Papaya, Melonenbaum

Der Melonenbaum ist eine mehrjährige, schnell wachsende Kulturpflanze, deren Wildform unbekannt ist und erreicht eine Höhe von 4 bis 10 m. Botanisch gesehen handelt es sich bei der Papaya nicht um einen Baum, da trotz des beträchtlichen Dickenwachstums nur die Tracheen des Stamms verholzen, sondern eher um ein baumförmiges Kraut. Die großen, lang gestielten, gefiederten Blätter sitzen schirmartig am Schopf, wobei mit dem Längenwachstum der Pflanze die unteren Blätter abfallen und dabei dreieckige Narben am Stamm hinterlassen. Der Melonenbaum ist in der Regel zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Die länglich-runden Früchte werden bis zu 5 kg schwer und besitzen bei Reife eine gelbe bis grün-gelbe Schale und ein lachsrotes bis gelbes Fruchtfleisch. In der Fruchthöhle befinden sich zahlreiche, schwarze, scharf schmeckende Samen.

Medizinisch verwendet wird der aus den unreifen Früchten oder durch Anritzen des Stammes gewonnene Milchsaft. Reife Früchte führen keinen Milchsaft und sind ein vitaminreiches Nahrungsmittel.

Steckbrief: Papaya, Melonenbaum

Pflanze:Carica papaya L.
Familie:Melonenbaumgewächse (Caricaceae)
Herkunft:Die Heimat der Papaya wird in Südmexiko vermutet. Heute wird Papaya vor allem in Mittel- und Südamerika, Afrika, Australien und Indien angebaut.
Synonyme:Papaya, Melonenbaum

Anwendung:

  • Verdauungsschwäche bedingt durch Pankreasinsuffizienz
  • Schwellungen und Ödeme nach Verletzungen oder Operationen
  • entzündliche Erkrankungen der Atemwege und des Bewegungsapparats
  • unterstützende Therapie bei bestimmten Krebs- oder Autoimmunerkrankungen
  • Bandscheibenvorfall
  • Wundbehandlung
  • Wurmmittel

Medizinisch genutzt wird der in allen Pflanzenteilen und unreifen Früchten vorkommende Milchsaft, der reich an eiweißspaltenden Enzymen wie Papain, Chymopapain A und B sowie weitere Enzyme und Kautschuk enthält. Diese Enzyme wirken bei entsprechender Dosierung antimikrobiell, entzündungshemmend, abschwellend und immunmodulierend. Kombinationspräparate meist mit anderen Enzymen tierischen oder mikrobiellen Ursprungs werden bei Verdauungsstörungen infolge einer unzureichenden Pankreasfunktion verwendet. Die Wirksamkeit ist jedoch nur bei weitgehendem Ausfall der exokrinen Pankreasfunktion plausibel, da normalerweise der Körper selbst Verdauungsenzyme in ausreichender Menge herstellen kann.

Papain und Chymopapain werden meist in Kombination mit Bromelain, einem Enzym aus der Ananas, zur Behandlung von Schwellungen (Ödemen) und Entzündungen eingesetzt. Die immunmodulatorische Wirkung soll auch im Rahmen einer systemischen Enzymtherapie unterstützend bei verschiedenen Krebserkrankungen und Autoimmunerkrankungen hilfreich sein. Der Wert dieser Therapien ist jedoch sehr umstritten und wird kontrovers diskutiert.

Gereinigtes Chymopapain wird vereinzelt zur Chemonukleolyse bei Bandscheibenvorfällen verwendet. Dieser Eingriff darf nur von Spezialisten bei hierfür geeigneten Fällen durchgeführt werden.

Enzyme werden teilweise in der Wundbehandlung zur Entfernung von Belägen empfohlen.

Der Milchsaft aber auch Zubereitungen aus den Blättern oder den Samenkernen wurden früher als Wurmmittel eingesetzt. Angesichts wirksamerer Alternativen gilt diese Anwendung jedoch heute als überholt.

Papain wird wird in der Lebensmittelindustrie als Zartmacher für Fleisch verwendet. Der Kautschukanteil aus dem Milchsaft wird als Kaumasse für Kaugummis verarbeitet.

Die unreife Frucht dient insbes. in den asiatischen Ländern als Gemüse.

Dosierung:

Nur Fertigarzneimittel entsprechend der Gebrauchsinformation bzw. nach Anordnung des Arztes.

Zubereitungen:

Meist Kombinationsarzneimittel zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden oder Schwellungen.

Hinweise:

  • Nicht die unreifen Früchte während der Schwangerschaft verzehren bzw. Zubereitungen aus dem Milchsaft der Papaya anwenden!
    Reife Früchte hingegen enthalten keinen Milchsaft und sind unbedenklich.
  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Papain oder Latex!
    Die Enzyme der Papaya können allergische Erscheinungen hervorrufen. Häufig wird auch eine Kreuzallergie bei Personen beobachtet, die gegenüber Latex allergisch sind. Kreuzallergien können auch bei Überempfindlichkeit gegenüber anderen tropischen Früchten wie Bananen, Kiwis oder Feigen auftreten.
  • Bei anhaltenden oder immer wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden!
  • Nebenwirkungen:
    Eiweißverdauende Enzyme können insbes. bei hoher Dosierung zu Irritationen der Schleimhäute im Mund-Rachen-Raum, der Speiseröhre und des Verdauungstraktes führen.
  • Wechselwirkungen:
    Eiweißspaltende Enzyme können auch die Blutungsneigung verstärken. Daher sollten solche Präparate bei Vorliegen von Gerinnungsstörungen oder der Einnahme von Medikamenten wie z.B. Aspirin, Marcumar oder Clopidogrel nicht ohne ärztlichen Rat verwendet werden. Ähnliches gilt, wenn gleichzeitig pflanzliche Arzneimittel, die die Blutgerinnung beeinflussen können, eingenommen werden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.