Mutterkraut

Die mehrjährige, 30 cm bis 1 m hoch wachsende, stark aromatische Pflanze mit aufrechtem, gerillten Stängel, der sich im oberen Bereich straußartig verzweigt. Die fiederschnittigen bis fiederteiligen Laubblätter sind gelb-grün. Die etwa 3 cm großen Blütenköpfchen bestehen aus weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten und bilden zu 5 – 20 eine lockere Schirmtraube. Verschiedene Varietäten zählen zu den als Chrysantemum parthenoides bekannten Gartenformen.

Medizinisch verwendet werden die während der Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile.

Steckbrief: Mutterkraut

Pflanze:Tanacetum parthenium (L.) Schultz-Bip. syn, Chrysantemum parthenium (L.) Bernh.
Familie:Korblütengewächse (Asteraceae = Compositae)
Herkunft:Ursprünglich ist das Mutterkraut in Südosteuropa beheimatet. Jetzt ist die Pflanze in ganz Europa, Australien und Nordamerika verbreitet.
Synonyme:Feverview, Goldkamille

Anwendung:

  • Migräneprophylaxe
  • Arthritis

Mutterkraut enthält neben den für Geruch und Geschmack verantwortlichen ätherischen Öl und Campher, Sesquiterpenlactone und Flavonoide. Zubereitungen wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Einige klinische Studien haben gezeigt, dass eine prophylaktische Einnahme Schwere und Häufigkeit von Migräneanfällen vermindern kann. Ursprünglich wurde die Wirkung einem Bestandteil der Sesquiterpenfraktion, dem Parthenolid zugeschrieben, allerdings legen neuere Untersuchungen nahe, dass an der Wirksamkeit auch auf weitere Bestanteile der Pflanze beteiligt sind. Somit lässt sich nur schwer beurteilen, welche Zubereitung und Dosierung sinnvoll sind. Die Verwendung des auch als „Feverview“ bezeichneten Mutterkrautes als Migräneprophylaxe ist vor allem in England üblich.

Aufgrund der Wirkungen wäre auch eine günstige Wirkung bei Arthritis denkbar. Dies konnte jedoch in keinen Untersuchungen bestätigt werden.

Dosierung:

Tee:
Etwa 125 mg pulverisierte, getrocknete Droge werden mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. 2 bis 3 mal täglich eine Tasse Tee nach den Mahlzeiten trinken.

Frische Pflanze:
Nicht empfehlenswert, da Entzündungen der Mundschleimhaut auftreten können (s. Hinweise).

Anwendungsdauer:
Kurmäßig über 3 bis 4 Monate.

Zubereitungen:

In Deutschland sind bisher nur homöopathische Zubereitungen erhältlich.

Hinweise:

  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Mutterkraut oder anderen Pflanzen aus der Familie der Asteraceen!
    Parthenolid ist ein potentes Allergen und kann Kontaktekzeme auslösen.
  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit sowie an Kindern anwenden!
  • Nicht ohne ärztlichen Rat bei Personen mit chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen anwenden!
  • Mutterkraut ist nicht wirksam zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls!
  • Nebenwirkungen:
    In Einzelfällen können Mundschleimhautentzündungen, Magen-Darm- oder Gelenkbeschwerden auftreten.
  • Wechselwirkungen:
    Zubereitungen aus dem Mutterkraut hemmen die Thrombozytenaggregation des Blutes und können die Blutgerinnungszeit verlängern. Daher sollten sie nicht mit anderen Medikamenten eingenommen werden, die ebenfalls die Blutgerinnung herabsetzen. Dazu gehören z.B. Aspirin, Clopidogrel, Heparin, Marcumar.