Eisenhut

Giftpflanze! Die 0.5 bis 1.5 m hohe ausdauernde Staude mit einer fleischigen, spindelförmigen Wurzel kommt wild in allen Bergregionen Europas vor, wird aber auch als Zierpflanze in Gärten angepflanzt. Alle wildlebenden Arten Europas stehen unter Artenschutz. Die Form der meist violetten, manchmal auch blau oder rötlichen Blüten erinnern an einen Helm, was der Pflanze seinen Namen gegeben hat. Andere blaublühende Aconitum-Arten und gelbblühende Arten (z.B. der Wolfseisenhut) sind ebenfalls hochgiftig. Daher werden Zubereitungen aus Eisenhut allenfalls in der Homöopathie verwendet. Da es immer wieder zu Vergiftungen vor allem bei Kindern kommt, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfohlen, giftige Pflanzen nicht in Anlagen wachsen zu lassen, die Kindern leicht zugänglich sind.

Steckbrief: Blauer Eisenhut

Pflanze:Aconitum napellus L.
Familie:Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
Herkunft:Der Eisenhut kommt sehr häufig in den Alpen und Karpaten vor. Oftmals ist er auch in den gebirgigen Regionen Europas zu finden, wie beispielsweise im Norden bis Schweden, im Westen bis England und Portugal, im Süden bis zu den Pyrenäen und Korsika und im Osten bis in die Karpaten.
Synonyme:Apolloniakraut, Blaue Pantoffeln, Blaumützen, Eliaswagen, Fischerkappe, Fuchswurz, Sturmhut

Anwendung:

Der Wurzelstock und das Kraut des Eisenhuts enthalten die hochgiftigen Diterpenalkaloide Aconitin, Mesaconitin und Hypaconitin. Bereits 1 bis 2 g der Droge können für einen Erwachsenen tödlich sein. Aconitin ist möglicherweise wirksam in der Behandlung von Neuralgien, da es aber auch bereits bei therapeutischer Dosierung zu Vergiftungserscheinungen kommen kann, verbietet sich eine medizinische Verwendung. In der Homöopathie werden Eisenhutextrakte stark verdünnt gegen fieberhafte Erkältungskrankheiten, entzündliche Erkrankungen, bei Störungen der Herzfunktion und Nervenschmerzen eingesetzt.

Dosierung:

Es sind nur homöopathische Zubereitungen üblich, wobei die Packungsbeilage zu beachten ist.

Zubereitungen:

Zubereitungen aus dem Eisenhut sind in einigen homöopathischen Arzneimitteln zur innerlichen oder äußeren Anwendung enthalten.

(Zubereitungen in einer Verdünnung bis einschließlich D3 sind verschreibungspflichtig!)

Hinweise:

Sehr giftig!

Den Kontakt der Pflanze mit der Haut und die Einnahme von Pflanzenteilen vermeiden!

Nach Kontakt mit der Pflanze entsprechende Hautareale mit kaltem Wasser spülen, danach mit Seife waschen. Im Zweifelsfall wenden sie sich an den Giftnotruf.

Für Familien mit Kindern und Haustieren ist von der Anpflanzung des Eisenhuts als Zierpflanze dringend abzuraten. Bei Spaziergängen in den Alpenregionen sollte darauf geachtet werden, die Pflanze nicht zu pflücken.

Keine medizinische Verwendung der Droge!

Das in allen Pflanzenteilen enthaltene Alkaloid Aconitin gehört zu den am stärksten wirksamen Pflanzengiften. Es wird auch durch die intakte Haut rasch in den Organismus aufgenommen.

Erste Vergiftungserscheinungen äußern sich in Empfindungsstörungen der Haut, z.B. Kribbeln im Mund, die sich über den ganzen Körper ausbreiten. Die Körpertemperatur fällt ab, es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen und Urinabgang. Später kommt es zu Herzrhythmusstörungen, Verlangsamung des Herzschlags, Atemlähmung und starken Schmerzen.

Hier finden Sie allgemeine Infos wie Sie sich bei Vergiftungen verhalten sollten.