Hanf

Die Herkunft der Hanf – Pflanze ist bis heute nicht bekannt. Vermutet wird, dass sie in China als Nutzpflanze verwendet wurde. Dort ist die Pflanze als Neolithikum bekannt und auch im alten Indien ist Cannabis nichts Unbekanntes. Experten sind sich einig, dass der Hanf über den Orient nach Europa kam.

Hanf ist eine einjährige Pflanze, die je nach Sorte bis zu 5 Meter hoch wachsen kann. Die lang gestielten, handförmigen Blätter sind 3- bis 7 Teilig gefiedert. Die Pflanze ist zweihäusig, es gibt männliche, als auch weibliche Pflanzen. Die reduzierten weiblichen Blüten bilden eine beblätterte Scheinähre, die männlichen Blüten lockere Trugdolden. Die Bestäubung erfolgt durch Wind und die Frucht ist eigentlich eine Nuss mit ölhaltigen Samen.

Steckbrief: Hanf, Cannabis

Pflanze:Cannabis sativa L.
Familie:Hanfgewächse (Cannabaceae)
Herkunft:Ursprung: vermutlich China. Anbaugebiete: Naher- und Mittlerer Osten (Türkei, Libanon, Afghanistan, Pakistan) Marihuana aus lateinamerikanischen Ländern und aus Ghana.
Synonyme:Gras, Haschisch, Marihuana

Für medizinische Zwecke interessant ist das Harz, des indischen Hanfes, das in Drüsenschuppen auf den weiblichen Blüten enthalten ist. Es besteht aus etwa 60 verschiedenen, als Cannabinoide bezeichnete Polyketiden, ätherischem Öl und Flavonoiden.

Cannabinoide besitzen im Organismus vielfältige Wirkungen, die über Cannabinoid- Rezeptoren vermittelt werden. Die körpereigenen Botenstoffe für dieses System werden, als Anandamide bezeichnet und sich Abkömmlinge der Arachidonsäure.

Wie in vielen anderen Ländern auch, ist der indische Hanf in Deutschland illegal, heißt: die Pflanze darf weder angebaut, noch gehandelt werden. Auch zu medizinischen Zwecken ist Cannabis nicht zu nutzen.

Eine Ausnahme bildet das Cannabinoid 9- Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt, welches synthetisch hergestellt wird und unter dem Namen Dronabinol rezeptiert wird. Dronabinol wird eingesetzt bei Übelkeit und Erbrechen, bei Krebspatienten während einer Chemotherapie, wenn andere Medikamente nicht wirksam sind, sowie zur Behandlung von Aids Patienten, die wegen schwerer Appetitlosigkeit stark an Gewicht verlieren.

Hanf – ein missachteter Rohstoff?

Obwohl die abhängigkeitsfördernde Wirkung des Wirkstoffs bei uns umstritten ist, sind Hanfpflanzen, insbesondere die wirkstoffreiche Cannabis sativa, in Verruf geraten. Der Anbau ist illegal und steht sogar unter Strafe. Cannabisprodukte gelten als „Einstiegsdroge“ und können den Konsum von härteren Drogen wie zum Beispiel Kokain oder Heroin fördern.

Hanf- bzw. Hanfprodukte werden in Form von unterschiedlichen Produkten verwendet:

  • Hanfpapier
  • Hanffasern für Polstermaterial, Seile oder Textilien
  • Nahrungsmittel (hochwertiges Tierfutter)
  • Medizin
  • Treibstoff bzw. Energiequelle

Einsatzmöglichkeiten von Hanf

Generell kann gesagt werden, dass Hanf eine einfache anzubauende und erneuerbare Ressource ist, die genutzt werden könnte. Die Vorteile von Hanf liegen auf der Hand, denn sie hat eine weitreichende, als auch praktische Bedeutung. Wegen ihrer jahrzehntelangen negativen Propaganda allerdings, bekommt Hanf nicht die Aufmerksamkeit, die er eigentlich verdient hätte.

Traditionell wird Hanf noch immer in Teilen von Russland und Asien, als Nahrungsquelle genutzt. Diese ist gerade für die Ernährung nahezu perfekt ausbalanciert. Hanf ist reich an Nährstoffen, wie zum Beispiel:

  • Aminosäuren
  • Ölen
  • Fettsäuren.

65 Prozent der im Hanf enthaltenen Proteine könnten helfen, Antikörper zu produzieren und eine Organfunktion aufrecht zu erhalten und sogar um Muskeln aufzubauen.

Die Pflanze enthält weiterhin viele gesunde Fettsäuren, die sich positiv auf die Blutgefäße und Arterien auswirken könnten. Ganz zu schweigen von den in den Samen enthaltenen Vitaminen, Mineralien und Phytosterolen.

Der Hauptwirkstoff der Cannabis Pflanze ist das Tetrahydrocannabinol (THC). Daneben enthält Hanf rund 50 weitere, zum Teil schwach psychoaktive Cannabinoide, als auch Harze, Flavonoide und ätherische Öle.

Hanfsamen – gut für die Gesundheit

Hanfsamen beinhalten jede Menge von Nähr- und Vitalstoffen. Diese können verhindern, dass Krankheiten entstehen und sie sind in der Lage, den natürlichen Alterungsprozess zu verlangsamen. Hanfsamen gelten unter Experten als Superfood, denn es steckt eine Menge in ihnen. Unter anderem sind es:

Inhaltsstoffe Hanf, Cannabis

Calcium, Kalium
Magnesium, Schwefel
Eisen
Vitamin A, B, C, D, E
Omega- 3- Fettsäuren
Antioxidantien

Insbesondere Zink, Magnesium und Eisen sind in relevanten Mengen in den Hanfsamen enthalten. Somit ist nicht nur das Hanföl, welches aus den Samen gewonnen wird, als Superfood zu bezeichnen, sondern auch die Samen haben es in sich.

Vitalstoff:Menge pro 30 Gramm
Vitamin B 1:0,24 – 0, 38 mg
Vitamin B 3:2,76 mg
Vitamin B 6:0,18 mg
Vitamin E:2,07 mg
Eisen:2,4 – 4 mg
Magnesium:141 – 210 mg
Zink:3 mg

Hanfsamen enthalten hochwirksame Antioxidantien, wie beispielsweise Phytol und bekämpfen freie Radikale. Es handelt sich hierbei nicht um aggressive Moleküle, die in der Lage sind, Körperzellen anzugreifen und Zellschäden zu verursachen.

Das Ergebnis: der Alterungsprozess wird beschleunigt und es kann zu unterschiedlichen Erkrankungen führen. Hanfsamen zeigen nicht nur eine präventive Wirkung auf den Organismus, sie stärken auch das Immunsystem und schützen menschliche Zellen vor einer Entartung.

Verwendung von Hanfsamen

Die Hanfpflanze wird industriell vielfältig genutzt. Aus ihren Fasern können nicht nur Seile und Textilien hergestellt werden, sondern auch Papier und Dämmstoffe. Die Früchte dienen als Vogelfutter und der, bei der Ölgewinnung zurückbleibender Pressrückstand, wird zu Tierfutter verarbeitet. Das fette Öl der Samen stellt ein hochwertiges Speiseöl dar, welches reich an Linol-, Linolen- und Ölsäure ist. Technisch wird das Öl zur Herstellung von Farben und Lacken verwendet.

Besonders die kleinen Hanfsamen sind sehr gesund. Sie beinhalten jede Menge an Eiweiß und andere wertvolle Inhaltsstoffe. Die kleinen Kraftpakete haben es in sich, denn sie sind einfach nur gesund. In der Küche können sie vielseitig verwendet werden und sind leicht in den Speiseplan zu integrieren.

Bei den Samen handelt es sich genau genommen um kleine Nüsse, die einen Durchmesser von lediglich rund 3mm aufweisen. Sie punkten mit einem hohen Anteil von Vitaminen, Eiweiß und den oben erwähnten Inhaltstoffen. Angst braucht keiner haben, denn sämtliche Inhaltsstoffe, die „high“ machen würden, sind herausgezüchtet.

Hanfsamen sind am einfachsten zu verwenden in Teig- oder Brotwaren. Auch im Müsli oder im Joghurt sind sie denkbar oder einfach über einen leckeren Salat gestreut. Sie verfügen über einen leicht nussigen und süßlichen Geschmack und passen zu diversen Gerichten.

Hinweis:
Hanfsamen haben einen relativ hohen Fettgehalt. Es handelt sich zwar um gesunde Fettsäuren, aber sie weisen auch einiges an Kalorien auf. In 100 Gramm Samen, stecken circa 400 Kilokalorien. Für Allergiker ist der Genuss der Samen kein Problem. Die kleinen Allrounder enthalten weder Gluten, noch Laktose. Allergische Reaktionen sind bis dato nicht bekannt.

Alles über Hanföl

Hanföl ist laut vielen, dass beste Speiseöl aller Zeiten. Lebenswichtige Omega- 3 und Omega- 6 Fettsäuren liegen im optimalen Verhältnis zueinander. Zugleich besitzt das Hanföl eine sehr seltene und entzündungshemmende Gamma- Linolen- Säure. Hanföl ist aber nicht nur ein Feinschmecker Öl, sondern es eignet sich auch, als Hautpflegemittel (Neurodermitis, Schuppenflechte).

Für die Gewinnung von hochwertigem Hanföl ist es nötig, die Hanfsamen schonend und kalt zu pressen. Das Öl schimmert grünlich, was vom Chlorophyll stammt. Den goldenen Schimmer verdankt das Öl den enthaltenen Carotinoiden (Beta- Carotin).

Besonders wertvoll ist Hanföl, weil es eine spezifische Zusammensetzung von essentiellen und lebenswichtigen Fettsäuren besitzt. Das für einen Menschen optimale Fettsäureverhältnis lautet 3: 1. Ein Öl wäre dann perfekt, wenn es nur 3 Mal so viele Omega- 3 Fettsäuren, als auch Omega- 6 Fettsäuren enthielte. Hanföl kann all das bieten.

Heraussticht jedoch die seltene Gamma- Linolensäure. Diese ist bekannt, denn sie findet sich auch in zum Beispiel, dem Nachtkerzen Öl oder dem Borretschsamen Öl. Hierbei handelt es sich um zwei Öle, die bei Neurodermitis oder der Schuppenflachte eingesetzt werden können. Das gilt für den innerlichen, als auch für den äußerlichen Einsatz.

Hanföl gehört zu den wenigen Ölen, die die Gamma- Linolensäure enthalten und das zu 2 bis 4 Prozent. Im Vergleich zu anderen Ölen schmeckt Hanföl fein und eignet sich daher bestens für die Aufnahme der Gamma- Linolensäure.

Hanföl für den Verzehr

Zur Versorgung von Omega-3 Fettsäuren wird in der Regel fetter Seefisch empfohlen. Allerdings geht das Gerücht, das der Fisch oftmals mit Umweltgiften, als auch Schwermetallen belastet ist. Viele Personen verzichten aus diesem Grund auf den Verzehr. Hanföl ist eine sinnvolle, ökologisch einwandfreie und höchst gesunde Alternative.

Gerade für Veganer und Vegetarier kommt Fisch erst gar nicht in Betracht. Auch hier ist Hanföl die perfekte Lösung. In der heimischen Küche kann das Öl vielseitig verwendet werden, wobei der ideale Einsatzbereich in kalten Speisen liegt. Die Kräuternote passt daher gut zu Salaten, zu rohem Sauerkraut, zu Dips und noch einigen anderen Speisen.

Zum Braten ist Hanföl allerdings weniger geeignet, denn spätestens bei 165 Celsius würden die wertvollen Fettsäuren verloren gehen. Es ist jedoch möglich, Hanföl auch bei gekochten Speisen zu verwenden, nach dem Garen einfach über die Gerichte geben und damit verfeinern.

Hanföl für die Gesundheit

Jeder, der sich für alternative Heilmittel interessiert, wird vom Hanföl begeistert sein. Zwar wurde es schon in früheren Zeiten genutzt, in den letzten Jahrzehnten wurde Hanf allerdings weniger als Nutzpflanze angebaut. Der Grund liegt auf der Hand, denn Hanf ist wegen der Produktion von Haschisch, in Verruf geraten.

Ganz besonders für Frauen in den Wechseljahren ist Hanföl jedoch bestens geeignet und kann bei diversen Symptomen für Linderung sorgen. Die Inhaltsstoffe des Öls sorgen für einen ausbalancierten Hormonhaushalt und lassen so gewisse Beschwerden verschwinden. Hierbei ist auf eine regelmäßige (tägliche) orale Einnahme zu achten.

Drastische Veränderungen gibt es auch für Frauen, die unter folgenden Symptomen leiden:

  • Muskelverspannungen
  • Depressionen
  • Gereiztheit

Der Grund besteht darin, dass hormonelle Störungen, auch Fettstoffwechselstörungen genannt, entstehen. Diese wiederum kann durch den Verzehr von Hanföl deutlich verbessert werden.

Ein wichtiger Anwendungspunkt sind allerdings unterschiedliche Hauterkrankungen. Hier ist ein doppelter Effekt zu erzielen, denn das Öl kann oral, als auch äußerlich zur Anwendung kommen. Dazu das Hanföl auf die betroffenen Hautstellen leicht einmassieren, so wird eine Hautkrankheit von innen und von außen behandelt.

Ein weiterer Vorteil von Hanföl ist seine entzündungshemmende Wirkung. Somit ist das Öl der ideale Begleiter bei Arthritis oder ähnlichen Erkrankungen. Nicht nur für Personen ist Hanföl von Vorteil, sondern auch Haustiere können davon durchaus profitieren. Beispielsweise kann Hanföl auch an den Hund verfüttert werden.

Hinweise:
Nebenwirkungen sind überwiegend wegen missbräuchlichen Anwendungen, als Rauschdroge bekannt. Bei akutem Gebrauch stehen die Beeinträchtigung der gedanklichen und motorischen Fähigkeiten, sowie die Steigerung der Herzfrequenz im Vordergrund. Zum Beispiel ist eine Fahrtüchtigkeit für rund 8 Stunden stark eingeschränkt.

Durch die Steigerung der Herzfrequenz erhöht sich der Sauerstoffbedarf des Herzens, was bei vorbelasteten Personen zu akuten Herzanfällen führen kann. Durch die Weitstellung der peripheren Blutgefäße kommt es im Liegen zu einer Blutdrucksenkung und im Stehen zur Blutdrucksteigerung.

Bei häufigem Gebrauch können Aufmerksamkeit, sowie kognitive Leistungen dauerhaft beeinträchtigt werden und es entsteht eine psychische Abhängigkeit. Dass Cannabis, bekannt als „Einstiegsdroge“, die Abhängigkeit zu anderer Drogen fördert, kann nicht ausgeschlossen werden. Das Rauchen von Marihuana schädigt die Lunge deutlich mehr, als Zigarettenrauch, da in der Regel tiefer inhaliert wird.

Beim Mann wird der Testosteronspiegel und somit die Spermienbildung gesenkt. Bei der Frau kann es unter Umständen zur Unterdrückung des Eisprungs kommen. Cannabinoide sind sehr lipophil und gelangen während einer bestehenden Schwangerschaft über die Plazenta, sowie während der Stillzeit über die Muttermilch zum Kind und können die kindliche Entwicklung nachhaltig stören.

Der Gebrauch von Cannabis während einer Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko einer späteren Krebserkrankung des Kindes nicht auszuschließen. Zudem werden Cannabinoide nur langsam vom Körper abgebaut, sodass ein Nachweis über einen Gebrauch noch längere Zeit positiv ausfallen kann.

Nebenwirkungen von Hanf (THC)

Der Konsum von Cannabis kann akute Nebenwirkungen nach sich ziehen. Diese sind:

  • Beeinträchtigung von Gedächtnis
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Beeinträchtigung der Feinmotorik
  • Ausbleiben von Bewegungskoordination

Nach einem Cannabiskonsum sollte die Personen auf keinen Fall ein Kraftfahrzeug bedienen. Weiterhin tritt in vielen Fällen eine Herzfrequenzsteigerung auf. Weitere Symptome sind: Mund- und Rachentrockenheit, Abnahme des Tränenflusses, Effekte auf das Hormonsystem, Blutdruckabfall oder ein zu hoher Blutdruck.

Teilweise konnten bei Cannabis- Konsumenten, der Ausbruch von Angstzuständen beobachtet werden. Die Angst vor einem nahenden Tod, ist ein deutliches Zeichen einer Überdosierung. Bei chronischen Konsumenten kommt es zu drastischen Entzugserscheinungen. Diese äußern sich durch Unruhe, Angstzustände, Reizbarkeit, Durchfall, Schweißausbrüche und besonders Schafstörungen.