und/oder unteren Atemwege vor allem bei Kindern angewandt.

Aufgrund einer antiödematösen Wirkung (Verminderung von Wassereinlagerung in Gewebe) werden Extrakte aus dem Efeu in kosmetischen Präparaten zur Behandlung von Cellulite (Orangenhaut) eingesetzt.

Dosierung:

Tee:
Nicht gebräuchlich!
Fertigarzneimittel:
Gemäß Gebrauchsinformation, die Dosierung ist dem Alter des Kindes anzupassen.

Zubereitungen:

Extrakte aus Efeublättern sind in zahlreichen Säften, Tropfen oder Zäpfchen zur Behandlung von Infektionen der Atemwege und Husten vor allem im Kindesalter im Handel.

Hinweise:

Nur nach ärztlicher Rücksprache während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkehren ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich! Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte bei starken Beschwerden oder Fieber generell ein Arzt aufgesucht werden!

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Efeu!

Nebenwirkungen, Giftigkeit:
Bei der Einnahme efeublätterextrakthaltiger Fertigarzneimittel gemäß Dosierungsempfehlungen sind bisher keine unerwünschte Wirkungen bekannt geworden. Vergiftungserscheinungen durch den Verzehr der Blätter oder Beeren sind selten, vermutlich weil die Pflanzenteile bitter schmecken und ein brennendes Gefühl im Rachen erzeugen. Es sind kaum Daten zur Giftigkeit vorhanden. Dennoch sollte bei Verdacht der Einnahme auch geringer Mengen ein Arzt aufgesucht werden. Wenden Sie sich an den Giftnotruf!

Äußerliche Anwendung:
Frische Efeublätter können schwere Hautausschläge verursachen. Inwieweit kosmetische Präparate allergene Substanzen enthalten, kann nicht beurteilt werden. Sollten bei der Anwendung jedoch Hautausschläge entstehen, ist das Präparat sofort abzusetzen und ein Arzt aufzusuchen.