Eukalyptus

Der schnell wachsende, bis zu 60 m hohe Baum kommt natürlich nur in den subtropischen Regionen Australiens und Tasmaniens vor. Charakteristisch sind die senkrecht herabhängenden, ca. 20 cm langen, länglichen und dickledrigen Folgeblätter. Die Primärblätter junger Pflanzen besitzen ein unterschiedliches Aussehen, sie sind kleiner, herz- bis eiförmig und blaugrün. Medizinisch verwendet werden die gesammelten und getrockneten Folgeblätter sowie das daraus gewonnene ätherische Öl (Eucalyptusöl).

Steckbrief: Eukalyptus

Pflanze:Eucalyptus globulus Labill.
Familie:Myrtengewächse (Myrtaceae)
Herkunft:Der Eucalyptusbaum ist in Australien beheimatet. Importiert wird die Droge haupsächlich aus Spanien und Marokko.
Synonyme:Blaugummibaum, Eucalyptusbaum, Fieberbaum, Fieberheilbaum

Anwendung:

  • Husten, Bronchitis
  • Schnupfen
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Erkältungskrankheiten

Eukalyptusblätter enthalten ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (Eucalyptol) als Hauptbestandteil, Flavonoide und eine Phloroglycin-Verbindungen mit terpenoider Struktur, die als Euglobale bezeichnet werden.

Das durch Destillation gewonnene ätherische Öl aus E. globulus und anderer, Cineol reicher Eukalyptusarten wird von schleimhautreizenden Verbindungen gereinigt und enthält mindestens 80% Cineol. Es wirkt schleim- und leicht krampflösend, erleichtert das Abhusten von Bronchialsekret und hemmt das Wachstum von Bakterien und Viren. Der Kühleffekt bei der Inhalation vermittelt das Gefühl einer verbesserten Nasenatmung.

Zubereitungen aus Eukalyptusblättern und –öl werden daher innerlich und/oder äußerlich bei Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen verwendet. Durch die Behandlung werden die lästigen Begleiterscheinungen von Erkältungen, wie z.B. verstopfte Nase gelindert, inwieweit Krankheitsdauer und –verlauf beeinflusst werden, ist noch nicht bekannt.

Im Tierversuch zeigte sich eine blutzuckersenkende und enzyminduzierende Wirkung, wobei die Bedeutung dieser Ergebnisse noch nicht klar ist. (s. Hinweise). Eukalyptusöl wird häufig auch Hustenbonbons und Erkältungsbädern sowie wegen der desodorierenden Wirkung in Zahncremes und Mundwässern zugesetzt. Wegen des starken Geruchs wird es auch als Insekten vertreibendes Mittel verwendet.

Dosierung:

Tee:
1 Teelöffel (etwa 2 g) getrocknete, zerkleinerte Eukalyptusblätter werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen, zugedeckt 10 bis 15 Minuten stehen gelassen und dann abgeseiht. Bis zu 3 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. Zum Inhalieren werden die zerkleinerten Blätter mit heißem Wasser übergossen und die Dämpfe eingeatmet.

Eukalyptusöl:
Nicht unverdünnt einnehmen! Mehrmals täglich 3 bis 6 Tropfen Eukalyptusöl in ein Glas warmes Wasser geben und einnehmen. Tagesdosis: 0.3 bis 0.6 g Zum Inhalieren 2 bis 3 Tropfen in siedend heißes Wasser geben und die Dämpfe inhalieren.

Zubereitungen:

Eukalyptusblätter sind in wenigen Fertigpräparaten zur Behandlung von Erkältungskrankheiten enthalten. Gebräuchlicher ist die Verwendung von Eukalyptusöl bzw. Präparate mit reinem Cineol, z.T. auch kombiniert mit anderen Pflanzenauszügen.

Hinweise:

Nicht bei Kindern unter 2 Jahren anwenden!

Bei äußerlicher Anwendung von Zubereitungen mit Eukalyptusöl oder Cineol sollte darauf geachtet werden, dass diese bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Gesichtsbereich aufgetragen werden!

Nicht anwenden bei entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich, der Galle oder bei schweren Lebererkrankungen anwenden!

In seltenen Fällen oder bei empfindlichen Personen kann die Einnahme zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen!

Bei Diabetikern nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden!

Die Einnahme von Eukalyptus kann möglicherweise den Blutzuckerspiegel senken. Der Blutzuckerspiegel sollte daher engmaschig kontrolliert werden und die Medikation angepasst werden.

Bei länger anhaltenden Beschwerden und insbesondere bei Kindern sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Wechselwirkungen:
Im Tierversuch zeigte Eukalyptus eine Erhöhung der Aktivität arzneimittelabbauender Enzyme. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Wirksamkeit von Arzneimitteln (Antibiotika, orale Kontrazeptiva u.a.) herabgesetzt wird. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Möglicherweise wird dadurch auch die toxische Wirkung von pyrrolizidinalkaloidhaltigen Präparaten (z.B. Huflattich) verstärkt. Eine gleichzeitige Anwendung dieser Präparate ist zu vermeiden.

Vergiftung:
Als erste Vergiftungserscheinungen treten Magen-Darm-Reizungen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Atembeschwerden und Benommenheit auf. Erbrechen kann sofort oder aber auch erst nach Stunden plötzlich eintreten. Eine schwere Vergiftung ist gekennzeichnet durch Atemnot, Kollaps und Koma. Ernstzunehmende Vergiftungen können bereits nach Einnahme von wenigen Millilitern des Eukalyptusöls auftreten. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Giftnotruf!